Eden
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Beschreibung
Das berührende Porträt einer verschlossenen Sprachwissenschaftlerin aus Reykjavík, die ihre akademische Laufbahn an den Nagel hängt und aufs Land zieht. Von der Dorfgemeinschaft aus der Reserve gelockt, beginnt sie ein neues, ein ganz anderes Leben.
Alba ist Dozentin an der Universität von Reykjavík, als Expertin für aussterbende Sprachen fliegt sie von einer Konferenz zur nächsten. Wie viele Bäume muss ich pflanzen, fragt sie sich, um meinen CO2-Fußabdruck zu kompensieren? Wenig später erwirbt sie außerhalb von Reykjavík ein altes Haus mit einem Stück Land. Ihr Leben in der Hauptstadt interessiert sie immer weniger, es ist Zeit, sich neu zu erfinden. Immer mehr fügt sie sich in die Dorfgemeinschaft ein. Es ist, als hätte man dort nur auf sie gewartet. Chor und Theaterverein suchen neue Mitglieder und die im Dorf ansässigen Flüchtlinge brauchen eine Sprachlehrerin. Eine mütterliche Beziehung entsteht zu dem 16-jährigen Waisen Danyel, mit dessen Hilfe sie an ihrem Garten Eden baut - ihrem Zufluchtsort in einer immer chaotischer werdenden Welt.
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Audur Ava Ólafsdóttir, eine der besten Schriftstellerinnen Islands, lebt in Reykjavík. Sie schreibt Romane, Theaterstücke und Gedichte. Ihre Bücher, in 25 Sprachen übersetzt, wurden vielfach ausgezeichnet. Für ihren Roman Miss Island erhielt sie in Frankreich 2019 den Prix Médicis étranger für den besten ausländischen Roman des Jahres. Im Insel Verlag erschien zuletzt ihr Roman Hotel Silence.
Beiträge
Der leise, tiefgründige und bildhaft erzählte Roman stellt naturnahes Leben und menschliche Nähe in den Mittelpunkt. Seine leichte Sprödigkeit passt zur Landschaft Islands und zur Persönlichkeit Albas. Mir hat er sowohl inhaltlich als auch stilistisch gefallen.
Mit "Eden" von Auður Ava Ólafsdóttir bin ich lesend nach Island gereist und habe Unerwartetes über das Isländische und andere seltene Sprachen gelernt. Im Mittelpunkt dieses Romanes steht die Linguistin Alba, die als Expertin für seltene Sprachen an zahlreichen Konferenzen weltweit teilnimmt. Dabei kämpft mit hohem Engagement für das Überleben jeder dieser Sprachen und der damit verbundenen Identitäten. Doch ihr ist auch bewusst, dass sie mit ihrer Reisetätigkeit die Umwelt belastet. Daraus erwächst in ihr die Idee, zum Ausgleich für ihren CO2-Fussabdruck Bäume zu pflanzen. Sie findet weit draussen auf dem Land ein Haus mit grossem Grundstück und beginnt sich einzurichten. Sie informiert sich über sturmerprobte Pflanzen und beginnt sie zu setzen. Sie ist offen für das, was im Dorf passiert, und beginnt sich zu integrieren. Nach und nach kristallisiert sich heraus, dass es noch einen weiteren Grund für ihren Rückzug aus der Stadt gibt. Der Rückzug aufs Land gibt ihr die Möglichkeit, diese Erfahrung zu verarbeiten. Die Menschen im Dorf sind neugierig auf sie. Sie wird gebraucht. Und je mehr sie im Dorf ankommt, um so mehr lässt sie ihre alten Aufgaben los und übernimmt Verantwortung in ihrem neuen Leben. In diesem Roman geht es in vieler Hinsicht um Sprache. Es geht aber um die Entwicklung von persönlichen Werten und Zielen im Laufe eines Lebens. Eine Arbeit in der Wissenschaft kann für Jahre oder Jahrzehnte Sinn stiften, aber sie kann auch irgendwann den Wunsch hervorrufen, etwas Tatkräftiges und Alltagsnahes zu tun. Genau das erlebt Alba und regt damit zum Nachdenken an.
