Barrow's Boys

Barrow's Boys

Paperback
4.26
ExpeditionNord-West-PassageBritish EmpireAlexander Laing

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Beschreibung

1816 startete John Barrow, Zweiter Sekretär der Englischen Admiralität, ein Entdeckungsprogramm, das bis heute nur vergleichbar ist mit dem der NASA-Landung auf dem Mond. Barrow ist ein sturer Vollblutbürokrat, den eine verhängnisvolle Leidenschaft beseelt: die weißen Flecken auf der Weltkarte zu füllen. Von seinem Stehpult am Kamin aus dirigiert er seine Männer an die Enden der erforschten Welt; unter ihnen auch John Franklin, der sich auf der Suche nach der Nordwestpassage verirrt und am Ende seine Stiefel isst. Nach dem Triumph bei Trafalgar hat sich in der englischen Flotte Langeweile breitgemacht. Die Offiziere warten ungeduldig auf eine Chance zu neuen Heldentaten. Barrow gibt sie ihnen. In der Morgendämmerung der Industrialisierung lässt er Heizrohre in seinen Schiffen installieren und schickt sie ins ewige Eis. Eine Expedition nach der anderen endet im Desaster: Barrows Boys erfrieren, ertrinken, sterben an Skorbut, Schwarz- oder Gelbfieber, werden von Eingeborenen ermordet oder essen sich vor Hunger gegenseitig auf. Doch allen Strapazen zum Trotz bleiben die exzentrischen Entdecker bar aller Selbstzweifel; als die Hälfte seiner Mannschaft stirbt, vermerkt ein Kapitän im Logbuch „unerfreuliche Begleitumstände“. Auf dem schmalen Grat zwischen heldenhaftem Wagemut und schierem Wahnsinn feiern die Entdecker im Packeis den Geburtstag ihres Königs, der schon vor Monaten gestorben ist. Andere durchqueren die Sahara in voller Uniform – und stimmen angesichts feindlicher Tuareg ein beherztes „Rule Britannia“ an. Am Ende sind es nicht mehr neue Kontinente, sondern die verschollenen Männer aus vorangegangenen Expeditionen, die zu finden Barrows Leute sich aufmachen. Noch nie hat ein einzelner Beamter so viel Energie und Geld investiert – und absolut nichts erreicht. Sein Handeln ist nicht nur Exempel für die Selbstüberschätzung des Menschen angesichts der Unbezwingbarkeit der Natur, sondern auch eine unglaubliche Geschichte von aberwitzigen Reisen und haarsträubenden Abenteuern, die Fergus Fleming mit schwärzestem Humor erzählt.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Ratgeber & Sachbücher
Sub-Genre
Reisen & Urlaub
Format
Paperback
Seitenzahl
600
Preis
19.60 €

Autorenbeschreibung

Fergus Fleming wurde 1959 geboren. Er studierte an der Oxford University und der City University in London, arbeitete als Tischler und war Lektor bei Time-Life Books, bis er als freier Schriftsteller zum Bestsellerautor wurde. Fergus Fleming lebt in Gloucester.

Beiträge

1
Alle
4

In diesem Buch geht es um einen Mann und seine Träume. Um einen Mann, der alles daran setzt, diese Träume zu verwirklichen. Dafür schickt er andere Männer auf gefährliche Abenteuer, entsendet sie in die tiefste Kälte und die brütenste Hitze. Er macht Helden aus ihnen oder zerstört ihr Ansehen in der Gesellschaft. "Barrow's Boys" ist ein gut und flüssig geschriebenes Werk, in welchem es um Barrow und seine Expeditionen geht. Was hat man damit erreicht? Welchen widrigen Umständen waren die Crews ausgesetzt? Wie erging es ihnen, nachdem sie in die Gesellschaft zurückgekehrt waren? Wie reagierte Barrow auf ihre Ergebnisse? Ganz unterschiedliche Reisen werden hier vorgestellt; jedoch trifft man immer wieder auf dieselben Namen, die sich um Barrow tummeln. Manche vertragen sich mit ihm, manche brechen mit ihm. Viele sterben. Manche verschwinden in den Wüsten oder dem ewigen Eis. Fleming hat eine packende Chronik geschrieben, die beinahe alle wichtigen Forschungsreisen abdeckt. Hier erhält man somit einen guten ersten Eindruck über die Expeditionen in die Arktis, die Antarktis und nach Afrika. Abwechslungsreich berichtet der Autor von Gewinnern, Verlierern und leidenschaftlichen Abenteurern. Von Forschern, Taugenichtsen, Seemännern mit dem Herzen am rechten Fleck. Wer sich also für dieses historische Thema interessiert, der sollte zugreifen. Das Buch bietet sehr viel Wissen, gekonnt vermittelt und oft auch mit Humor erzählt. Eindeutig eines meiner Lesehighlights im November.

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