Eden

Eden

Hardcover
3.943

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Beschreibung

Was tun, wenn plötzlich alles, woran wir glauben, auf der Kippe steht? Ein hochspannender Roman über eine Familie, die mit der Tochter auch den Zusammenhalt zu verlieren droht. Und von einer Gesellschaft, die immer weiter auseinanderdriftet.

Für die lebensfrohe Sofie ist ihre Familie ein Glücksfall. Sie, ihr Vater Markus und ihre Mutter Kerstin geben einander Sicherheit und wissen auch, was dem jeweils anderen wichtig ist. Als Markus seine Tochter mit Konzerttickets für ihre Lieblingssängerin überrascht, geht für diese ein Traum in Erfüllung. Der Abend nimmt jedoch eine schreckliche Wendung: Auf dem Konzert wird ein Anschlag verübt, auch Sofie ist unter den Opfern.

Das einst so glückliche Ehepaar verliert die Balance. Währenddessen spitzt sich die gesellschaftliche Situation zu und die Familie muss mitansehen, wie ihr Unglück politisch instrumentalisiert wird.

Im Moment tiefster Verzweiflung erinnert sich Markus an die soziale Lebenskraft seiner Tochter und beschließt, nicht aufzugeben. Er sucht weiterhin das Gespräch und fasst sogar den gewagten Entschluss, die Familie des Mörders aufzusuchen …

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
Hardcover
Seitenzahl
320
Preis
24.70 €

Autorenbeschreibung

Jan Costin Wagner, geboren 1972, lebt als Schriftsteller und Musiker bei Frankfurt am Main. Zuletzt erschien sein Songwriter-Album violet tree. Seine Romane um den finnischen Ermittler Kimmo Joentaa wurden von der Presse gefeiert, vielfach ausgezeichnet und in 14 Sprachen übersetzt. Die mit Henry Hübchen, Bjarne Mädel und Kim Riedle prominent besetzte Film-Trilogie (Tage des letzten Schnees, Das Licht in einem dunklen Haus und Die Stille am Ende der Nacht) erreichte im ZDF mehr als 7 Millionen Zuschauer.Bei Galiani erschien zuletzt im Herbst 2025 der Roman Eden.

Merkmale

1 Bewertungen

Stimmung

Traurig
Witzig
Gruselig
Erotisch
Spannend
Romantisch
Verstörend
Nachdenklich
Informativ
Herzerwärmend
93%
N/A
8%
N/A
33%
N/A
70%
93%
N/A
44%

Hauptfigur(en)

Sympathisch
Glaubwürdig
Entwickelnd
Vielschichtig
88%
100%
28%
22%

Handlungsgeschwindigkeit

Schnell0%
Langsam0%
Mittel100%
Variabel0%

Schreibstil

Einfach100%
Komplex0%
Mittel0%
Minimalistisch (100%)

Beiträge

16
Alle
3

Trauerbewältigung durch Verlust eines Kindes ist ein Thema, das natürlich berührt und zum Nachdenken anregt, jedoch konnte mich der oft „sperrig-langatmige“ Erzählstil nicht durchweg erreichen, zudem fiel mir eine emotionale Verbindung zu den Figuren eher schwer und das Ende fühlte sich „unfertig“ erzählt an.

5

Es macht sehr nachdenklich

🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹 Rezension zu "Eden" von Jan Costin Wagner Es macht sehr nachdenklich Sofie lebt glücklich mit ihrer Familie zusammen. Sie versteht sich auch gut mit ihnen. Tobi liest eine süße Geschichte von Donald Duck vor und zu einem späteren Zeitpunkt bekommt Sofie eine Konzertkarte ihrer Lieblingssängerin geschenkt. Sie freut sich auch schon sehr darauf. Wie wird der Konzertabend werden?😉 Auf mich wirkt der Roman wundervoll, macht aber auch zugleich nachdenklich über das Leben. Wir sollten wirklich jede Sekunde und Minute des Lebens genießen. Die erzählte Geschichte von Donald Duck hat mich dabei auch durchaus zum Lachen und Schmunzeln gebracht. Das Konzert der Sängerin fand ich dabei auch wirklich wundervoll. Und einzigartig. Es ist wirklich ein einzigartiger Roman, der das Herz durchaus auch verzaubert - aber auch zum Nachdenken anregt. Ich lade euch nun sehr liebevoll in den Garten Eden ein. Bitte kommt alle mit.😄 🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹🌹

5

Wenn ein Roman mitten ins Herz trifft und noch tiefer geht

Eden hat mich regelrecht umgehauen – und zwar nicht mit Actionfeuerwerk, sondern mit dieser stillen, tiefen Wucht, die einem erst im Nachhall bewusst wird. Plötzlich sitzt man da, klappt das Buch zu und denkt: „Okay, das war jetzt mehr als nur ein Roman.“ Jan Costin Wagner schafft es, eine Familiengeschichte so intensiv zu erzählen, dass man beim Lesen fast vergisst zu atmen. Markus, Kerstin und Sofie wirken so echt, als würde man sie schon ewig kennen, und genau das macht die ganze Tragödie noch härter. Die Konzertszene hat mir eiskalt den Magen zusammengedrückt – und nein, das ist keine Übertreibung. Trotz des schweren Themas gibt es hier keinen billigen Kitsch und keine überzogene Dramatik. Alles ist so präzise erzählt, dass man als Leser fast automatisch in diesen Strudel aus Trauer, Wut und diesem leisen Rest Hoffnung gezogen wird. Gleichzeitig hat der Roman eine gesellschaftliche Ebene, die richtig unter die Haut geht. Es ist faszinierend (und erschreckend), wie Wagner zeigt, wie schnell privates Leid in den politischen Mahlstrom gezogen werden kann. Besonders stark fand ich, wie Markus irgendwann diese völlig verrückte, aber menschlich nachvollziehbare Entscheidung trifft, die Familie des Mörders zu besuchen. Das ist nicht Hollywood, das ist echtes Leben, roh und kompliziert. Man will die Figuren manchmal schütteln, manchmal umarmen – und oft beides gleichzeitig. Wagners Sprache ist knapp, klar und dennoch poetisch, und das passt perfekt zu dieser Mischung aus innerem Chaos und äußerer Kälte. Trotz aller Schwere hat das Buch am Ende so einen Funken Licht, dass man nicht völlig niedergedrückt zurückbleibt. Für mich ist Eden ein mutiges, kluges und unglaublich berührendes Werk. Ganz klar fünf Sterne – und zwar nicht aus Pflichtgefühl, sondern weil es einfach verdient ist.

Wenn ein Roman mitten ins Herz trifft und noch tiefer geht
2

Schwierige Trauerverarbeitung

Ich konnte leider keinen Zugang zu der Geschichte finden. Der Schreibstil ist abgehackt, gehetzt, mit vielen Wortaneinanderreihungen. Das Trauma ist verständlich, aber ich finde, dass der Autor es nicht schafft, dass man mitfühlt. Stattdessen war ich damit beschäftigt, zu versuchen, mich hineinzuversetzen, aber ich konnte einfach keinen Draht zu den Charakteren finden.

