Dictionnaire Infernale: Die Kinder Luzifers

Dictionnaire Infernale: Die Kinder Luzifers

Hardcover
4.52

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Beschreibung

J. Collin de Plancy hat in seinem Dictionnaire Infernal alles zusammengetragen, was im Reich der Finsternis Rang und Namen hat. Die 72 Dämonen aus dem Grimoire Ars Goetia, Der kleinere Schlüssel Salomons mit ihren Hierarchien und Siegeln sind ebenso enthalten wie unbekanntere Dämonen verschiedenster Kulturen. 70 Holzschnitte, basierend auf dem Werk von Wierus, De pseudomonarchia daemonum, die der Pariser Kupferstecher Louis Pascal Breton für die 6. Ausgabe des Dictionnaire Infernal im Jahr 1863 schuf, portraitieren anschaulich die höllische Prominenz.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Fachbücher
Sub-Genre
Philosophie
Format
Hardcover
Seitenzahl
216
Preis
24.95 €

Beiträge

1
Alle
4

Dictionnaire Infernal – Die Kinder Luzifers ist ein faszinierendes, aber auch forderndes Buch, das weit über ein klassisches „Dämonenlexikon“ hinausgeht. Der erste Teil, der lexikalisch aufgebaut ist, bietet eine beeindruckende Sammlung von Dämonen, Wesen und Begriffen aus unterschiedlichsten kulturellen und religiösen Kontexten. Gerade diese Vielfalt macht das Werk interessant, kann jedoch auch irritieren: Wer eine rein jüdisch-christliche oder katholische Dämonologie erwartet, wird überrascht sein, da auch Figuren aus slawischen, griechischen oder sogar hinduistischen Mythologien auftauchen. Historisch ist das erklärbar, wirkt aber nicht immer klar eingeordnet. Der zweite Teil, eine Sammlung von Geschichten und Legenden, hinterlässt einen deutlich stärkeren emotionalen Eindruck. Die Erzählungen sind unangenehm, teils verstörend und bewusst so angelegt, dass sie Angst und Unruhe erzeugen. Sie zeigen eindrücklich, wie Dämonenvorstellungen genutzt wurden, um Leid zu erklären, Schuld zuzuweisen und moralische Grenzen zu ziehen. Gerade dieser Teil verlangt dem Leser eine gewisse Distanz ab und ist nichts für rein unterhaltsame Lektüre. Stärken des Buches liegen eindeutig in seiner historischen Bedeutung, seiner Atmosphäre und der dichten Darstellung religiöser Angstbilder. Schwächen zeigen sich in der fehlenden klaren Trennung zwischen Mythologie, religiöser Deutung und kultureller Verzerrung, was ohne Vorwissen zu Missverständnissen führen kann. Insgesamt ist Die Kinder Luzifers ein lesenswertes Werk für historisch und religionsgeschichtlich Interessierte, das zum Nachdenken anregt und bewusst Unbehagen erzeugt. Kein leichtes Buch – aber ein eindrucksvolles.

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