Die Welt in Meran - Walzerblut

Die Welt in Meran - Walzerblut

Taschenbuch
4.84

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Beschreibung

Meran im Fasching 1872: Zwischen Maskenbällen und Kurbetrieb kreuzen sich die Schicksalswege von Menschen, die mehr verbindet, als sie ahnen: Den Korsen Benedetti führt ein dunkles Geheimnis in die Passerstadt. Wird er den Mut haben, das Richtige zu tun? Die junge Helen wiederum soll in Meran eine gute Partie machen. Bald wecken gleich zwei Männer ihr Interesse, doch nur einem kann sie vertrauen. Der jüdische Arzt Hirsch erforscht das neue Gebiet der Seelenheilkunde. Aber beherzigt er selbst den Rat, den er anderen gibt? Zwei Tiroler Schwestern stemmen sich mit ihren Träumen gegen die Familientradition. Und dann ist da noch Rosa Martini: Die ladinische Waise schuftet in der Spinnerei, erlebt Ausbeutung und Elend. Als sich ihr eine einmalige Chance bietet, greift sie entschlossen zu … MERAN, BOZEN, ROVERETO, SALURN: Angela Marina Reinhardt entwirft in ihrem breit angelegten historischen Roman ein farbenprächtiges Panorama Südtirols im ausgehenden 19. Jahrhundert.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Historische Romane
Sub-Genre
N/A
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
436
Preis
16.50 €

Autorenbeschreibung

Angela Marina Reinhardt ist Autorin historischer Romane und lebt mit ihrer Familie bei Bonn. Sie hat auch unter Pseudonymen wie z.B. Angela Lund veröffentlicht. Ihr Roman "Eismusik" (Droemer) stand 2024 auf der Shortlist des DELIA-Literaturpreises. Ihre Romane spielen meist im 19. oder 20. Jahrhundert – in verschiedenen Regionen Europas, besonders aber in ihrer literarischen Herzensheimat Italien.

Beiträge

4
Alle
5

Ein spannender historischer Roman mit lebendigen Figuren und fesselnder Handlung. Besonders gelungen sind die Einblicke in Medizin und Gesellschaft des 19. Jahrhunderts.

Ich war gespannt auf das Buch – und wurde nicht enttäuscht. Ich bin schnell in die Geschichte hineingekommen und hatte von Anfang an das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein. Das Buch hat mich sofort gepackt. Der Schreibstil ist leicht verständlich und angenehm zu lesen. Man kann der Handlung gut folgen, weil alles flüssig erzählt wird. Ich konnte mir die Orte und Situationen sehr gut vorstellen. Besonders schön fand ich, dass man mehrere Personen begleitet, die aus verschiedenen Gründen nach Meran kommen. Ihre Lebenswege kreuzen sich – zum Beispiel bei Benedetti mit einem dunklen Geheimnis, der jungen Helen, die zwischen zwei Männern steht, einem jüdischen Arzt und mehreren Frauen, die gegen schwere Lebensumstände kämpfen. Alle Figuren haben ihre eigenen Probleme und Träume, was die Geschichte spannend und abwechslungsreich macht. Nach und nach erfährt man mehr über ihr Leben und ihre Gedanken; dadurch wirken sie lebendig und echt. Spannend war auch, dass es Geheimnisse gibt, die sich erst am Ende auflösen. So bleibt man neugierig, wie alles zusammenhängt. Am meisten haben mich die geschichtlichen Inhalte beeindruckt. Ich habe viel Neues gelernt, besonders über die Medizin und das soziale Leben im 19. Jahrhundert. Diese Informationen passen gut zur Handlung und unterbrechen den Lesefluss nicht. Das Buch hat mir sehr gut gefallen, und ich bin gespannt, wie es mit den Protagonisten weitergeht.

5

Wunderbarer Roman

Wir sind im Meran 1872. Die Stadt ist bei den höheren Gesellschaftsschichten der K.u.K-Monarchie und darüber hinaus beliebt als Kurort. Wir lesen von der jungen Helen von Burt die mit ihrer Tante und einer Hofdame Königin Victorias im Passerhof der Familie Haller logiert. Helen soll endlich eine geeigneten Mann finden. Wir lernen die Familie Montalban kennen, die im Schloß Waldegg residiert und dessen Neffe eine gute Partie abgeben würde,. Auch erfahren wir einiges über den ledigen Korsen Vicomte Jean de Bendotti, der ein schweres Kriegstrauma in Meran loswerden will und von Max von Montalban, seinem ehemaligen Schulkameraden, zur Redoute aufs Schloss eingeladen wird, genauso wie Helen. Dr. Hirsch, neuer Arzt in Meran, will Benedotti helfen in dem er sich der neuen medizinischen Richtung, der Seelenschau bedient. Als dann das Zimmermädchen Anna, das für Helen zuständig ist, verschwindet und sich auch Jean für sie interessiert verknüpfen sich die Erzählstränge dramatisch. Trotz der vielen Leute ergibt das alles eine runde Sache. Wir bekommen ein Sittengemälde der damaligen Zeit und man fiebert mit Helen, Jean und Anna mit. Die Autorin hat sehr gut recherchiert und fängt die Stimmung in einem südtiroler Kurort zur Faschingszeit 1872 sehr gut ein. Eine klare Leseempfehlung von mir und ich freue mich auf den 2. Teil.

