Eine wunderschöne, emotionale Geschichte voller Mythologie, Sehnsucht und Tiefe
Wie der ferne, salzige Gesang einer Sirene hat mich dieses Buch schon auf den ersten Seiten gerufen und ich bin ihm nur allzu gern gefolgt. Vielleicht, weil mein Herz ohnehin für die griechische Mythologie schlägt. Vielleicht aber auch, weil der Schreibstil selbst etwas Göttliches trägt: fließend, sanft und zugleich so eindringlich, dass man nicht liest, sondern beinahe treibt, wie auf einer Strömung zwischen den Welten. Eirene, eine gehörlose Sirene. Ein Widerspruch, der sich nicht auflösen möchte, sondern herausfordert. Und doch: Ich liebe alles an ihr. Wirklich alles. Sie wird in eine Welt geworfen, zu der sie längst gehört, und bewegt sich darin mit einer stillen, unbeirrbaren Willensstärke, die lauter ist als jeder Gesang. Während andere Sirenen locken, zieht Eirene tiefer dorthin, wo Worte nicht mehr greifen, sondern nur noch Gefühl. An ihrer Seite: Zale, der von Anfang an Teil dieser Welt ist und sie und uns hineinführt. Eine wandelnde Green Flag, wenn man so will, ein sicherer Hafen im tosenden Meer. Und dann ist da noch Atlas, sein großer Bruder: ein gebrochener Held, der eine Last trägt, die super schwer wiegt. Seine Präsenz verleiht durch seine Vergangenheit der Geschichte eine zusätzliche Tiefe. Obwohl ich ungewöhnlich lange für dieses Buch gebraucht habe, was eher meinem Alltag als der Geschichte geschuldet ist, fand ich jedes Mal mühelos zurück. Als hätte das Echo der Seiten auf mich gewartet. Die Emotionen? Eine wahre Odyssee: Ich habe mitgefiebert, gelitten, gezweifelt, war wütend und schließlich voller Glück. Nur das große Finale… es rauschte mir ein wenig zu schnell vorbei, wie eine Welle, die zu früh bricht. Hier hätte ich mir gewünscht, noch länger im Sog dieser Geschichte zu bleiben. Und doch hallt sie nach. Wie ein Echo, das bleibt.








