Maro

Maro

Hardcover
4.94

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Beschreibung

Eine junge Frau, 19 Jahre alt und Freiwillige beim Roten Kreuz, wird an der Front bei Tabachmela getötet und in einem Massengrab beerdigt. Erst drei Jahre zuvor, am 26. Mai 1918, war die Demokratische Republik Georgien gegründet worden, die modernen europäischen Parlamentarismus und georgische Tradition vereinte. Briefmarken und Banknoten zeigten eine bewaffnete Frau, ein Bild, das zum Inbegriff der georgischen Unabhängigkeitsidee wurde. Maro Makaschwili, die junge Frau, wurde nach ihrem Tod im Jahr 1921 zum Symbol für die Tragödie, die die sowjetische Besatzung für das freie, unabhängige Georgien bedeutete. Den sowjetischen Besatzern war das Gedenken ein Dorn im Auge, die Erinnerung an die Toten und das Georgien, für das sie gekämpft hatten, konnte kaum schnell genug ausgelöscht werden. Doch Maros Tagebuch hat überlebt. Und jetzt, ein Jahrhundert später, steht das Land wieder am Scheideweg. Die Texte einer jungen Frau inspirieren heute mehr und mehr junge Menschen, die von einem modernen, traditionsbewussten und fortschrittlichen Georgien träumen. Im Jahr 2017 wurde Maro Makaschwili posthum als erste georgische Nationalheldin geehrt. Und gerade junge Frauen sehen in ihr auch eine feministische Vorreiterin. Wie Nina und Natalia, die beiden jungen Protagonistinnen von Maro – neben der historischen Maro Makaschwili selbst.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
N/A
Format
Hardcover
Seitenzahl
64
Preis
16.50 €

Beiträge

2
Alle
5

»Eine am Abend neben ihr explodierte Handgranate hat ihr keine Möglichkeit mehr gegeben, sich vor ihrer Heimat und ihren Eltern zu verabschieden.«

Maro Makaschwili kennt in Georgien jeder, aber ich hatte noch nie von ihr gehört, weswegen ich mich sehr auf dieses Buch gefreut habe, um etwas über sie und ihren Kampf für ein unabhängiges, demokratisches Georgien zu erfahren. Eingebettet in eine Rahmenhandlung, die 2022 spielt und in der sich die Protagonistin Nina, zusammen mit zwei Freundinnen, während einer Geburtstagsfeier mit dem Tagebuch der jungen Maro beschäftigt, bekommen wir einen Einblick in deren Leben. Ein Leben, das in seinen von ihr festgehaltenen Facetten z.B. über Alltäglichkeiten und Schwärmereien der Liebe, so menschlich wirkt, dass es scheinbar nicht zu einer Nationalheldin gehören könnte. Aber der Schein trügt, denn Maros Leben ist dem Ziel der georgischen Unabhängigkeit gegenüber dem Aggressor der Roten Armee ausgerichtet, sodass sie sogar ihr junges Leben gab, um in den Krieg zu ziehen. Mit nur 19 Jahren starb sie an der Explosion einer Handgranate, doch das Andenken an sie bleibt für immer in Erinnerung. Dabei ist das Buch kein Roman, sondern ursprünglich ein Libretto, welches nun in deutscher Übersetzung von Iunona Guruli erschienen ist. Ergänzt wird der Text durch passende Illustrationen von Tatia Nadareischwili. Insgesamt liest man das knapp sechzig Seiten umfassende Buch in einer guten halben Stunde und begibt sich währenddessen auf eine Zeitreise einerseits ins Georgien der Jetztzeit sowie andererseits ins historische Georgien, auf dessen Weg hin zu seiner Unabhängigkeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Auch für das heutige Land ist diese Geschichte noch immer von großer Bedeutung und leider auch von aktueller Relevanz, ebenfalls für die von Russland unterjochte Ukraine. Die Autorin Salome Benidze bringt dies alles im Nachwort präzise auf den Punkt: „Sie vereint in sich alles, woran wir glauben, wofür wir leben und sterben.“

»Eine am Abend neben ihr explodierte Handgranate hat ihr keine Möglichkeit mehr gegeben, sich vor ihrer Heimat und ihren Eltern zu verabschieden.«
5

Kennt ihr die georgische Nationalheldin Maro Makaschwili? Ich hatte vorher auch nie von ihr gehört und bin froh, dass dieses schmale, wunderschön illustrierte Büchlein mir ihr (kurzes) Leben etwas näher gebracht hat. Sehr lesenswert!

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