Das Vermächtnis der Göttinnen
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Beschreibung
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Kateřina Tučková wurde 1980 in Brünn geboren, studierte Kunstgeschichte, Literatur- und Sprachwissenschaft. Sie ist als Kuratorin, Sachbuchautorin und Schriftstellerin tätig. 2010 erhielt sie den wichtigsten Literaturpreis des Landes, den Magnesia Litera, für "Die Vertreibung der Gerta Schnirch"; für "Das Vermächtnis der Göttinnen" wurde sie mit dem Josef-Škvorecký-Preis, dem Tschechischen Bestsellerpreis und dem Magnesia Litera Publikumspreis ausgezeichnet. Das Buch stand wochenlang auf der Bestsellerliste und verkaufte sich 100.000 Mal in Tschechien. Kateřina Tučkovás Bücher werden in elf Sprachen übersetzt.
Beiträge
Göttinnen - Verfolgung - Flüche - Forschung
Tschechien Ende der 90er: Dora ist sehr irritiert als der Name ihrer Tante im Zusammenhang mit der Stasi fällt - die Tante, die als Göttin - als Heilerin und Helferin für so viele Menschen - gelebt hatte und bei der sie aufgewachsen war. Dadurch nimmt Dora ihre eigentlich schon abgeschlossene Forschung zu ihrer eigenen Familiengeschichte wieder auf und verbringt viel Zeit in diversen Archiven. Der Roman besteht zu einem Teil aus Archivtexten aus der NS-Zeit und von der Stasi - da habe ich ein bisschen gebraucht, um mich darauf einlassen zu können. Lebendig gewordene Vergangenheit, die sich so oder so ähnlich in vielen abgelegenen Dörfern in Grenzgebiet zwischen Tschechien und der Slowakei zugetragen haben könnte - auf der Grundlage ‚wahrer Frauenschicksale‘ (S. 411). Eine Geschichte über Generationen von Frauen, die eigene Wege gingen und unter dem Machtmissbrauch anderer litten. Intensiv, fesselnd und interessant!
Ein wunderbarer Dokumentationsroman über die Göttinnen Das Buch: Dora ist mit ihrem Leben unzufrieden und fängt an, ihre Vergangenheit zu ergründen. Diese ist unweigerlich mit ihrer Tante Surmena verwoben, bei der Dora aufgewachsen ist. Und Surmena war eine Göttin. Eine Heilerin. Dora fängt an, über die Göttinnen zu recherchieren und stößt auf ein altes Familiengeheimnis… Fazit: Dieses Buch ist sehr beeindruckend. Auch wenn es eher ein fiktiver Roman ist, beruhen laut der Autorin Teile des Buches auf wahre Begebenheiten. Und man merkt, dass dieses Buch wirklich so geschehen sein könnte. Und so begibt sich der Leser mit der Protagonistin Dora auf eine Reise in die Vergangenheit. Dabei spart Tuckova nicht an Stilmitteln, und lässt viele Archivdokumente wie Berichte, Briefe und Zeitungsartikel einfließen. Diese geben Aufschluss über einzelne Göttinnen und klären für Dora und dem Leser so einiges auf. Doch auch Dora birgt Geheimnisse, die vereinzelt im Verlauf erklärt werden, als wäre nichts Besonderes dabei. Denn ihr Leben ist genauso spannend wie das der Göttinnen. Tuckova schreibt schnörkellos und unaufgeregt. Ohne viele Umwege kommt sie auf den Punkt, ohne dass man das Gefühl hat, etwas zu verpassen. Es ist ein Roman, wo man doch so einiges selbst erfassen muss, aber damit ergibt sich eine ähnliche Ausgangssituation für den Leser wie für Dora. Man leidet mit den Göttinnen mit und erfährt unfassbares. Zusammenfassend ist es ein Buch über eine Familie mit viel Tragik, Weisheiten, Vorurteilen, Verrat und Eigenheiten. Es ist ein klarer Roman, der auch anregt, seine eigene Familiengeschichte zu ergründen. Dieses Buch ist ein absoluter Geheimtipp für alle Leser, die gerne Familiengeschichten mit Geheimnissen lieben und doch etwas anspruchsvoller unterhalten werden wollen. Dieses Buch lohnt sich und ist ein Jahrestipp.
Katerina Tuckova nimmt uns in ihrem Buch mit auf eine bewegende Reise in die Weißen Karpaten, ein abgelegenes Gebiet im äußersten Südwesten Tschechiens. In dieser Region, die schon immer ein wenig urtümlicher als der Rest des Landes war, lebten Generationen von "Göttinnen", weisen Frauen, die sich in der Heilkunde auskannten und ihren Mitmenschen bei physischen und psychischen Beschwerden halfen. Viele dieser Frauen jedoch wurden in den vergangenen Jahrhunderten verfolgt und nicht wenigen ereilte ein schreckliches Schicksal. In der frühen Neuzeit noch als Hexen hingerichtet, später immer noch von der katholischen Kirche und neidischen Mitmenschen verfolgt, im Fokus der SS, würden sie schließlich in der Zeit des sozialistischen Regimes von der Staatssicherheit an den Pranger gestellt und vernichtet. Dora, unsere Hauptprotagonistin, ist eine direkte Nachfahrin und macht sich in Archiven und direkt vor Ort auf die Suche nach der Vergangenheit ebenso wie nach ihrem eigenen Leben. In wundervolle Sprache verpackt lernen wir hier ein volkstümliches Phänomen kennen, das, gerade da es auf Tatsachen und wahren historischen Begebenheiten beruht, umso interessanter ist. Berührend und gleichzeitig packend war dieses Buch für mich eines meiner Jahreshighlights.
