Die Prozesse
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Beschreibung
In hypnotischen Sätzen führt Marius Goldhorn zwei taumelnde Männer durch einen erschütterten Kontinent, zerrissen zwischen seiner Vergangenheit, seinen Verbrechen und der Sehnsucht nach Aufbruch. »Die Prozesse« ist eine aufwühlende Geschichte über Liebe, Schuld und Unschuld – und ein Roman von rätselhafter Klarheit.
Brüssel im Spätsommer 2030, die Stadt ist in Aufruhr. Die Peripherie, die Marktplätze, Museen und Boulevards, überall kommen Menschen zusammen, protestieren und feiern, unerwartete Gemeinschaften entstehen, alte Ordnungen zerfallen.
Der Erzähler und sein Partner Ezra machen Urlaub in Ostende. Bei ihrer Rückkehr nach Brüssel werden sie von den Ereignissen mitgerissen, die bald auch ihre Beziehung auf eine harte Probe stellen.
Als Ezra, der einen politischen Blog betreibt, Opfer eines Anschlags wird, verlassen sie Brüssel und machen sich auf den Weg nach Norditalien. Auf dem entlegenen Hof einer mysteriösen Gärtnerin wollen sie zur Ruhe kommen. Doch ihr Rückzug wird zur surrealen Höllenfahrt – zu einer schicksalhaften Reise durch die Welt der Toten und Geister.
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Marius Goldhorn wurde 1991 in Lahnstein geboren und ist Autor des Romans »Park« (Suhrkamp Verlag) und des Gedichtbandes »Yin« (Korbinian Verlag). Seine Erzählungen und Essays wurden in mehrere Sprachen übersetzt. 2025 erscheint sein zweiter Roman bei Kiepenheuer & Witsch.
Beiträge
Was sagt es über die Gegenwart aus, wenn man nur 5 Jahre in die Zukunft gehen muss, um eine Dystopie zu erzählen?
Marius Goldhorn erzählt von einem gebeutelten Europa im Jahr 2030. Aufstände in Belgien, Faschismus in Italien, ein besetztes Museum in Brüssel. Irgendwo aufgefädelt zwischen diesen Koordinaten: der fast namenlose Erzähler T. und sein wohlstandsverzogener Partner Ezra, der als “Deborn” diverse Endzeittheorien im Internet spinnt und eine Gefolgschaft um sich weiß, die an Verschwörungszirkel erinnert. Scheuklappenartig werden wir von T. durch die politischen Unruhen und sein obsessives Beziehungsleben geführt, können nur erahnen, was um uns herum passiert, sind viel zu nah dran und trotzdem seltsam distanziert, während wir mühsam versuchen das große Ganze zusammenstückeln. Zeitweise finden wir uns in einem Computerspiel wieder, um uns zu fragen ob das nicht vielleicht die wesentlich angenehmere Realität wäre. Sprachlich ist dieses Buch ein stilistisches Kunststück, Futureliteratur, möchte man sagen. Wir wabern zwischen hypnotischer Mystik, dokumentarischer Nüchternheit und sensorischer Poesie umher und finden die Krönung schließlich in einer anarchistischen Gesellschaftskizze, die uns ein paar verschlüsselte und ein paar sehr direkte Antworten gibt auf die Fragen, die sich im Laufe der Lektüre aufdrängen. “Die Prozesse” ist ein Buch, das noch nach dem Lesen weiterwächst, in Gedanken, und sich erst Tage später in ganzer Größe zeigt.

Eine nicht allzu ferne Dystopie. Es ist das Jahr 2030 und Europa versinkt im Chaos. Aufstände und Gesetzlosigkeit bestimmen die Stimmung auf den Strassen. In Brüssel, mitten im Herzen der europäischen Verwaltung, suchen zwei sehr unterschiedliche Partner ihre Rolle in dieser sich so schnell verändernden Welt. Dieser Roman ist außergewöhnlich, mit besonderen Charakteren und einem interessanten Erzählstrang. Schreibstil, Sprache und Wortwahl sind ebenso außergewöhnlich, in einem positiven Sinne. Ein Buch, welches zum Nachdenken anregt.
Das war sehr interessant zu lesen! Dystopische Zukunftsszenarien find ich sowieso erstmal spannend, hier wird es verbunden mit politischen Aufständen, Anarchie, einer ambivalenten Liebesgeschichte und einer alternativen Realität im Videospiel. Prägnante, kurze Sätze, die irgendwie umher wandeln genauso wie die Protagonisten. Außerdem werden viele politische Figuren und verschiedene Orte in Europa namentlich genannt, von denen ich viele nicht kannte und die mir deswegen doch zwischendurch den Zugang zur Geschichte erschwerten. Es wirkte alles sehr abstrakt und unwirklich, so auch die Charaktere und ihre Handlung. Ich schwanke zwischen 3,5 - 4 Sternen, weil sich bei mir keine emotionale Verbindung entwickelt hat (und das oft das ausschlaggebende Gefühl bei mir ist, ein Buch richtig toll zu finden), ich es aber trotzdem inspirierend fand und cool, von gewohnten Erzählweisen und Lesegewohnheiten abzuweichen.
