Gruppenbild mit Dame

Gruppenbild mit Dame

Taschenbuch
3.99
NationalsozialismusBombardierung KölnsKölner AusgabeLebensgeschichte

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Beschreibung

»Ein Erzähler, dessen Beobachtungsgabe kaum zu übertreffen ist und dessen Sensibilität und Phantasie keine Grenzen kennt, schöpft aus dem vollen.« Marcel Reich-Ranicki

Leni Pfeiffer, geborene Gruyten, Jahrgang 1922, lernt während des Krieges den sowjetischen Kriegsgefangenen Boris kennen und lieben, besorgt ihm einen deutschen Pass und muß erfahren, daß er in einem Lager der Amerikaner umkommt. Inzwischen ist sie achtundvierzig, und ihr gemeinsamer Sohn sitzt im Gefängnis, weil er auf seine Weise ein an der Mutter begangenes Unrecht korrigieren wollte ...

Ein ironisch als »Verf.« eingeführter Autor rekonstruiert aus hinterlassenen Zeugnissen, aus Gesprächen und Erinnerungen das Leben dieser Frau. Heinrich Böll ist mit diesem inzwischen zum Klassiker gewordenen Roman ein gestalten- und episodenreiches Panorama der deutschen Vor- und Nachkriegsgeschichte gelungen.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Klassiker
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
480
Preis
16.50 €

Autorenbeschreibung

Heinrich Böll, geboren am 21. Dezember 1917 in Köln, nahm nach dem Abitur eine Lehre im Buchhandel auf, die er bald abbrach. Nach einem gerade begonnenen Studium der Germanistik und klassischen Philosophie wurde Böll 1939 zur Wehrmacht eingezogen.1945 kehrte er aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft nach Köln zurück, wo er sein Studium wieder aufnahm und in der Schreinerei seines Bruders arbeitete. Ab 1947 publizierte er in Zeitschriften und wurde 1951 für die Satire ›Die schwarzen Schafe‹ mit dem Preis der Gruppe 47 ausgezeichnet. Fortan war er als freier Schriftsteller tätig und veröffentlichte Romane, Erzählungen, Hör- und Fernsehspiele sowie Theaterstücke. Außerdem übersetzte er, gemeinsam mit seiner Frau Annemarie, englische und amerikanische Literatur (u. a. George Bernard Shaw und Jerome D. Salinger).Als Publizist und Autor führte Heinrich Böll Klage gegen die Grauen des Krieges und seine Folgen, polemisierte gegen die Restauration der Nachkriegszeit und wandte sich gegen den Klerikalismus der katholischen Kirche, aus der er 1976 austrat. In den sechziger und siebziger Jahren unterstützte er die Außerparlamentarische Opposition. 1983 protestierte er gegen die atomare Nachrüstung. Insbesondere engagierte sich Böll für verfolgte Schriftsteller im Ostblock. Der 1974 aus der UdSSR ausgewiesene Alexander Solschenizyn war zunächst Bölls Gast. Ab 1976 gab er, gemeinsam mit Günter Grass und Carola Stern, die Zeitschrift ›L’76. Demokratie und Sozialismus‹ heraus. Der Verband deutscher Schriftsteller wurde 1969 von ihm mitbegründet, und er war Präsident des Internationalen PEN-Clubs (1971 bis 1974).Böll erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Georg-Büchner-Preis (1967), den Nobelpreis für Literatur (1972) und die Carl-von-Ossietzky-Medaille (1974).Heinrich Böll starb am 16. Juli 1985 in Langenbroich/Eifel. Sein gesamtes Werk liegt im Taschenbuch bei dtv vor.

Beiträge

3
Alle
5

Ein beeindruckendes Panorama über eine Frau, geschrieben als Bericht eines Verfassers, das zusammengetragen ist aus verschiedenen Quellen. Dazu gehören ihr nahestehende Personen, aber auch Personen, die ihr nicht nahestanden. Dieses Buch umfasst die Zeit vor dem Krieg, während des Krieges und die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg. Verständlich und sehr gut lesbar geschrieben, eine absolute Weiterempfehlung.

4

Bölls "Gruppenbild mit Dame" ist ein scharfkantiges Panorama der deutschen Gesellschaft - während und nach dem Krieg. Leni Pfeiffer ist eine Frau, die sich weigert, nach den Regeln ihrer Zeit zu spielen – erst recht nicht während der NS-Diktatur. Das Besondere ist hier aber nicht nur die Hauptfigur, sondern die Art, wie Böll ihre Geschichte erzählt. Sie ist keine klassische Heldin, die Reden schwingt. Ihre Rebellion ist eher passiv und menschlich. Sie liebt, wen sie will (einen sowjetischen Kriegsgefangenen), und ignoriert gesellschaftliche Konventionen, was sie in dieser Zeit angreifbar macht.Böll nutzt einen fiktiven Berichterstatter („Verf.“), der wie ein Detektiv oder Journalist Zeugen befragt und Akten wälzt. Das gibt dem Ganzen einen dokumentarischen Touch, der die harten Fakten der deutschen Geschichte fast greifbar macht. Böll schreibt hier sehr detailliert; wer einen rasanten Plot erwartet, wird enttäuscht. Der sogenannte „Verfasser“ verliert sich oft in bürokratischen Details und Beschreibungen von Nebenfiguren. Das macht das Buch zeitweise etwas zäh, unterstreicht aber den Anspruch, ein lückenloses „Gruppenbild“ zu zeichnen.

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Bölls "Gruppenbild mit Dame" ist ein scharfkantiges Panorama der deutschen Gesellschaft - während und nach dem Krieg. Leni Pfeiffer ist eine Frau, die sich weigert, nach den Regeln ihrer Zeit zu spielen – erst recht nicht während der NS-Diktatur. Das Besondere ist hier aber nicht nur die Hauptfigur, sondern die Art, wie Böll ihre Geschichte erzählt. Sie ist keine klassische Heldin, die Reden schwingt. Ihre Rebellion ist eher passiv und menschlich. Sie liebt, wen sie will (einen sowjetischen Kriegsgefangenen), und ignoriert gesellschaftliche Konventionen, was sie in dieser Zeit angreifbar macht. Böll nutzt einen fiktiven Berichterstatter („Verf.“), der wie ein Detektiv oder Journalist Zeugen befragt und Akten wälzt. Das gibt dem Ganzen einen dokumentarischen Touch, der die harten Fakten der deutschen Geschichte fast greifbar macht. Böll schreibt hier sehr detailliert; wer einen rasanten Plot erwartet, wird enttäuscht. Der sogenannte „Verfasser“ verliert sich oft in bürokratischen Details und Beschreibungen von Nebenfiguren. Das macht das Buch zeitweise etwas zäh, unterstreicht aber den Anspruch, ein lückenloses „Gruppenbild“ zu zeichnen.

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