Dies ist mein zweites Buch der Autorin und sicherlich nicht mein letztes 🤍 Schon mit ihrem Roman "Miss Island" konnte sie mich absolut überzeugen! Die Linguistin und Expertin für aussterbende Sprachen, Alba, reißt von Konferenz zu Konferenz. Immer wieder bleibt ihr Blick und ihre Gedanken bei einem Wort hängen. Z. B. die stammverwandten Wörter heimur und heimili (was für wunderschöne Worte🤍) bedeuten auf isländisch Welt und Zuhause. Das hat mich sehr berührt. Wie schön wäre es wenn das für jede Sprache und jeden Sprachgebrauch weltweit gelten könnte. Die Wrlt als ein Zuhause für jeden Menschen, jedes Lebewesen. Überhaupt geht es in dem Buch sehr viel um Sprache und Wörter. Als Alba in einem Schaufenster ein Inserat mit Schreibfehler entdeckt, entdeckt sie gleichzeitig ein Haus mit großem Grundstück auf dem Land. Um ihrem klimatischen Fußabdruck der vielen Flüge entgegenzuwirken, kauft sie besagtes Gelände und beginnt hunderte von Bäumen zu pflanzen. Was mich besonders an diesem Buch bewegt, ist nicht nur die Story an sich, sondern das Wie, wie sie erzählt wird. Die ruhige, zugewandte Kommunikation mit Albas Mitmenschen, besonders aber mit ihrem Vater, die Beschreibungen der besonderen Natur in Island. Alba grübelt "über die kuriose Tatsache, dass die Skala für Windstärken vom isländischen metereologischen Institut sich auf unserer waldlosen Insel ausgerechnet an Bäumen orientiert." Island ist der drittwindigste Ort auf der Welt. Es sind Begriffe wie "wundrote Morgendämmerung" die mich begeistern. Alba sortiert ihr Leben von Grund auf neu und ich bin so gerne dabei. Der Umgang mit ihren Mitmenschen, ihr Engagement, sie ruht so sehr in sich, ist so zuversichtlich, dass sich alles zum Guten wenden wird. Schafft sich ihren Garten Eden um sich auch selbst versorgen zu können. Wer ein sprachfiligranes, nachenkliches Buch sucht, welches sich mit dem Isländischen, der Natur und Zwischenmenschlichem beschäftigt, ist hier genau richtig. Große Leseempfehlung!
Umbrüche auf Isländisch
Die Protagonistin Alba, Linguistin und Übersetzerin, zieht aus der isländischen Hauptstadt in das ehemalige Haus einer Krimiautorin in der weiten Landschaft der Insel. Wir Leser begleiten sie dabei, wie sie das Haus renoviert, in der kargen Landschaft Islands versucht, Bäume zu pflanzen und die ansässige Bevölkerung immer besser kennenlernt, zu der auch ein geflüchteter Teenager gehört, der sich immer mehr einen Weg in Albas Leben bahnt. Wer eine tempo- und spannungsreiche Handlung sucht, wird in diesem Buch nicht fündig werden. Dafür erhält man eine atmosphärisches Leseerlebnis, das ich sehr geschätzt habe. Die Charakteristik der isländischen Landschaft war nicht nur in den tollen Naturbeobachtungen spürbar. Es fühlt sich an, als ob sich der stille und karge Reichtum der Landschaft auch auf die Figuren übertragen hat, die jede für sich besonders war: Alba, ihr Vater, dessen bester Freund, der Verkäufer im Dorf… jeder hat seine eigene Poesie und Kraft. Ich mochte außerdem die Ausflüge in die Linguistik, die immer wieder eingestreut wurden sowie den unterschwelligen Humor, der sich durch die Figuren, aber auch die Geschehnisse zieht. In diesem Buch wird auch in den Momenten viel erzählt, in denen nichts passiert wird. Wer einmal in diese atmosphärische Stille hören bzw. lesen möchte, dem kann dieses Buch nur empfohlen werden.

Ich habe dieses Buch abends zum Einschlafen gelesen und dafür war es perfekt! Unaufgeregt ohne platt zu sein. Kurze Kapitel, keine sonderlich spannende Storyline, aber auch nicht völlig belanglos. Es mäandert so vor sich hin, man lernt ein bisschen was über die isländische Sprache (wobei ich nicht alles verstanden habe) und kann einfach gemütlich darin versinken. Ich mochte es und die Kritik überlasse ich anderen.
