Glücklich die Glücklichen

Glücklich die Glücklichen

E-Book
3.429
KulturbürgertumEinzelgängerAlltagEpisodenroman

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Beschreibung

Ein Ehepaar im Supermarkt, Robert und Odile. Ihr an sich lächerlicher Streit an der Käsetheke eskaliert, die Nerven liegen blank, weil es hier um viel mehr als um die Wahl des richtigen Käses geht. Odile, Mutter zweier Kinder, wird sich schon bald einen Liebhaber nehmen, der sie dann seinerseits betrügt. Yasmina Reza beschreibt Paare, Einzelgänger und Familien in unverschämt komischen Alltagsszenen. Inmitten von gesellschaftlichem Ansehen und beruflichen Erfolgen werden ihre Träume vom Alltag zerrieben. Doch aufgeben? Niemals! Mit scharfer Beobachtungsgabe und schmerzhaft treffenden Dialogen entzündet die Autorin ein Feuerwerk aus klugem Witz, Humor und tiefen Einsichten in unsere heutige Gesellschaft.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
E-Book
Seitenzahl
176
Preis
9.99 €

Autorenbeschreibung

Yasmina Reza, 1959 geboren, ist Schriftstellerin, Regisseurin und Schauspielerin und die meistgespielte zeitgenössische Theaterautorin. Bei Hanser erschienen u.a. »Glücklich die Glücklichen« (Roman, 2014), »Babylon« (Roman, 2017), für den sie mit dem Prix Renaudot 2016 ausgezeichnet wurde, »Kunst« (Schauspiel, 2018), »Der Gott des Gemetzels« (Schauspiel, 2018), »Bella Figura« (Schauspiel, 2019), »Drei Mal Leben« (Schauspiel, 2019), »Anne-Marie die Schönheit« (2019), »Serge« (Roman, 2022) und »James Brown trug Lockenwickler« (Schauspiel, 2023). Für ihr Werk wurde sie zuletzt mit dem Jonathan-Swift-Preis 2020, dem Premio Malaparte 2021, dem Prix de l'Académie de Berlin 2022 und dem Prix Mondial Cino del Duca 2024 ausgezeichnet. Das Theaterstück Der Gott des Gemetzels wurde 2011 sehr erfolgreich von Roman Polanski verfilmt, hochkarätig besetzt mit Jodie Foster, Kate Winslet, Christoph Waltz und John C. Reilly.

Beiträge

5
Alle
2.5

Absurdität des Alltags

Insgesamt 21 kurze Kapitel. Jedem der 18 Protagonisten ist eines davon gewidmet. Drei Kapitel zum Ende vereinen die Geschichte und absurde Gedanken mehrerer, immer aus Sicht von einer der Personen. Es macht Spaß in die Schuhe der Leute zu schlüpfen und ihre Perspektive zu übernehmen. Doch es ist auch bis zum Schluss verwirrend wer nun in welchem Verhältnis zu wem steht. Amüsant wird das Alltägliche durch die knappen Einschübe von Gedankenfetzen. Das Erzählte fesselt einen nicht, es plätschert dahin, wie der schmale Fluss, um den es zu Beginn und am Ende geht. Der Fluss als ein wunderschönes Bild für das Leben. Wo leben entspringt und wo Leben zu Ende gebracht wird. Mir gefällt der Einblick in das Leben der Menschen. Sie leben in Frankreich, Paris. Sie sind geschäftig, haben Erfolg, sind gelangweilt, haben Affären, sind sich selbst nicht genug. Und wir als Leser wissen das alles, weil sie es uns sagen, ihre Gedanken mit uns teilen. Wir sitzen in ihren Köpfen. Sehen die Welt aus ihren Augen. Und doch wissen wir scheinbar mehr über sie, als sie selbst. Zumindest eingestehen wollen sie sich das Meiste nicht. Etwas holprig zu lesen war es für mich durch die gesprochenen Rede. Diese wird nicht wie gewohnt mit Anführungszeichen markiert, sondern geschieht mitten drin. Eher mal mit Gedankenstrich eingeleitet, der die Gedankenfetzen durchtrennt. Das macht den Lesefluss zum Gedankenfluss, aber mich etwas verwirrter, und ich musste mehrmals über die Seite gehen. Wie dem auch sei, das Thema Fluss bleibt und zieht sich durch das Buch. Schön. Oder auch nicht... Das kommt auf den Protagonisten an, aus dessen Sicht wir darauf blicken.

