Die Insel

Die Insel

Hardcover
4.412

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Beschreibung

VOM LEBEN UND STERBEN AN DEN RÄNDERN EUROPAS AUFZEICHNUNGEN EINER JUNGEN JOURNALISTIN

Franziska Grillmeiers Aufzeichnungen erzählen detailliertund mit großem Einfühlungsvermögen vom Alltag an Europas Grenzen und vergegenwärtigen die systematischen Rechtsbrüche, die dort tagtäglich begangen werden. Ein genauso bewegender wie erschütternder Bericht über jene, deren Ausgrenzung nach ihrer Ankunft in Europa kein Ende nimmt, und über die unmenschliche Realität an den Rändern der Europäischen Union.

Die Journalistin Franziska Grillmeier ist 2018 auf die griechische Insel Lesvos gezogen, wo sich zwischenzeitlich das größte Fluchtlager Europas befand. In ihrem Buch nimmt sie auch die Momente zwischen den Schlagzeilen in den Blick, taucht tief in die Lebenswirklichkeit der geflüchteten Menschen ein und zeigt, wie sie sich nach ihrer Ankunft in Europa erneuten Traumatisierungen widersetzen müssen. Grillmeier bewegt sich in Moria, in der Hafenstadt, im Norden der Insel und reist an weitere europäische Grenzorte, an denen die Systematik der Ausgrenzung ähnlich funktioniert. Im Mittelpunkt des Buches stehen die Geflüchteten selbst, die in zahllosen Gesprächen zu Wort kommen und deren Lebenswege erzählt werden. Die Autorin zeigt, was das Lagerleben mit einem Menschen macht und reflektiert zugleich, wie das Inselleben auf sie selbst zurückwirkt: Während Grillmeier als Beobachterin aus freien Stücken kommen und gehen kann, endet dort für die Geflüchteten die Erzählung des offenen Europas. Auch die Kriminalisierung der humanitären Hilfe, der Abbau der Pressefreiheit, die Überlastung der Inselbewohner:innen und der Zynismus der Politik in Brüssel und Athen spielen eine zentrale Rolle. So zeichnet Grillmeier durch ihre stillen, doch eindringlichen Begegnungen ein erschütterndes Bild der Menschenrechtsverletzungen an den Rändern der Europäischen Union.

Franziska Grillmeier berichtet hautnah aus der Lebenswirklichkeit der Geflüchteten an Europas Außengrenzen: 2018 zog sie selbst auf die Insel Lesbos Eine genauso berührende wie schonungslose Reportage über das Schicksal der Namenlosen an den Rändern Europas Franziska Grillmeier war Mitglied des Recherchekollektivs zur Sendung "Das neue Moria" für das "ZDF Magazin Royale" Für alle Leser:innen von Navid Kermani "Entlang den Gräben"

Buchinformationen

Haupt-Genre
Fachbücher
Sub-Genre
Gesellschaft & Sozialwissenschaften
Format
Hardcover
Seitenzahl
220
Preis
24.70 €

Autorenbeschreibung

Franziska Grillmeier, 1991 in München geboren, berichtet als freie Journalistin von der Insel Lesvos und anderen Grenzorten. Sie schreibt u. a. für ZEIT Online, taz, Süddeutsche Zeitung, WDR, Guardian und BBC. Ihre Reisen führten sie immer wieder auch jenseits der europäischen Ränder. Zuletzt war sie Mitglied des Recherchekollektivs zu den neuen Aufnahmelagern «Das neue Moria» für das «ZDF Magazin Royale», «Ippen Investigativ» und «FragDenStaat» und Teil des Doku-Podcasts «Memento Moria».

Beiträge

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Es war ziemlich hart, dieses Buch zu lesen. Andererseits ist es ein gemütlicher Spaziergang, verglichen mit dem, was die Menschen erleben, um die es darin geht. Franziska Grillmeier hat über mehrere Jahre schwerpunktmäßig für verschiedene Medien über Flucht und Migration berichtet. Sie war auf Lesbos, an der polnisch-belarussischen und an der kroatischen Grenze, am Grenzfluss Evros und am großen Grenzzaun in Ceuta, der die spanische Enklave von Marokko trennt. Sie war in Moria unterwegs, bevor es niederbrannte und besuchte die Hochsicherheitslager, die auf das politisch forcierte Elend der Camps folgten. Was sie berichtet, ist kaum auszuhalten. Spätestens seit 2015 konzentriert sich die EU vor allem darauf, geflüchtete Menschen in unwürdigen und elenden Umständen sich selbst zu überlassen. Vielfach gibt es keine Gesundheitsversorgung, kein fließendes Wasser und keine Perspektive. Traumatisierte Menschen werden nicht versorgt, weil niemand da ist, der sich damit auskennt. Kinder entwickeln Suizidgedanken oder andere Verhaltensauffälligkeiten. Grillmeier berichtet von illegalen Pushbacks nicht nur in Griechenland, sondern auch an den Grenzen Osteuropas. Die Menschen werden auf einem Boot wieder zurück ins Meer gezogen und dort zurückgelassen. Sie werden geschlagen, gedemütigt, ihnen werden Geld und Handy abgenommen. Teilweise lässt man sie tagelang in Schlamm und Matsch im Wald zurück, während nachts die Temperaturen auf den Gefrierpunkt sinken. Kranke werden nicht versorgt. Journalist:innen oder Helfer:innen ausgesperrt. Mitunter wird gar ein Berichterstattungsverbot verhängt. Angesichts der Tatsache, dass das Recht auf Asyl ein Menschenrecht ist, kann man es nur beschämend und grausam nennen, was an Europas Außengrenzen passiert. Vieles davon wird mit EU-Geldern unterstützt, geduldet wird es sowieso. Lest Franziska Grillmeiers Buch. Man muss die Ohnmacht aushalten, mit der man es liest. Aber das ist das Mindeste, was wir tun können.

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Für dieses Buch muss ich ein gemischtes Fazit ziehen. Die Arbeit, die Grillmeier hier gemacht hat ist natürlich unfassbar wichtig und sehr eindrücklich. Wer wissen will, wie menschenfeindlich die europäische Migrationspolitik mittlerweile ist, sollte dieses Buch lesen. Leider merkt man dem Buch auch an, dass es auf vielen einzelnen Artikeln und Reportagen basiert. Es ist an vielen Stellen relativ unverbunden und einige Ausflüge über Lesbos hinaus fühlen sich geradezu deplatziert an bzw. fragt man was man jetzt damit anfangen soll. Aber das ist einfach die Natur solcher Bücher. Ich würde mir in solchen Fällen mehr Rahmung und editorische Überarbeitung wünschen.

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