„Eden“ von Auður Ava Ólafsdóttir, Übersetzung: Tina Flecken, ist ein ruhiger, poetisch geschriebener Roman, welcher in Island spielt. Jede einzelne Seite vermittelt die Liebe zur Sprache. Wir begleiten eine wundervolle Hauptfigur, die ungewöhnlich rüber kommen mag, mir aber sehr ans Herz gewachsen ist. Sie zieht aus der Stadt aufs Land, um auf einem Grundstück einen Wald anzupflanzen. Dafür kündigt sie ihren Job und unterrichtet nun Flüchtlinge, die nach Island kamen. Der Roman entschleunigt, regt zum Nachdenken an und geht in die Tiefe. Sprachlich schön geschrieben lassen sich die Seiten gut und schnell lesen. Ich drücke der Übersetzerin sehr die Daumen für den Preis der Leipziger Buchmesse. Mich konnte das Buch, und speziell die Übersetzung wirklich sehr begeistern und mit seiner entschleunigenden Art fesseln. Buchdetails: erschienen am 28.10.2025 im Insel Verlag • 251 Seiten • gelesen als Hardcover (25,00€) [Werbung - Rezensionsexemplar ] ——— #bookstagramgermany #bookstagram #books #reading #lesenverbindet

Die Mitte des Lebens
Eden von Audur Ava Ólafsdóttir ist ein ruhiger, philosophischer Roman über Sprache, Sinnsuche und das Leben. Besonders gefallen haben mir zwei Sätze: „Die Sprache ist das wichtigste Instrument des Menschen in seinem Kampf um Macht.“ „Wir befinden uns immer in der Mitte unseres eigenen Lebens.“ Das Buch erzählt leise und ruhig, bringt aber viele Gedanken über das Leben mit. Für mich vielleicht schon ein Jahreshighlight. Nur das Cover lässt mich grübeln: Elf leere Stellen – aber nur zehn Punkte zum Verteilen. Das bringt meinen inneren Monk kurz durcheinander. 😎
Ein besonderes Buch
Ein Stück Land, eine renovationsbedürftige Hütte, ein Flüchtlingsjunge, die Sprachwissenschaftlerin Alba und die Liebe zur Linguistik, der isländischen Sprache und Island. Warum genau Alba das Leben in Reykiavik hinter sich lässt, aufs Land zieht und dort vorhat, mehr oder weniger Selbstversorgerin zu werden, wird im Buch nicht deutlich beantwortet. Ist es wegen ihrer Affäre zu einem jungen Lyriker? Ist es um ihren klimatischen Fußabdruck zu verringern? Oder ist Alba einfach an einem Punkt in ihrem Leben angekommen, in welchem sie noch einmal eine andere Richtung in ihrem Leben einschlagen will? Das naturnahe, etwas abgeschiedene Leben in einer Dorfgemeinschaft in welcher getratscht wird, wo jeder und jede über jeden und jede Bescheid zu wissen glaubt, sagt Alba zu. Danyel, der wissbegierige Flüchtlingsjunge, der trotz des isländischen Wetters nicht mehr von der Insel wegziehen will, erobert sich in kurzer Zeit einen Platz in Albas Leben. Alba arbeitet freiberuflich weiterhin als Korrekturleserin, unterrichtet Flüchtlinge in der isländischen Sprache, will ihr Stück Land aufforsten und beginnt Gemüse anzubauen (was im rauen isländischen Klima nicht einfach ist). Es scheint, Alba ist mit ihrem genügsamen, bescheidenen Leben glücklich und bei sich angekommen. An den gewöhnungsbedürftigen Schreibstil, der in kurzen Kapiteln gehalten wird und bruchstückhaft aus Albas Leben erzählt, musste ich mich erst gewöhnen. Er verkörpert für mich jedoch perfekt die raue, karge Landschaft Islands und auch die Mentalität der Isländer. Rau. Stark. Freundlich. Hilfsbereit. Das Buch ist eine Liebeserklärung an die isländische Sprache, an aussterbende Sprachen und an die Linguistik. Ausgewählte sprachliche Anekdoten bereichern dieses Buch. So habe ich gelernt, dass es im Isländischen keinen Z gibt, dass es in China eine Sprache gab, die nur Frauen verstanden und dass heimili im Isländischen für Zuhause steht. Schön oder? Das Buch lädt auch ein, sich über unser oft hektisches Leben, einen Alltag voller Termine Gedanken zu machen und ist nicht zuletzt eine Hommage an die Natur Islands. Ein Buch, das in mir noch eine Zeit lang nachhallen wird.

Dieser Roman war für mich pure Entschleunigung. Ein leises, ruhiges Buch. Genau was ich brauchte. Keine riesen Geschichte mit Drama, sondern der interessierte Blick in das Leben von Alba, einer Sprachwissenschaftlerin aus Reykjavík, die ihr Leben ändert. Die die Stadt verlässt und in der Abgeschiedenheit eines Isländischen Dorfes ein Haus kauft, ihren Weg Stück für Stück in die Gemeinschaft und in neue Freundschaften findet. Sie liebt das Ehrliche der wunderschönen Isländischen Natur und will auf dem neu erworbenen Grundstück Bäume Pflanzen, etwas zurückgeben, aufforsten. Verbindendes Element ist immer wieder Sprache. Alba denkt viel über Sprache und ihre Bedeutung nach, hat in Ihrer Universitätslaufbahn eigene Bücher und Essays verfasst und hat Konferenzen über aussterbende Sprachen besucht. Und auch im Dorf kann sie sich und Ihr Wissen einbringen, indem sie Flüchtlinge unterrichtet. Sollte ich drei Dinge nennen, die das Buch für mich ausmachen, dann wären es ... die Macht von Sprache, das Bewusstsein für Natur und die Kraft der Selbstbestimmung. Ein ganz leises Buch mit klarer Sprache, die mich im Kopf selber ausschmücken lässt ohne mir die die Gedankenwelt der Protagonistin vorzugeben.
