Die kleinsten, stillsten Dinge

Die kleinsten, stillsten Dinge

Taschenbuch
3.812
PolizistEinzelgängerPolizeiPolizistin

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Beschreibung

Ray sucht im Tierheim einen Hund gegen die Ratten in seinem Haus und nimmt den traurigsten Köter von allen mit: Einauge ist schreckhaft, immer hungrig und manchmal aggressiv. Nach einem schlimmen Zwischenfall am Strand steht die Polizei vor der Tür. Ray zögert nicht und packt Einauge ins Auto. So fahren die beiden die irische Atlantikküste hinab, während es draußen kälter und das Geld knapp wird. Am Ende müssen sie umdrehen, und der Leser erfährt Rays traurige Lebensgeschichte, von der er sich nur durch seinen Hund hat befreien können. Eine herzzerreißende Geschichte: Die Kunst der Autorin macht daraus eine Reise voll dunkel strahlendem Glanz.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
288
Preis
12.40 €

Autorenbeschreibung

Sara Baume, geboren 1984 in Lancashire, ist in Cork aufgewachsen. Sie studierte Kunst, Design und Creative Writing. Vor ihrem Debütroman hat sie preisgekrönte Short Storys veröffentlicht. Ihr Roman stieg auf Platz 4 der irischen Bestsellerliste. Das Buch gewann viele Preise, unter anderem den Rooney Prize for Irish Literature, den Davy Byrnes Award und den Hennessy New Irish Writer Award.

Beiträge

3
Alle
3

Eine sehr leise und traurige Geschichte

"Ich wollte, ich wäre mit deiner Fähigkeit zum Staunen geboren. Es würde mir nichts ausmachen, ein kürzeres Leben zu haben, wenn dieses kürzere Leben so sehr mit Leben erfüllt wäre wie deins." Ray ist 57 und ein vereinsamter Außenseiter in dem kleinen irischen Dorf, in dem er im Haus seines verstorbenen Vaters wohnt. Er geht keiner Arbeit nach und nur einmal pro Woche zum Einkaufen widerwillig unter Menschen. Er hat niemanden und ist so gezwungen, mit sich selbst zu sprechen. Dank einer Rattenplage im Haus adoptiert er einen Hund, den hässlichsten und traurigsten im ganzen Tierheim, der dank seiner Aggressionen kurz vor der Euthanasie steht. Einauge hat bei der Jagd den Kampf mit einem Dachs verloren, ist panisch davongelaufen und irgendwann im Tierheim gelandet. Die beiden werden schnell zu einem Team, denn sie sind sich sehr ähnlich und Ray hat zum ersten Mal jemanden, der ihn braucht und den auch er braucht. Und so ist es nun Einauge, dem er alles erzählt, das ihn bewegt und man merkt schnell, dass Ray ein großer Naturfreund und sehr aufmerksamer Beobachter ist. Man erfährt allerdings auch nach und nach etwas über seine traurige Lebensgeschichte, den frühen Tod der Mutter, den kaltherzigen Vater, der den zurückgebliebenen Sohn von der Außenwelt isolierte, ihn nie zur Schule gehen liess. Bei einem Spaziergang kommt es zu einer Beisserei und erneut droht Einauge die Euthanasie, was Ray dazu veranlasst, mit ihm zusammen abzuhauen. Mit dem Auto fahren sie über Irlands Landstraßen, ohne Ziel und in dem Wissen, dass das Geld irgendwann aufgebraucht und der Herbst irgendwann zum Winter wird. Es ist eine sehr leise und traurige Geschichte über einen Mann, der nie eine Chance hatte und über einen Hund, der ihn lehrt, im Hier und Jetzt zu leben. Dass es hier kein Happy End geben kann, dürfte klar sein, dass dieses Buch betroffen macht und nachhallt, ebenso.

