
Absurdität des Alltags
Insgesamt 21 kurze Kapitel. Jedem der 18 Protagonisten ist eines davon gewidmet. Drei Kapitel zum Ende vereinen die Geschichte und absurde Gedanken mehrerer, immer aus Sicht von einer der Personen. Es macht Spaß in die Schuhe der Leute zu schlüpfen und ihre Perspektive zu übernehmen. Doch es ist auch bis zum Schluss verwirrend wer nun in welchem Verhältnis zu wem steht. Amüsant wird das Alltägliche durch die knappen Einschübe von Gedankenfetzen. Das Erzählte fesselt einen nicht, es plätschert dahin, wie der schmale Fluss, um den es zu Beginn und am Ende geht. Der Fluss als ein wunderschönes Bild für das Leben. Wo leben entspringt und wo Leben zu Ende gebracht wird. Mir gefällt der Einblick in das Leben der Menschen. Sie leben in Frankreich, Paris. Sie sind geschäftig, haben Erfolg, sind gelangweilt, haben Affären, sind sich selbst nicht genug. Und wir als Leser wissen das alles, weil sie es uns sagen, ihre Gedanken mit uns teilen. Wir sitzen in ihren Köpfen. Sehen die Welt aus ihren Augen. Und doch wissen wir scheinbar mehr über sie, als sie selbst. Zumindest eingestehen wollen sie sich das Meiste nicht. Etwas holprig zu lesen war es für mich durch die gesprochenen Rede. Diese wird nicht wie gewohnt mit Anführungszeichen markiert, sondern geschieht mitten drin. Eher mal mit Gedankenstrich eingeleitet, der die Gedankenfetzen durchtrennt. Das macht den Lesefluss zum Gedankenfluss, aber mich etwas verwirrter, und ich musste mehrmals über die Seite gehen. Wie dem auch sei, das Thema Fluss bleibt und zieht sich durch das Buch. Schön. Oder auch nicht... Das kommt auf den Protagonisten an, aus dessen Sicht wir darauf blicken.