Von Sprache und schlechtem Wetter
Mir hat der Roman um die Linguistin Alba sehr gut gefallen. Eine leise Geschichte, aber sprachlich wunderschön. Alba ist zu Beginn des Buches unruhig, fast schon hatte ich das Gefühl, eine Linguistinnen-Version von Sheldon Cooper zu lesen, sie kann kaum eine Unterhaltung, kein Telefonat führen ohne sich in Deklinationen und Konjugationen zu ergehen oder über Wortstämme besonderer Wörter zu sinnieren, die ihr beim Gegenüber auffallen. Doch dann kauft Alba, nachdem ihre universitäre Laufbahn durch eine Affäre mit einem Studenten einen Knick bekommen hat, ein Haus mit großem Grundstück auf dem Land und beschließt, dort einen ganzen Wald zu pflanzen. Mit dieser Aufgabe kommt Alba mehr und mehr zur Ruhe, findet ihren Platz bei den kuriosen Dorfbewohnern und eine neue Aufgabe, als sie Geflüchteten die isländische Sprache beibringen darf. Es passiert in diesem Buch nichts weltbewegendes, trotzdem hab ich die Geschichte sehr gern gelesen, durch die Sprache und den feinen Humor, der vor allem durch die schrulligen Nebencharaktere verkörpert wird. Ein schönes Winterbuch zum Einkuscheln.
Ein vielschichtiger und feingliedriger Roman über eine Frau, die sich von Reykjavik verabschiedet und einen Neuanfang im ländlichen Island wagt und sich ihr eigenes Stück Land und neue zwischenmenschliche Beziehungen aufbaut, unter anderem zu einem sechzehnjährigen Flüchtlingsjungen. Beide Erzählstränge, der Rückzug in die Natur sowie die Freundschaft der Protagonistin mit dem jungen Geflüchteten, sind ungemein fein und berührend geschildert, ohne jemals ins Kitschige abzudriften. Dabei entstehen tolle Sprachbilder, die einen mitnehmen in das Land, in dem Licht und Dunkelheit eine Rolle spielen wie in kaum einem anderen. So tauchen sie auch in diesem wunderbaren, stillen Roman immer wieder auf. "Eden" ist ein nahezu erholsamer, unaufgeregter und genau deshalb ganz wundervoller Text. Und für mich als früheren Germanistikstudenten ist der linguistische Aspekt (die Hauptfigur ist Linguistin), der immer wieder seinen Weg in den Text findet, ein zusätzlicher Genuss. Einzig manche Nebenfiguren, wie beispielsweise die Schwester der Protagonistin, sind etwas eindimensional geraten. Das tut dem stillen, aber großen Lesevergnügen, jedoch keinen Abbruch. Ein sinnlicher, nachdenklicher, wundervoller Text aus dem wundervollen Island. Sehr, sehr zu empfehlen!
Ein leiser, bildstarker und emotionsreicher, dabei gediegen kluger Roman über Island, das Leben, Sprache und das Fühlen. Und das Neustarten!
Ich war noch nie auf Island. Gleichzeitig träume ich, als gäbe es kein Brasilien, kein Südfrankreich, kein Ligurien, von dieser Insel. Island, der drittwindstärkste Ort der Welt … einer Sprache, die Windstärke daran misst, wie stark Bäume sich im Wind biegen. Bäume machen gerade einmal 0,3% der gesamten Isländischen Fläche aus. Ich bin Audur Ava Olafsdottir Roman über eine Sprachwissenschaftlerin, Übersetzerin und Korrekturleserin völlig verfallen. So faszinierend ihre Beobachtungsgabe, ihre Menschenliebe, ihr Spiel mit Erwartungen, Klischees und einem Timing, das wirklich bezaubernd wirkt. Und ja, eine Landessprache, in der Begriffe für Heimat und Welt einer einzigen Sprachwurzel entspringen, muss diese Anziehungskraft auf mich auslösen.
Ein tolles entschleunigendes Buch! Wie die Autorin die Liebe der Sprache mit der Liebe zur Natur Islands verwebt, ist so schön. Die Protagonistin kehrt ihrem alten Leben den Rücken zu und fängt nochmal neu an. Dabei ist dieser Umbruch nicht laut, sondern sie beschließt eines Tages, einfach nicht mehr in die Stadt zurück zu fahren. Es passiert nicht viel in dem Buch - aber irgendwie passiert das Leben. Und ich plane jetzt einen Urlaub in Island?