5

Nach dem Konzert, das Sängerin Ariana La Vaga vor ausverkauftem Haus gibt, explodiert im Eingangsbereich der Stuttgart Arena ein Sprengsatz. Unter den Toten ist auch Sofie Stenger, die das Konzertticket von ihrem Vater geschenkt bekommen hatte. Am 22 Mai um 22.47 Uhr geht die Welt für Kerstin und Markus unter, denn ihr einziges Kind, die 12-jährige Sofie stirbt. Unter die Traurigkeit mischt sich auch Entsetzen. Denn ihr Unglück, der Verlust der geliebten Tochter, wird politisch ausgeschlachtet. Markus nimmt Kontakt mit der Familie des Täters auf, da die positive Lebenseinstellung ein grosses Merkmal von Sofie war. Jan Costin Wagner hat mich mit seinem Roman "Eden" berührt. Bis ins Innerste! Der Verlust ihrer Tochter und die Tragödie erschüttern Markus und Kerstin, Sofies Eltern. Ihnen wird auch die Zukunft mit ihrem einzigen Kind geraubt. Auf einen Schlag ist da nichts mehr, nur noch Leere. Erinnerungen an den lebenslustigen Teenager ist alles, was zurückbleibt. Sofie ist 12 Jahre alt, als sie getötet wird. Aus der Sicht der verschiedensten Figuren liest man, wie sich das Leben weiterentwickelt nach dem Anschlag. Vater Markus kommt zu Wort, Mutter Kerstin, Sofies Tante Isabel und ihre Cousine Lotte, die auch am Konzert waren und Tobias, ein Freund von Sofie. Und auch der Selbstmordattentäter bekommt seine Kapitel. Seine Gedanken mit krudem Stolz erzählt, konnte ich fast nicht ertragen. Obwohl der Unglücksabend nur vage angedeutet wird, kann man sich ausmalen, was geschehen ist. Ich hatte Gänsehaut und es hat mich betroffen gemacht. Natürlich auch mit dem Wissen im Hinterkopf, dass genau solche Anschläge in der realen Welt geschehen. Immer wieder! Der Schreibstil empfand ich als stakkatoartig, jedoch ausdrucksstark. Kurz und bündig erzählt der Autor, was geschieht. Gefühle werden eher nüchtern beschrieben. Und trotzdem liest man zwischen den Zeilen, wie gross die Trauer und Verzweiflung ist. Sehr gut ausgearbeitet hat der Autor die unterschiedlichen Arten und Ebenen des Trauerprozesses. Markus zum Beispiel geht an die Öffentlichkeit. Er nimmt Kontakt zu der Familie des Attentäters auf und versucht mit seiner ganz eigenen Auffassung den Tod der geliebten Tochter zu verarbeiten. Für Kerstin hingegen ist die Wut ein Ventil. Wut, die sich gegen ihren Mann richtet, der die Überraschung, den Konzertbesuch für Sofie organisiert hat. Die Geschichte zeigt deutlich, wie unterschiedlich Trauerprozesse verlaufen und wie jeder Mensch anders trauert.

3.5

Beklemmende Trauerverarbeitung

Beklemmende Trauerverarbeitung Nachdem es bei einem Konzert zu einem Terroranschlag kommt, bei dem u.a. Die 11 jährige Sofie stirbt, stürzt dies die Familie in tiefe Trauer. Es war sehe beklemmende und spannend zu lesen, wie unterschiedlich mit dem gewaltsamen Verlust umgegangen wird. Während der Vater alles recherchieren und aufarbeiten will, verdrängt die Mutter zunächst die Situation und versucht die Vorwürfe und Schuldzuweisungen gegen ihren Mann runterzuschlucken. Die Geschichte hat mir an sich gut gefallem, man konnte auch die Beweggründe der einzelnen Protagonisten nachvollziehen aber richtig nah bin ich Ihnen nicht gekommen. Der Schreibstil war etwas distanziert trotz der Thematik, sodass mir die Nähe zu den Charakteren gefehlt hat.

4.5

Jan Costin Wagner gelingt mit Eden ein leiser, aber eindringlicher Roman über das Unbegreifliche. Ohne dramatische Überhöhung, dafür mit psychologischer Genauigkeit, zeichnet er das Bild einer Gesellschaft im Ausnahmezustand – und stellt die existenzielle Frage, wie Trauer, Wut und Liebe nebeneinander bestehen können.

