
Xaver im Gefühlschaos und ein Taucher auf der Skipiste
Zum 9. Mal kehre ich ins oberbayerische Fackenreuth ein und begleite Xaver und Lucki bei der Aufklärung eines Mordfalls. Dass dieser in einer Tauchstation oben an einem Gebirgssee stattgefunden hat, zeigt, auf was für verrückte Ideen Roland Zingerle kommt. In dem ganzen Trubel rund um den Weltcup-Slalom, der überraschend in der Fackenreuther Bergwelt stattfindet, gibt es neben zerstrittenen Skirennfahrern und einem nackten Slalomfahrer auch noch eine schneesportbesessene Dame mit verräterischem Muttermal, die Xaver von seinem Liebeskummer ablenken. Ich liebe diese Art von Krimihumor, wo man die eine verwirrende Situation noch nicht richtig verdaut hat und schon die nächste um die Ecke kommt. Und doch, so interessant dieser Kriminalfall sich entwickelt, nimmt mich dieser Teil nicht so gefangen wie seine Vorgänger. Vermutlich hat die ganze Hektik rund um das Skiereignis mich zu sehr abgelenkt. Mir fehlt das vertraute Geplänkel der Dorfbewohner, was zwar vorkam, für mich jedoch zu wenig Aufmerksamkeit bekommen hat. So verliert sich das Dorf etwas, was ich schade finde. Auch musste ich mich zu sehr darauf konzentrieren, was genau an Technik und Forschung in der Tauchbasis am Gebirgssee abgelaufen ist. Roland Zingerle hat zwar alles schlüssig und hochinteressant erklärt, aber dies nahm dem Krimi, meiner Meinung nach, die Leichtigkeit, die ich aus früheren Teilen gewohnt bin. Trotzdem möchte ich auch dieses Buch in der Reihe nicht missen, denn Fackenreuth ist und bleibt einzigartig.