Beschreibung
Das berührende Porträt einer verschlossenen Sprachwissenschaftlerin aus Reykjavík, die ihre akademische Laufbahn an den Nagel hängt und aufs Land zieht. Von der Dorfgemeinschaft aus der Reserve gelockt, beginnt sie ein neues, ein ganz anderes Leben.
Alba ist Dozentin an der Universität von Reykjavík, als Expertin für aussterbende Sprachen fliegt sie von einer Konferenz zur nächsten. Wie viele Bäume muss ich pflanzen, fragt sie sich, um meinen CO2-Fußabdruck zu kompensieren? Wenig später erwirbt sie außerhalb von Reykjavík ein altes Haus mit einem Stück Land. Ihr Leben in der Hauptstadt interessiert sie immer weniger, es ist Zeit, sich neu zu erfinden. Immer mehr fügt sie sich in die Dorfgemeinschaft ein. Es ist, als hätte man dort nur auf sie gewartet. Chor und Theaterverein suchen neue Mitglieder und die im Dorf ansässigen Flüchtlinge brauchen eine Sprachlehrerin. Eine mütterliche Beziehung entsteht zu dem 16-jährigen Waisen Danyel, mit dessen Hilfe sie an ihrem Garten Eden baut - ihrem Zufluchtsort in einer immer chaotischer werdenden Welt.
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Audur Ava Ólafsdóttir, eine der besten Schriftstellerinnen Islands, lebt in Reykjavík. Sie schreibt Romane, Theaterstücke und Gedichte. Ihre Bücher, in 25 Sprachen übersetzt, wurden vielfach ausgezeichnet. Für ihren Roman Miss Island erhielt sie in Frankreich 2019 den Prix Médicis étranger für den besten ausländischen Roman des Jahres. Im Insel Verlag erschien zuletzt ihr Roman Hotel Silence.
Beiträge
Der leise, tiefgründige und bildhaft erzählte Roman stellt naturnahes Leben und menschliche Nähe in den Mittelpunkt. Seine leichte Sprödigkeit passt zur Landschaft Islands und zur Persönlichkeit Albas. Mir hat er sowohl inhaltlich als auch stilistisch gefallen.
Mit "Eden" von Auður Ava Ólafsdóttir bin ich lesend nach Island gereist und habe Unerwartetes über das Isländische und andere seltene Sprachen gelernt. Im Mittelpunkt dieses Romanes steht die Linguistin Alba, die als Expertin für seltene Sprachen an zahlreichen Konferenzen weltweit teilnimmt. Dabei kämpft mit hohem Engagement für das Überleben jeder dieser Sprachen und der damit verbundenen Identitäten. Doch ihr ist auch bewusst, dass sie mit ihrer Reisetätigkeit die Umwelt belastet. Daraus erwächst in ihr die Idee, zum Ausgleich für ihren CO2-Fussabdruck Bäume zu pflanzen. Sie findet weit draussen auf dem Land ein Haus mit grossem Grundstück und beginnt sich einzurichten. Sie informiert sich über sturmerprobte Pflanzen und beginnt sie zu setzen. Sie ist offen für das, was im Dorf passiert, und beginnt sich zu integrieren. Nach und nach kristallisiert sich heraus, dass es noch einen weiteren Grund für ihren Rückzug aus der Stadt gibt. Der Rückzug aufs Land gibt ihr die Möglichkeit, diese Erfahrung zu verarbeiten. Die Menschen im Dorf sind neugierig auf sie. Sie wird gebraucht. Und je mehr sie im Dorf ankommt, um so mehr lässt sie ihre alten Aufgaben los und übernimmt Verantwortung in ihrem neuen Leben. In diesem Roman geht es in vieler Hinsicht um Sprache. Es geht aber um die Entwicklung von persönlichen Werten und Zielen im Laufe eines Lebens. Eine Arbeit in der Wissenschaft kann für Jahre oder Jahrzehnte Sinn stiften, aber sie kann auch irgendwann den Wunsch hervorrufen, etwas Tatkräftiges und Alltagsnahes zu tun. Genau das erlebt Alba und regt damit zum Nachdenken an.