4

Die Autorin Angela Marina Reinhardt nimmt uns mit dem ersten Teil „Die Welt in Meran – Walzerblut“ mit in die Stadt Meran in der Faschingszeit 1872. Helen reist mit ihrer Tante Lady Greville in den Kurort. Ziel ist es, Helen bei den Gesellschaften vor Ort endlich unter die Haube zu bekommen. So sieht es zumindest ihre Tante. Denn das sei wohl längst überfällig. Und dann lernt Helen auch gleich zwei potenzielle Kandidaten kennen; den Erben Maximilian von Montalban und den geheimnisvollen korsischen General Jean Benedetti. Aber neben den vorgenannten Figuren lernt man zwischen den Seiten noch viele andere Personen kennen. Das hat bei mir beim Lesen definitiv zu einigen Verwirrungen geführt. Auch wenn es am Ende des Buches ein Personenregister gibt, weiß ich nicht, ob ein Studium dessen mich vor dieser Verwirrung bewahrt hätte. Man lernt während des Lesens das Leben in den gehobenen Gesellschaftsschichten kennen, aber man bekommt auch einen Einblick in das Leben der Arbeiter und Bediensteten. Doch mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, denn der Leser soll die Figuren doch selbst entdecken. Ich muss aber sagen, dass durch das ständige Hin und Her zwischen den einzelnen Figuren, doch auch das Gefühl etwas auf der Strecke bleibt. Im Laufe der Geschichte kristallisiert sich die Geschichte um Helen und Jean als Kern heraus. Helen zeigt sich trotz ihrer Herkunft sehr emphatisch gegenüber ihren Mitmenschen, egal aus welcher Gesellschaftsschicht diese kommen. Jean ist zum Anfang doch eher der unnahbare Soldat, aber mit der Zeit wird auch er sehr sympathisch. Aber am Ende bekommt man doch das Gefühl, dass noch etwas fehlt. Aber die Autorin schafft hier einen Aufhänger, der den Leser definitiv dazu anhalten soll, weiter zu lesen und sich den zweiten Teil nicht entgehen zu lassen. Das Buch ist definitiv geeignet für Leute, die es lieben, mit allen Facetten in historische Romane einzutauchen.

5

Von der ersten bis zur letzten Seite eine faszinierende Reise

Mit dem ersten Teil ,,Die Welt in Meran -Walzerblut " ihrer ,,Meran-Saga " nimmt die großartige Autorin historischer Romane, die auch unter Grit Landau und Angela Lund veröffentlicht, den Leser mit in die Passerstadt im Jahr 1872. Zur Faschingszeit reist die junge Helen als Gesellschafterin ihrer Tante Lady Greviille in den Kurort, in dem schon im Februar der Frühling Einzug hält. Bei Gesellschaften wie einem Faschingsball sollen Kontakte geknüpft werden und bestenfalls für Helen ein potentieller Ehemann gefunden werden. Mit Max von Montalban und dem Korsen Jean Benedetti lernt sie gleich zwei interessante Männer kennen. Käme einer von ihnen in Frage ? Beim Lesen taucht man aber nicht nur in die Welt des Adels und der gehobenen Gesellschaftsschichten ein, sondern auch in das Leben der Bediensteten und Arbeiterinnen , die für ihren kargen Lohn schwer schuften müssen. So wie die kleine Rosa, die als Waisenmädchen aus den Bergen zu ihrer Tante nach Salurn kommt, um in der Spinnerei und zusätzlich im Gasthaus ihren ärmlichen Lebensunterhalt zu verdienen. Auch das Schicksal des Zimmermädchen Anna hat mich sehr berührt. Mit ihrem äußerst bildhaften und lebendigen Schreibstil hat mich Angela Marina Reinhardt von der ersten Seite an in die faszinierende Welt von Meran ,der Umgebung und den unterschiedlichen Gesellschaftsschichten mit all seinen Facetten entführt. Das Leben der verschiedenen Protagonisten ist authentisch und eindrucksvoll beschrieben, jede einzelne Person ist liebevoll ausgearbeitet. Die hervorragende Recherche und die Liebe der Autorin zu der Geschichte der Region ist deutlich spürbar. Während man zunächst die Protagonisten kennenlernt ,werden im Verlauf des Romans die Handlungsstränge miteinander verknüpft und mit jedem Kapitel steigt die Spannung. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen , bevor die letzte Seite beendet war. Die Seiten flogen nur so dahin. Jedes Kapitel beginnt mit einem, historisch belegten, interessanten Zeitungsartikel oder einem Brief passend zu den kommenden Geschehnissen. Das persönliche Nachwort, ein Personenregister und Glossar der womöglich unbekannten Wörter und Ausdrücke am Ende des Buches haben mir sehr gut gefallen, genauso wie die Landkarte und der Stadtplan am Anfang. Mich hat die fesselnde Geschichte begeistert und ich bin nun schon ganz gespannt, wann und wie es mit der Saga weitergeht. Ich möchte doch unbedingt wissen, wie es im Leben von Helen, Max, Jean und Rosa weitergehen wird. Auf das Wiedersehen mit den liebgewonnenen Personen freue ich mich schon jetzt. Liebhaber von historischen Romanen kommen bei diesem Auftakt zur Saga voll auf ihre Kosten. Von ganzem Herzen gibt es von mir eine hundertprozentige Leseempfehlung.

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