Beschreibung
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Kateřina Tučková wurde 1980 in Brünn geboren, studierte Kunstgeschichte, Literatur- und Sprachwissenschaft. Sie ist als Kuratorin, Sachbuchautorin und Schriftstellerin tätig. 2010 erhielt sie den wichtigsten Literaturpreis des Landes, den Magnesia Litera, für "Die Vertreibung der Gerta Schnirch"; für "Das Vermächtnis der Göttinnen" wurde sie mit dem Josef-Škvorecký-Preis, dem Tschechischen Bestsellerpreis und dem Magnesia Litera Publikumspreis ausgezeichnet. Das Buch stand wochenlang auf der Bestsellerliste und verkaufte sich 100.000 Mal in Tschechien. Kateřina Tučkovás Bücher werden in elf Sprachen übersetzt.
Beiträge
Göttinnen - Verfolgung - Flüche - Forschung
Tschechien Ende der 90er: Dora ist sehr irritiert als der Name ihrer Tante im Zusammenhang mit der Stasi fällt - die Tante, die als Göttin - als Heilerin und Helferin für so viele Menschen - gelebt hatte und bei der sie aufgewachsen war. Dadurch nimmt Dora ihre eigentlich schon abgeschlossene Forschung zu ihrer eigenen Familiengeschichte wieder auf und verbringt viel Zeit in diversen Archiven. Der Roman besteht zu einem Teil aus Archivtexten aus der NS-Zeit und von der Stasi - da habe ich ein bisschen gebraucht, um mich darauf einlassen zu können. Lebendig gewordene Vergangenheit, die sich so oder so ähnlich in vielen abgelegenen Dörfern in Grenzgebiet zwischen Tschechien und der Slowakei zugetragen haben könnte - auf der Grundlage ‚wahrer Frauenschicksale‘ (S. 411). Eine Geschichte über Generationen von Frauen, die eigene Wege gingen und unter dem Machtmissbrauch anderer litten. Intensiv, fesselnd und interessant!
Ein wunderbarer Dokumentationsroman über die Göttinnen Das Buch: Dora ist mit ihrem Leben unzufrieden und fängt an, ihre Vergangenheit zu ergründen. Diese ist unweigerlich mit ihrer Tante Surmena verwoben, bei der Dora aufgewachsen ist. Und Surmena war eine Göttin. Eine Heilerin. Dora fängt an, über die Göttinnen zu recherchieren und stößt auf ein altes Familiengeheimnis… Fazit: Dieses Buch ist sehr beeindruckend. Auch wenn es eher ein fiktiver Roman ist, beruhen laut der Autorin Teile des Buches auf wahre Begebenheiten. Und man merkt, dass dieses Buch wirklich so geschehen sein könnte. Und so begibt sich der Leser mit der Protagonistin Dora auf eine Reise in die Vergangenheit. Dabei spart Tuckova nicht an Stilmitteln, und lässt viele Archivdokumente wie Berichte, Briefe und Zeitungsartikel einfließen. Diese geben Aufschluss über einzelne Göttinnen und klären für Dora und dem Leser so einiges auf. Doch auch Dora birgt Geheimnisse, die vereinzelt im Verlauf erklärt werden, als wäre nichts Besonderes dabei. Denn ihr Leben ist genauso spannend wie das der Göttinnen. Tuckova schreibt schnörkellos und unaufgeregt. Ohne viele Umwege kommt sie auf den Punkt, ohne dass man das Gefühl hat, etwas zu verpassen. Es ist ein Roman, wo man doch so einiges selbst erfassen muss, aber damit ergibt sich eine ähnliche Ausgangssituation für den Leser wie für Dora. Man leidet mit den Göttinnen mit und erfährt unfassbares. Zusammenfassend ist es ein Buch über eine Familie mit viel Tragik, Weisheiten, Vorurteilen, Verrat und Eigenheiten. Es ist ein klarer Roman, der auch anregt, seine eigene Familiengeschichte zu ergründen. Dieses Buch ist ein absoluter Geheimtipp für alle Leser, die gerne Familiengeschichten mit Geheimnissen lieben und doch etwas anspruchsvoller unterhalten werden wollen. Dieses Buch lohnt sich und ist ein Jahrestipp.
Katerina Tuckova nimmt uns in ihrem Buch mit auf eine bewegende Reise in die Weißen Karpaten, ein abgelegenes Gebiet im äußersten Südwesten Tschechiens. In dieser Region, die schon immer ein wenig urtümlicher als der Rest des Landes war, lebten Generationen von "Göttinnen", weisen Frauen, die sich in der Heilkunde auskannten und ihren Mitmenschen bei physischen und psychischen Beschwerden halfen. Viele dieser Frauen jedoch wurden in den vergangenen Jahrhunderten verfolgt und nicht wenigen ereilte ein schreckliches Schicksal. In der frühen Neuzeit noch als Hexen hingerichtet, später immer noch von der katholischen Kirche und neidischen Mitmenschen verfolgt, im Fokus der SS, würden sie schließlich in der Zeit des sozialistischen Regimes von der Staatssicherheit an den Pranger gestellt und vernichtet. Dora, unsere Hauptprotagonistin, ist eine direkte Nachfahrin und macht sich in Archiven und direkt vor Ort auf die Suche nach der Vergangenheit ebenso wie nach ihrem eigenen Leben. In wundervolle Sprache verpackt lernen wir hier ein volkstümliches Phänomen kennen, das, gerade da es auf Tatsachen und wahren historischen Begebenheiten beruht, umso interessanter ist. Berührend und gleichzeitig packend war dieses Buch für mich eines meiner Jahreshighlights.