Dies ist mein zweites Buch der Autorin und sicherlich nicht mein letztes 🤍 Schon mit ihrem Roman "Miss Island" konnte sie mich absolut überzeugen! Die Linguistin und Expertin für aussterbende Sprachen, Alba, reißt von Konferenz zu Konferenz. Immer wieder bleibt ihr Blick und ihre Gedanken bei einem Wort hängen. Z. B. die stammverwandten Wörter heimur und heimili (was für wunderschöne Worte🤍) bedeuten auf isländisch Welt und Zuhause. Das hat mich sehr berührt. Wie schön wäre es wenn das für jede Sprache und jeden Sprachgebrauch weltweit gelten könnte. Die Wrlt als ein Zuhause für jeden Menschen, jedes Lebewesen. Überhaupt geht es in dem Buch sehr viel um Sprache und Wörter. Als Alba in einem Schaufenster ein Inserat mit Schreibfehler entdeckt, entdeckt sie gleichzeitig ein Haus mit großem Grundstück auf dem Land. Um ihrem klimatischen Fußabdruck der vielen Flüge entgegenzuwirken, kauft sie besagtes Gelände und beginnt hunderte von Bäumen zu pflanzen. Was mich besonders an diesem Buch bewegt, ist nicht nur die Story an sich, sondern das Wie, wie sie erzählt wird. Die ruhige, zugewandte Kommunikation mit Albas Mitmenschen, besonders aber mit ihrem Vater, die Beschreibungen der besonderen Natur in Island. Alba grübelt "über die kuriose Tatsache, dass die Skala für Windstärken vom isländischen metereologischen Institut sich auf unserer waldlosen Insel ausgerechnet an Bäumen orientiert." Island ist der drittwindigste Ort auf der Welt. Es sind Begriffe wie "wundrote Morgendämmerung" die mich begeistern. Alba sortiert ihr Leben von Grund auf neu und ich bin so gerne dabei. Der Umgang mit ihren Mitmenschen, ihr Engagement, sie ruht so sehr in sich, ist so zuversichtlich, dass sich alles zum Guten wenden wird. Schafft sich ihren Garten Eden um sich auch selbst versorgen zu können. Wer ein sprachfiligranes, nachenkliches Buch sucht, welches sich mit dem Isländischen, der Natur und Zwischenmenschlichem beschäftigt, ist hier genau richtig. Große Leseempfehlung!
Umbrüche auf Isländisch
Die Protagonistin Alba, Linguistin und Übersetzerin, zieht aus der isländischen Hauptstadt in das ehemalige Haus einer Krimiautorin in der weiten Landschaft der Insel. Wir Leser begleiten sie dabei, wie sie das Haus renoviert, in der kargen Landschaft Islands versucht, Bäume zu pflanzen und die ansässige Bevölkerung immer besser kennenlernt, zu der auch ein geflüchteter Teenager gehört, der sich immer mehr einen Weg in Albas Leben bahnt. Wer eine tempo- und spannungsreiche Handlung sucht, wird in diesem Buch nicht fündig werden. Dafür erhält man eine atmosphärisches Leseerlebnis, das ich sehr geschätzt habe. Die Charakteristik der isländischen Landschaft war nicht nur in den tollen Naturbeobachtungen spürbar. Es fühlt sich an, als ob sich der stille und karge Reichtum der Landschaft auch auf die Figuren übertragen hat, die jede für sich besonders war: Alba, ihr Vater, dessen bester Freund, der Verkäufer im Dorf… jeder hat seine eigene Poesie und Kraft. Ich mochte außerdem die Ausflüge in die Linguistik, die immer wieder eingestreut wurden sowie den unterschwelligen Humor, der sich durch die Figuren, aber auch die Geschehnisse zieht. In diesem Buch wird auch in den Momenten viel erzählt, in denen nichts passiert wird. Wer einmal in diese atmosphärische Stille hören bzw. lesen möchte, dem kann dieses Buch nur empfohlen werden.

Ich habe dieses Buch abends zum Einschlafen gelesen und dafür war es perfekt! Unaufgeregt ohne platt zu sein. Kurze Kapitel, keine sonderlich spannende Storyline, aber auch nicht völlig belanglos. Es mäandert so vor sich hin, man lernt ein bisschen was über die isländische Sprache (wobei ich nicht alles verstanden habe) und kann einfach gemütlich darin versinken. Ich mochte es und die Kritik überlasse ich anderen.