Beschreibung
In hypnotischen Sätzen führt Marius Goldhorn zwei taumelnde Männer durch einen erschütterten Kontinent, zerrissen zwischen seiner Vergangenheit, seinen Verbrechen und der Sehnsucht nach Aufbruch. »Die Prozesse« ist eine aufwühlende Geschichte über Liebe, Schuld und Unschuld – und ein Roman von rätselhafter Klarheit.
Brüssel im Spätsommer 2030, die Stadt ist in Aufruhr. Die Peripherie, die Marktplätze, Museen und Boulevards, überall kommen Menschen zusammen, protestieren und feiern, unerwartete Gemeinschaften entstehen, alte Ordnungen zerfallen.
Der Erzähler und sein Partner Ezra machen Urlaub in Ostende. Bei ihrer Rückkehr nach Brüssel werden sie von den Ereignissen mitgerissen, die bald auch ihre Beziehung auf eine harte Probe stellen.
Als Ezra, der einen politischen Blog betreibt, Opfer eines Anschlags wird, verlassen sie Brüssel und machen sich auf den Weg nach Norditalien. Auf dem entlegenen Hof einer mysteriösen Gärtnerin wollen sie zur Ruhe kommen. Doch ihr Rückzug wird zur surrealen Höllenfahrt – zu einer schicksalhaften Reise durch die Welt der Toten und Geister.
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Marius Goldhorn wurde 1991 in Lahnstein geboren und ist Autor des Romans »Park« (Suhrkamp Verlag) und des Gedichtbandes »Yin« (Korbinian Verlag). Seine Erzählungen und Essays wurden in mehrere Sprachen übersetzt. 2025 erscheint sein zweiter Roman bei Kiepenheuer & Witsch.
Beiträge
Was sagt es über die Gegenwart aus, wenn man nur 5 Jahre in die Zukunft gehen muss, um eine Dystopie zu erzählen?
Marius Goldhorn erzählt von einem gebeutelten Europa im Jahr 2030. Aufstände in Belgien, Faschismus in Italien, ein besetztes Museum in Brüssel. Irgendwo aufgefädelt zwischen diesen Koordinaten: der fast namenlose Erzähler T. und sein wohlstandsverzogener Partner Ezra, der als “Deborn” diverse Endzeittheorien im Internet spinnt und eine Gefolgschaft um sich weiß, die an Verschwörungszirkel erinnert. Scheuklappenartig werden wir von T. durch die politischen Unruhen und sein obsessives Beziehungsleben geführt, können nur erahnen, was um uns herum passiert, sind viel zu nah dran und trotzdem seltsam distanziert, während wir mühsam versuchen das große Ganze zusammenstückeln. Zeitweise finden wir uns in einem Computerspiel wieder, um uns zu fragen ob das nicht vielleicht die wesentlich angenehmere Realität wäre. Sprachlich ist dieses Buch ein stilistisches Kunststück, Futureliteratur, möchte man sagen. Wir wabern zwischen hypnotischer Mystik, dokumentarischer Nüchternheit und sensorischer Poesie umher und finden die Krönung schließlich in einer anarchistischen Gesellschaftskizze, die uns ein paar verschlüsselte und ein paar sehr direkte Antworten gibt auf die Fragen, die sich im Laufe der Lektüre aufdrängen. “Die Prozesse” ist ein Buch, das noch nach dem Lesen weiterwächst, in Gedanken, und sich erst Tage später in ganzer Größe zeigt.

Eine nicht allzu ferne Dystopie. Es ist das Jahr 2030 und Europa versinkt im Chaos. Aufstände und Gesetzlosigkeit bestimmen die Stimmung auf den Strassen. In Brüssel, mitten im Herzen der europäischen Verwaltung, suchen zwei sehr unterschiedliche Partner ihre Rolle in dieser sich so schnell verändernden Welt. Dieser Roman ist außergewöhnlich, mit besonderen Charakteren und einem interessanten Erzählstrang. Schreibstil, Sprache und Wortwahl sind ebenso außergewöhnlich, in einem positiven Sinne. Ein Buch, welches zum Nachdenken anregt.
Das war sehr interessant zu lesen! Dystopische Zukunftsszenarien find ich sowieso erstmal spannend, hier wird es verbunden mit politischen Aufständen, Anarchie, einer ambivalenten Liebesgeschichte und einer alternativen Realität im Videospiel. Prägnante, kurze Sätze, die irgendwie umher wandeln genauso wie die Protagonisten. Außerdem werden viele politische Figuren und verschiedene Orte in Europa namentlich genannt, von denen ich viele nicht kannte und die mir deswegen doch zwischendurch den Zugang zur Geschichte erschwerten. Es wirkte alles sehr abstrakt und unwirklich, so auch die Charaktere und ihre Handlung. Ich schwanke zwischen 3,5 - 4 Sternen, weil sich bei mir keine emotionale Verbindung entwickelt hat (und das oft das ausschlaggebende Gefühl bei mir ist, ein Buch richtig toll zu finden), ich es aber trotzdem inspirierend fand und cool, von gewohnten Erzählweisen und Lesegewohnheiten abzuweichen.