Eine sehr leise und traurige Geschichte
4.5

Was soll ich sagen ? Zurück gelassen mit einer Unruhe. Eine Unruhe, die Ray mit Sicherheit stets bei sich getragen hat. Ich habe mich oft verzweifelt gefühlt und mit dir Fragen gestellt "Wo willst du verdammt nochmal hin und was soll das werden ??? " "Wann hörst du auf ?" Ich hatte zunächst Mitleid. Bis zum Ende. Man kann meinen, dass er Opfer seiner Umstände ist aber da bin ich mir nicht sicher. Die detailliert erklärten Dinge sind eindrücklich und schön. Aber für mich geht es hier, um eine traurige Seele, die eine unschuldige Seele dabei hat. Vielleicht tue ich ihn Unrecht aber ich spüre Wahnsinn und Verzweiflung. Ich war oft zwischen Ekel und beeindruckt sein. Hervorzuheben ist die Situation mit dem Schwan. "Nur weil er wie ein Brautkleid aussieht" Ray hat in einigen Dingen recht.

4

„Die kleinsten, stillsten Dinge“ von Sara Baume hat mich mit dem Klappentext direkt angesprochen, als ich es entdeckt habe. Nachdem ich „Lily und der Oktopus“ von Steven Rowley gelesen habe, hatte ich erst mal ein bisschen Angst, wieder „so ein Hundebuch“ zu lesen, aber ich wurde nicht enttäuscht. Dieses Buch ist so vollgepackt mit wunderschöner Sprache, einem wahnsinnig guten Erzählstil und einer schönen, aber auch traurigen Geschichte. Gegen Ende wurde das Leseerlebnis dann etwas abgeschwächt von meinen Erwartungen an das Buch. Aber fangen wir mal beim Inhalt an: Ray ist Mitte 50, als er aufgrund einer Rattenplage auf seinem Dachboden beschließt, einen Hund anzuschaffen. Ob er es bewusst beschließt oder ob es vielleicht doch nur eine Eingebung ist, wissen wir nicht. Auf einem Poster vom Tierheim entdeckt er Einauge, der bei einem Kampf mit einem Dachs den Kürzeren gezogen hat, und nimmt das Tier mit nach Hause. Ray ist ein Einsiedler, bevor sein Vater starb (was jetzt gut ein Jahr zurückliegt), hat er niemandem je die Tür geöffnet oder jemals telefoniert. Dass er eigenartig ist, war ihm bewusst, doch was es genau ist, das ihn sonderbar macht, weiß er bis heute nicht. Sein Vater hielt ihn immer unter Verschluss, Ray hat nie andere Kinder kennengelernt und ist auch nie zur Schule gegangen. Nach dem Tod seines Vaters wohnt er alleine in der Bruchbude von Haus, die er geerbt hat, und verbringt seine Tage damit, zu lesen, bunte Glasperlen und andere Kostbarkeiten vom Strand zu sammeln und damit, die Dinge zu beobachten, die sonst niemanden zu kümmern scheinen. Als Einauge bei Ray einzieht, wird alles anders. Plötzlich hat Ray erstmals einen Kameraden, jemandem, mit dem er reden kann. Und so erzählt er Einauge alles. Alles, was sich vor den Fenstern des Hauses abspielt, bis zu kleinen Dingen, die Ray beim täglichen Strandspaziergang sieht und die Einauge, immer seiner „Madennase“ folgend und Gerüche jagend, übersieht. So sieht Ray auch die Gefahr, die von Einauge ausgeht, wenn dieser auf andere Hunde trifft. Einauge verbeißt sich in zwei Hunden, ehe die Polizei vor der Tür steht und ihn in Gewahrsam nehmen will. Hier beginnt die Flucht der beiden, immer landeinwärts, immer die Menschen meidend, immer auf der Hut. Doch als das Geld schließlich zu Ende geht und die beiden mittlerweile besten Freunde umkehren müssen, stellt sich Ray schließlich seiner Vergangenheit. Die vollständige Rezension findet ihr auf meinem Blog: http://killmonotony.wordpress.com

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