„Eden“ von Auður Ava Ólafsdóttir, Übersetzung: Tina Flecken, ist ein ruhiger, poetisch geschriebener Roman, welcher in Island spielt. Jede einzelne Seite vermittelt die Liebe zur Sprache. Wir begleiten eine wundervolle Hauptfigur, die ungewöhnlich rüber kommen mag, mir aber sehr ans Herz gewachsen ist. Sie zieht aus der Stadt aufs Land, um auf einem Grundstück einen Wald anzupflanzen. Dafür kündigt sie ihren Job und unterrichtet nun Flüchtlinge, die nach Island kamen. Der Roman entschleunigt, regt zum Nachdenken an und geht in die Tiefe. Sprachlich schön geschrieben lassen sich die Seiten gut und schnell lesen. Ich drücke der Übersetzerin sehr die Daumen für den Preis der Leipziger Buchmesse. Mich konnte das Buch, und speziell die Übersetzung wirklich sehr begeistern und mit seiner entschleunigenden Art fesseln. Buchdetails: erschienen am 28.10.2025 im Insel Verlag • 251 Seiten • gelesen als Hardcover (25,00€) [Werbung - Rezensionsexemplar ] ——— #bookstagramgermany #bookstagram #books #reading #lesenverbindet

Die Mitte des Lebens
Eden von Audur Ava Ólafsdóttir ist ein ruhiger, philosophischer Roman über Sprache, Sinnsuche und das Leben. Besonders gefallen haben mir zwei Sätze: „Die Sprache ist das wichtigste Instrument des Menschen in seinem Kampf um Macht.“ „Wir befinden uns immer in der Mitte unseres eigenen Lebens.“ Das Buch erzählt leise und ruhig, bringt aber viele Gedanken über das Leben mit. Für mich vielleicht schon ein Jahreshighlight. Nur das Cover lässt mich grübeln: Elf leere Stellen – aber nur zehn Punkte zum Verteilen. Das bringt meinen inneren Monk kurz durcheinander. 😎
Ein besonderes Buch
Ein Stück Land, eine renovationsbedürftige Hütte, ein Flüchtlingsjunge, die Sprachwissenschaftlerin Alba und die Liebe zur Linguistik, der isländischen Sprache und Island. Warum genau Alba das Leben in Reykiavik hinter sich lässt, aufs Land zieht und dort vorhat, mehr oder weniger Selbstversorgerin zu werden, wird im Buch nicht deutlich beantwortet. Ist es wegen ihrer Affäre zu einem jungen Lyriker? Ist es um ihren klimatischen Fußabdruck zu verringern? Oder ist Alba einfach an einem Punkt in ihrem Leben angekommen, in welchem sie noch einmal eine andere Richtung in ihrem Leben einschlagen will? Das naturnahe, etwas abgeschiedene Leben in einer Dorfgemeinschaft in welcher getratscht wird, wo jeder und jede über jeden und jede Bescheid zu wissen glaubt, sagt Alba zu. Danyel, der wissbegierige Flüchtlingsjunge, der trotz des isländischen Wetters nicht mehr von der Insel wegziehen will, erobert sich in kurzer Zeit einen Platz in Albas Leben. Alba arbeitet freiberuflich weiterhin als Korrekturleserin, unterrichtet Flüchtlinge in der isländischen Sprache, will ihr Stück Land aufforsten und beginnt Gemüse anzubauen (was im rauen isländischen Klima nicht einfach ist). Es scheint, Alba ist mit ihrem genügsamen, bescheidenen Leben glücklich und bei sich angekommen. An den gewöhnungsbedürftigen Schreibstil, der in kurzen Kapiteln gehalten wird und bruchstückhaft aus Albas Leben erzählt, musste ich mich erst gewöhnen. Er verkörpert für mich jedoch perfekt die raue, karge Landschaft Islands und auch die Mentalität der Isländer. Rau. Stark. Freundlich. Hilfsbereit. Das Buch ist eine Liebeserklärung an die isländische Sprache, an aussterbende Sprachen und an die Linguistik. Ausgewählte sprachliche Anekdoten bereichern dieses Buch. So habe ich gelernt, dass es im Isländischen keinen Z gibt, dass es in China eine Sprache gab, die nur Frauen verstanden und dass heimili im Isländischen für Zuhause steht. Schön oder? Das Buch lädt auch ein, sich über unser oft hektisches Leben, einen Alltag voller Termine Gedanken zu machen und ist nicht zuletzt eine Hommage an die Natur Islands. Ein Buch, das in mir noch eine Zeit lang nachhallen wird.