Wieviel kann ein Mensch ertragen? Und wie lebt man weiter, wenn das eigene Kind stirbt? In Eden von Jan Costin Wagner, erschienen 2025 im Galiani Verlag geht der Autor genau diesen Fragen nach. Was Markus und Kerstin widerfährt, ist der denkbar schlimmste Albtraum: Bei einem Konzert ihrer Lieblingssängerin kommt ihre Tochter bei einem Sprengstoffanschlag in der Veranstaltungshalle ums Leben. Das ist kein Spoiler – es geschieht bereits auf den ersten Seiten. Im weiteren Verlauf wechselt Wagner beinahe drehbuchartig zwischen unterschiedlichen Figuren und Perspektiven. So entsteht ein vielschichtiges Bild der Reaktionen auf eine solche Tat: persönliches Trauma, verzweifelte Hoffnung, erschöpfte Kraft – aber auch Hass, Vorverurteilungen und gesellschaftliche Zersplitterung. Wagner erzählt dabei durchgehend sensibel und niemals effekthascherisch. Er verzichtet auf Pathos und große Worte, erreicht jedoch mit leisen, präzisen Andeutungen eine enorme emotionale Wucht. Die verschiedenen Protagonist:innen – Angehörige, Freund:innen, Unbeteiligte – werden zu einem Spiegel der Gesellschaft. Und der Leser muss aushalten, was dieses Roman gewordene Psychogramm einer Katastrophe offenlegt: die angsterfüllten, mitunter hasserfüllten Stimmen, die solche Taten unweigerlich freisetzen. Jan Costin Wagner gelingt mit Eden ein leiser, aber eindringlicher Roman über das Unbegreifliche. Ohne dramatische Überhöhung, dafür mit psychologischer Genauigkeit, zeichnet er das Bild einer Gesellschaft im Ausnahmezustand – und stellt die existenzielle Frage, wie Trauer, Wut und Liebe nebeneinander bestehen können.

Jan Costin Wagner gelingt mit Eden ein leiser, aber eindringlicher Roman über das Unbegreifliche. Ohne dramatische Überhöhung, dafür mit psychologischer Genauigkeit, zeichnet er das Bild einer Gesellschaft im Ausnahmezustand – und stellt die existenzielle Frage, wie Trauer, Wut und Liebe nebeneinander bestehen können.
5

Sehr intensiv

Markus überrascht seine Tochter mit Karten für ein Konzert ihrer Lieblingssängerin. Während Sophie mit ihrer Tante und Cousine auf dem Konzert ist, wartet Markus in einem nahegelegenen Lokal. Als das Konzert zu Ende ist und alle Besucher zum Ausgang strömen, explodiert die Bombe eines Selbstmordattentäters. Sophie gehört zu den Opfern. Die Eltern von Sophie gehen mit dem Verlust ganz unterschiedlich um. Kerstin ist in sich gekehrt und Markus versucht es mit Aktionismus.  Die verschiedenen Herangehensweisen, um mit der Trauer umzugehen und auch die unterschiedlichen Stadien der Trauerbewältigung sind beeindruckend nachvollziehbar dargestellt. Ein unheimlich gutes und intensives Buch das auch die Konflikte unserer heutigen Zeit sehr gut aufzeigt.  Man sollte sich aber bewusst sein, dass es etwas mit einem macht.

4

Empfehlenswert

Sofie ist Teenager und lebt in wohl behüteten Verhältnissen mit ihrem Vater Markus und ihrer Mutter Kerstin zusammen. Für ein Referat unterstützt sie ihren Klassenkameraden Tobias, welcher in einer weniger intakten Familie aufwächst. Markus überrascht seine Tochter mit Konzerttickets für ihre Lieblingssängerin und fährt mit ihr, seiner Schwester und seiner Nichte nach Stuttgart, um die drei zum Konzert zu bringen. Doch wird das Ereignis von einem Anschlag überschattet, bei dem Sofie eines der Opfer ist. Danach ist nicht mehr wie es war. Zitat aus dem Buch: „Eden, einen wonnevollen Ort, Ort des paradiesischen Urzustandes vor dem Sündenfall. Vor dem Eintritt des Menschen in das von Leid und Tod gekennzeichnete Weltgeschehen.“ Jan Costin Wagners Roman Eden ist emotional als auch gesellschaftskritisch. Der Schreibstil ist etwas gewöhnungsbedürftig aber man kommt schnell rein. Die Kapitel sind kurz und es lässt sich schnell lesen. Es wird den Opfer und seiner Familie viel Platz in diesem Buch eingeräumt, was ich sehr gut finde. Dadurch bekommt man beim Lesen einen guten Eindruck, was wer durchmacht und wie die Protagonisten mit dem Erlebten umgehen. Es stört mich allerdings, dass der Täter ein Profil bekommen hat, dass von den Medien immer so zerrissen wird und was bei deren Berichterstattung Vorrang hat und unzählige politische Diskussionen auslöst. Allerdings weiß ich nicht, ob mit einem anderen Täterprofil die Geschichte genauso gut funktioniert hätte. Von mir eine klare Leseempfehlung für dieses Buch.