Absurdität des Alltags
3

Yasmina Reza gelingt mit „Glücklich die Glücklichen“ ein Roman, der sich jeder klassischen Form entzieht und gerade dadurch eine erstaunliche erzählerische Wucht entfaltet. Statt einer linearen Handlung präsentiert sie ein Mosaik aus 21 miteinander verwobenen Monologen, die wie Scheinwerferkegel auf das Innenleben einer Pariser Mittelklassegesellschaft fallen. Rezas Figuren sprechen mit einer Mischung aus Selbsttäuschung, Verletzlichkeit und schneidender Klarheit. Jeder Monolog wirkt wie ein kurzer Stich: scharf, überraschend, manchmal komisch, oft schmerzhaft. Die Autorin zeigt Menschen, die sich in ihren Beziehungen verheddern, aneinander scheitern und dennoch unermüdlich nach Nähe suchen. Besonders stark ist Reza dort, wo sie die Absurdität des Alltags mit existenzieller Schwere verbindet – etwa in der Szene, in der ein Mann im Supermarkt zusammenbricht, weil seine Frau die falsche Sorte Käse verlangt. Solche Momente sind grotesk und gleichzeitig erschreckend wahr. Was den Roman trägt, ist weniger Handlung als Stimmung: eine Mischung aus Melancholie, Komik und latenter Verzweiflung. Reza zeigt, wie sehr Menschen an ihren eigenen Erwartungen leiden. Glück erscheint als etwas, das immer nur die anderen haben. Gerade diese Perspektive macht das Buch so zeitgemäß: Es ist ein Porträt einer Gesellschaft, die alles hat – und dennoch unzufrieden bleibt. „Glücklich die Glücklichen“ ist ein brillanter, scharfzüngiger Roman, der mit minimalistischem erzählerischem Aufwand maximale emotionale Wirkung erzielt. Reza schreibt mit einer Präzision, die gleichzeitig entlarvend und zutiefst menschlich ist. Wer literarische Psychogramme liebt, findet hier ein Werk, das lange nachhallt.

4.5

21 kurze Kapitel über 18 Protagonist:innen, die jeweils ihre eigenen Vorstellungen zu den Themen Liebe, Glück und Lebensfreude darstellen und alle recht unterschiedlich sind. Einige der handelnden Personen sind miteinander verwoben. Nicht immer gelang es mir, sofort die richtige Verbindung herzustellen, was aber auch nicht schlimm ist, denn die Kurzgeschichten „funktionieren“ auch für sich allein.

4

Glücklich die Glücklichen erzählt die Geschichte mehrerer Protagonisten, die mal mehr und mal weniger miteinander zu tun haben. Mit der nötigen Prise Witzt erzählt die Autorin von tiefen und lebensnahen Einblicken. Es zeigt, dass nicht immer alles so ist, wie es scheint. Amüsant und schnell zu lesen. Perfekt für einen Tag am See oder zu Hause.

4

Glücklich die Glücklichen erzählt die Geschichte mehrerer Protagonisten, die mal mehr und mal weniger miteinander zu tun haben. Mit der nötigen Prise Witzt erzählt die Autorin von tiefen und lebensnahen Einblicken. Es zeigt, dass nicht immer alles so ist, wie es scheint. Amüsant und schnell zu lesen. Perfekt für einen Tag am See oder zu Hause.

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