Dieser Roman war für mich pure Entschleunigung. Ein leises, ruhiges Buch. Genau was ich brauchte. Keine riesen Geschichte mit Drama, sondern der interessierte Blick in das Leben von Alba, einer Sprachwissenschaftlerin aus Reykjavík, die ihr Leben ändert. Die die Stadt verlässt und in der Abgeschiedenheit eines Isländischen Dorfes ein Haus kauft, ihren Weg Stück für Stück in die Gemeinschaft und in neue Freundschaften findet. Sie liebt das Ehrliche der wunderschönen Isländischen Natur und will auf dem neu erworbenen Grundstück Bäume Pflanzen, etwas zurückgeben, aufforsten. Verbindendes Element ist immer wieder Sprache. Alba denkt viel über Sprache und ihre Bedeutung nach, hat in Ihrer Universitätslaufbahn eigene Bücher und Essays verfasst und hat Konferenzen über aussterbende Sprachen besucht. Und auch im Dorf kann sie sich und Ihr Wissen einbringen, indem sie Flüchtlinge unterrichtet. Sollte ich drei Dinge nennen, die das Buch für mich ausmachen, dann wären es ... die Macht von Sprache, das Bewusstsein für Natur und die Kraft der Selbstbestimmung. Ein ganz leises Buch mit klarer Sprache, die mich im Kopf selber ausschmücken lässt ohne mir die die Gedankenwelt der Protagonistin vorzugeben.
Von Sprache und schlechtem Wetter
Mir hat der Roman um die Linguistin Alba sehr gut gefallen. Eine leise Geschichte, aber sprachlich wunderschön. Alba ist zu Beginn des Buches unruhig, fast schon hatte ich das Gefühl, eine Linguistinnen-Version von Sheldon Cooper zu lesen, sie kann kaum eine Unterhaltung, kein Telefonat führen ohne sich in Deklinationen und Konjugationen zu ergehen oder über Wortstämme besonderer Wörter zu sinnieren, die ihr beim Gegenüber auffallen. Doch dann kauft Alba, nachdem ihre universitäre Laufbahn durch eine Affäre mit einem Studenten einen Knick bekommen hat, ein Haus mit großem Grundstück auf dem Land und beschließt, dort einen ganzen Wald zu pflanzen. Mit dieser Aufgabe kommt Alba mehr und mehr zur Ruhe, findet ihren Platz bei den kuriosen Dorfbewohnern und eine neue Aufgabe, als sie Geflüchteten die isländische Sprache beibringen darf. Es passiert in diesem Buch nichts weltbewegendes, trotzdem hab ich die Geschichte sehr gern gelesen, durch die Sprache und den feinen Humor, der vor allem durch die schrulligen Nebencharaktere verkörpert wird. Ein schönes Winterbuch zum Einkuscheln.
Ein vielschichtiger und feingliedriger Roman über eine Frau, die sich von Reykjavik verabschiedet und einen Neuanfang im ländlichen Island wagt und sich ihr eigenes Stück Land und neue zwischenmenschliche Beziehungen aufbaut, unter anderem zu einem sechzehnjährigen Flüchtlingsjungen. Beide Erzählstränge, der Rückzug in die Natur sowie die Freundschaft der Protagonistin mit dem jungen Geflüchteten, sind ungemein fein und berührend geschildert, ohne jemals ins Kitschige abzudriften. Dabei entstehen tolle Sprachbilder, die einen mitnehmen in das Land, in dem Licht und Dunkelheit eine Rolle spielen wie in kaum einem anderen. So tauchen sie auch in diesem wunderbaren, stillen Roman immer wieder auf. "Eden" ist ein nahezu erholsamer, unaufgeregter und genau deshalb ganz wundervoller Text. Und für mich als früheren Germanistikstudenten ist der linguistische Aspekt (die Hauptfigur ist Linguistin), der immer wieder seinen Weg in den Text findet, ein zusätzlicher Genuss. Einzig manche Nebenfiguren, wie beispielsweise die Schwester der Protagonistin, sind etwas eindimensional geraten. Das tut dem stillen, aber großen Lesevergnügen, jedoch keinen Abbruch. Ein sinnlicher, nachdenklicher, wundervoller Text aus dem wundervollen Island. Sehr, sehr zu empfehlen!
Ein leiser, bildstarker und emotionsreicher, dabei gediegen kluger Roman über Island, das Leben, Sprache und das Fühlen. Und das Neustarten!
Ich war noch nie auf Island. Gleichzeitig träume ich, als gäbe es kein Brasilien, kein Südfrankreich, kein Ligurien, von dieser Insel. Island, der drittwindstärkste Ort der Welt … einer Sprache, die Windstärke daran misst, wie stark Bäume sich im Wind biegen. Bäume machen gerade einmal 0,3% der gesamten Isländischen Fläche aus. Ich bin Audur Ava Olafsdottir Roman über eine Sprachwissenschaftlerin, Übersetzerin und Korrekturleserin völlig verfallen. So faszinierend ihre Beobachtungsgabe, ihre Menschenliebe, ihr Spiel mit Erwartungen, Klischees und einem Timing, das wirklich bezaubernd wirkt. Und ja, eine Landessprache, in der Begriffe für Heimat und Welt einer einzigen Sprachwurzel entspringen, muss diese Anziehungskraft auf mich auslösen.

