5

Ein toller bewegender Roman ❤️ Ein Trauma einen Menschen zu verlieren Mein Lesehighlight

Wir lernen eine Familie kennen, die immer füreinander da sind. Markus möchte seiner Tochter den größten Wunsch erfüllen. Er schenkt Sofie Konzertkarten für ihre Lieblingssängerin. Zusammen mit ihrer Cousine und ihrer Tante besucht Sofie das Konzert. Markus möchte nach dem Konzert alle wieder abholen. Ein Selbstmordattentäter zündet einen Sprengsatz und Markus findet Sofie nur noch tot vor. Ich kann dieses Buch nicht beschreiben. Die vielen psychologischen Aspekte mit dem Umgang Tod wurden sehr gut beschreiben. Wie Markus sich mit dem Täter befasst, finde ich krass. Er hatte seine eigene Denkweise über den Tod. Beide Elternteile gehen anders mit Sofies Tod um. Der Zusammenhalt scheint zu zerbrechen. Es war für mich sehr emotional. Auch die Mitschüler spielen eine Nebenrolle. Der Umgang mit Trauer trifft jeden, aber hier hatte man keine Chance sich zu verabschieden und es macht einen auch wütend. Aktuell ja auch kein unbekanntes Thema mit Attentätern und ihre Beweggründe Absolute Leseempfehlung Danke an @netgalleyde und @kiwi_verlag.de

5

Ich war auf das Buch gespannt- und habe trotzdem so viel weniger erwartet. Ab dem zweiten Drittel des Buches hätte ungefähr alles passieren können. Pflichtlektüre zum gesellschaftlichen Diskurs!

4.5

Beklemmemd

"Eden" von Costin Wagner ist ein Roman, der nachwirkt! Kerstin, Markus und ihre Tochter Sophie sind eine glückliche Familie, bis Sophie bei einem Konzert Opfer eines Anschlags eines Selbstmordattentäters wird. Markus war Zeuge des Anschlags und versucht, durch Recherchen das Geschehene zu verarbeiten. Kerstin vergräbt sich in sich selbst, redet mit niemanden, nicht einmal mit ihrer Mutter. Eine Familie, die durch das Handeln eines Dritten aus Eden, dem Paradies, vertrieben wird. Wird die Familie zerbrechen oder einen Weg heraus aus der Verzweiflung finden? Wir lernen im Roman aber nicht nur die zerrissene Familie kennen. Sowohl der Täter und seine Familie als auch die Familie von Tobias, einem Schulfreund von Sophie, kommen zu Wort und werden beschrieben. Ein Spagat zwischen den Perspektiven, den Wagner gut beschreibt und mich als Leserin oft den Atem anhalten ließ. Es ist ein leiser Roman, die verschiedenen Charaktere werden gut beschrieben, Eden ist ein Roman, bei dessen Lektüre der Lesende gezwungen wird, sich mit den verschiedenen Perspektiven auseinander zu setzen. Würde ich als Lesender eher handeln wie Markus oder wie Kerstin? Wissen und damit auch erfahren will ich es nicht! Die Familie von Tobias, besonders der Vater ist politisch interessant , war mir aber an einigen Stellen zu viel Nebenhandlung. Eine Leseempfehlung von mir und gute 4 Sterne!

3

Jan Costin Wagner schreibt - dabei kommt immer was Gutes raus!

Ich liebe die Bücher von Jan Costin Wagner, speziell die Finnland Serie. Deswegen mache ich mir keine Gedanken, dass hier etwas schlechtes bei rauskommen würde. Mich hat die Thematik interessiert und was er daraus macht. Leider hat das Buch ziemliche Längen, irgendwann, ich muss es so sagen, ging mit der Vater ziemlich auf den Keks, warum die Wohnung? Ich hätte mir einen größeren Raum für den Mitschüler der Tochter gewünscht, gerade diese Passagen fand ich sehr plausibel beschrieben. Alles in allem ist es trotzdem ein gutes Buch - ich habe es mir allerdings nicht ins Regal neben die anderen Wagners gestellt.

4

Miteinander trotz sagenhafter Differenzen Wütend sein, traurig, verzweifelt, sprachlos, machtlos, verwirrt, verständnislos, distanziert. Suchen nach Gründen, nach Lösungen, nach Inseln, nach Rückzugsorten, nach Antworten, nach Wegen, nach Zeitsprüngen, nach der Zukunft, nach der Gegenwart. Menschen sind schnell dabei, Schuld zuzuweisen und Rollen festzulegen. Es ist leicht, eine*n Täter*in zu bestimmen und ein Opfer. Der persönliche Schmerz übernimmt die Führung, das Handeln wird eine Reaktion, keine Aktion. Und dann gibt es noch diejenigen, die, obwohl sie selbst betroffen sind, nach Antworten suchen, die hinter dem eigenen Horizont liegen. Sie wollen verstehen, das ganze Bild erfassen und urteilen, aber nicht verurteilen. Wie der Vater des Opfers und der beste Freund. Mit #Eden liegt ein starker Roman vor. Unbequem, weitsichtig, sprachgewaltig ob der Sprachlosigkeit. Es geht um die ganz großen Themen: Diskursfähigkeit in Zeiten populistischer Phrasen. Annäherung, obwohl die Distanz unüberwindbar scheint. Die Sprache spielt immer wieder mit diesem Wechsel aus Nähe und Distanz, Lärm und Stille, Dunkelheit auf der einen Seite, Licht und Farben auf der anderen. Albträume, Stille und das Hilflose sind grau, das Bewusste und Interaktive ist bunt. Wer mittendrin ist, ist zu nah dran, um etwas erkennen zu können, muss Distanz schaffen. Der Alkoholismus der Mutter, die Nazi-Parolen des Vaters sind hohl und zerstörerisch. Alles, was anders ist, bereichert und verstehen hilft, ist freudig und farbig. In der Romanbeschreibung steht, es geht um Instrumentalisierung, politische Einflussnahme, gesellschaftliche Kluften. Ja. Aber es geht auch darum, dass es die 12-jährigen sind, die die Welt neu denken und das Miteinander verändern. Sie verstehen, dass dezidierte Debatten wichtig sind und ein soziales Miteinander, trotz aller Differenzen. Sie sind diejenigen, die sich erwachsen verhalten, während die Erwachsenen in den emotionalen Mustern von Kindern feststecken. Eden ist ein ganz starker Roman, der mich an «Die spürst Du nicht» erinnert hat aber auch an Ferdinand von Schirach. Mit einer ganz eigenen Sprache und viel Schönheit im Angesicht des Grauens. Ich mochte ihn sehr und schätze seine aktuelle Relevanz sehr. Danke an netgalleyde und Kiepenheuer & Witsch für das Rezensionsexemplar, ich habe es sehr gerne gelesen und kann es ausnahmslos empfehlen.

4

Mit „Eden“ erzählt Jan Costin Wagner eine zutiefst bewegende Geschichte über eine Familie, die nach einem traumatischen Anschlag mit dem Verlust ihres Kindes und dem Auseinanderbrechen der Welt, wie sie sie kannten, konfrontiert wird. Wagner, bekannt durch seine Kimmo-Joentaa-Reihe, ist vielfach ausgezeichneter Krimiautor und wagt sich hier an ein politisch wie emotional sensibles Thema. Für mich war dieses Buch Teil der #NetGalleyDEChallenge2025 – danke an NetGalley und Galiani Berlin für das Rezensionsexemplar! Worum geht's? Markus, Kerstin und ihre Tochter Sofie führen ein liebevolles, eng verbundenes Familienleben. Ein Geschenk – Konzertkarten für Sofies Lieblingssängerin – wird für Markus zum Auslöser unvorstellbaren Schmerzes, denn auf dem Konzert kommt es zu einem Terroranschlag. Sofie stirbt. Zurück bleiben die Eltern, die auf sehr unterschiedliche Weise versuchen, mit ihrer Trauer, dem Trauma und der Leere umzugehen. Während Kerstin sich zunehmend verliert, ringt Markus um Halt und Menschlichkeit. Er beschließt, das Gespräch zu suchen – mit sich selbst, mit anderen und schließlich sogar mit der Familie des Attentäters. Parallel dazu zeigt der Roman, wie politisch aufgeladene Themen wie Hass, Ideologie, Verschwörungserzählungen oder gesellschaftliche Spaltung subtil in den Alltag einsickern. Meine Meinung Mich hat das Buch tief berührt – auch wenn das Cover auf mich eher unscheinbar wirkte, war ich vom Klappentext sofort angezogen. Die Geschichte ist schwer, emotional und intensiv – ich habe sie während meines Urlaubs innerhalb kürzester Zeit verschlungen. Wagners Sprache ist zurückhaltend, fast leise, aber gerade dadurch sehr wirkungsvoll. Viele Passagen haben mich innehalten lassen. Besonders gelungen fand ich die multiperspektivische Erzählweise, die verschiedene Blickwinkel auf Trauer, Schuld, Sprachlosigkeit und gesellschaftliche Verantwortung ermöglicht. Die Trauerphasen werden spürbar: Markus‘ Versuch, rational zu bleiben, Kerstins Rückzug, das Unverständnis im Umfeld. Ich konnte nicht alle Reaktionen nachvollziehen – vielleicht gerade deshalb, weil ich glücklicherweise nie Ähnliches erlebt habe. Umso mehr habe ich die stille Wucht dieses Romans gespürt. Ein besonders kraftvolles Zitat: „Es ist gut, dass die Liebe da ist, auch wenn sie das einzige Problem ist. Der Hass kann die Liebe nicht beseitigen, er kann sie nur in Trauer und in bittere, schöne Erinnerungen verwandeln und damit zum schärfsten Schwert machen, das es gibt.“ (S. 77) Wagner gelingt es, menschliche Abgründe mit viel Feingefühl darzustellen. Auch die Kritik am politischen Umgang mit persönlichen Schicksalen kommt durch – allerdings bleiben viele dieser gesellschaftspolitischen Aspekte nur angerissen. Themen wie AfD, Coronaleugner:innen, Rassismus und Verschwörungserzählungen tauchen auf, aber nie tief genug, um wirklich einen nachhaltigen Diskurs zu eröffnen. Das hätte ich mir pointierter gewünscht. Die Frage nach der Motivation des Täters ist heikel. In der Figur Ayoub wird versucht, die Radikalisierung zu erklären. Dennoch bleibt für mich die Frage offen: Musste der Täter in Eden zwingend muslimisch sein, wenn das Thema ohnehin nicht differenziert vertieft werden kann? Fazit „Eden“ ist ein Roman, der unter die Haut geht. Sprachlich feinfühlig und emotional präzise zeigt Jan Costin Wagner, was Verlust mit uns macht – als Individuen und als Gesellschaft. Die politischen Nebenstränge bleiben etwas blass, aber das Kernmotiv der Empathie und des Nicht-Aufgebens hat mich stark bewegt. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!

5

Besonders, wenn man selbst Kinder hat, die in dem Alter sind, fällt das Lesen nicht immer leicht. Die Idee von dem Buch könnte aufgrund des Terroranschlags nach einem Popkonzert von Ariana Grande 1997 in Manchester entstanden sein, was es um so realistischer macht. Einfühlsam werden die Gedanken, Gefühle und Handlungen von einem Klassenkollegen, den Eltern, dem getöteten Mädchen und dem Attentäter geschildert und auch, wie das Umfeld darauf reagiert. Zwischendurch muss man Pausen machen, um das Gesagte zu überdenken und zu verarbeiten. Als einziges Manko könnte man dem Buch ankreiden, dass die Sprache aller Personen gleich ist. Der Autor hätte hier noch Unterschiede machen können, aber es könnte auch Absicht sein, um zu zeigen, dass wir innerlich alle gleich sind. Ein sehr gelungener Roman, den ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann. Allerdings nichts für schwache Nerven.

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