Die Zwillinge Evrin und Enera leben im dunklen Land Uscar. Ich hoffe ich hab das jetzt richtig geschrieben, hab mit den Stadt und dörfernamen bisschen Probleme mir die zu merken. Das Land lebt unter einem Fluch, der an das Leben des Fürsten Nuray gebunden ist. Stirbt er, so kommt die Sonne wieder heißt es. Es ist wirklich dauerhaft dunkel dort und genauso ist auch die Stimmung im Buch, lediglich wird alles mit Laternen beleuchtet. Aber es gibt Magie, verschiedene Arten unter anderem auch lichtmagie die die Pflanzen zum wachsen bringt. Und Evrin ist heilmagier, wo er bei der Geburt viel Odem/Magie abbekam, ging seine Schwester leider leer aus. Dies versucht sie mit Eifer und Sturheit wettzumachen und schließt sich den Rebellen an die den Fürsten t😵ten wollen. Enera überredet ihren Bruder sich der Mission anzuschließen, aber nur aus Sorge um seine Schwester. Doch es geht alles schief und Evrin wird gefangen genommen. Nuray möchte ich zu anfangs gar nicht, er war fies und hatte schon viele Leben auf dem Gewissen doch mit der Zeit hat er mein Mitgefühl geweckt. Und doch ging mir sein Schicksal an die Nieren. Jeden Tag auf der Hut zu sein und immer mit einem Mordanschlag rechnen zu müssen, hat ihn glaub ich auch etwas abgestumpft. An seiner Seite seit seiner Geburt sein treuer Soldat Rhion. Auch die anderen Angestellten im Schloss, vor allem Jannuz und Nessa hab ich sehr gemocht. Evrin ist mit Leib und Seele Heiler und will den Bediensteten und dem Fürsten nur helfen und so darf er weiterleben. Enera fand ich manchmal sehr manipulativ um an ihr Ziel zu kommen, ihren Bruder zu retten. Das Magiesystem war interessant darüber hätte ich gerne mehr erfahren. Das Buch ist für jemanden geeignet der eine dunkle bedrückende stimmung mag mit keinem happy end. Es handelt sich hier auch nicht um Romantasy!

Und in mir die Nacht von Saskia Diepold ist eine düstere, moralisch vielschichtige Fantasygeschichte, die das klassische „Helden gegen Bösewicht“-Schema konsequent aufbricht. Statt klarer Fronten stehen Schuld, Verantwortung und Grauzonen im Mittelpunkt. Besonders stark finde ich die drei Perspektiven: Enera, Evrin und Nuray, die jeweils ihre eigene Wahrheit tragen und das moralische Gefüge der Geschichte immer wieder infrage stellen. Vor allem Evrins innere Zerrissenheit und die tragisch ambivalente Figur des Schattenfürsten verleihen dem Roman enorme emotionale Tiefe. Die Annäherung zwischen Feindbildern bleibt bewusst unromantisiert und wirkt gerade dadurch authentisch. Für mich ist das Buch weniger ein klassisches Dark-Fantasy-Abenteuer als eine intensive Charakterstudie über falsches Heldentum, Konsequenzen und die Frage, wer in einer dunklen Welt wirklich das Monster ist.
Mit Und in mir die Nacht erschafft Saskia Diepold eine düstere, vielschichtige Fantasygeschichte, die weit über ein klassisches „Helden gegen Bösewicht“-Narrativ hinausgeht. Was zunächst wie der vertraute Ausgangspunkt eines epischen Abenteuers wirkt, ein verfluchtes Reich, ein tyrannischer Fürst, eine Gruppe junger Helden, die das Licht zurückbringen wollen, entwickelt sich zu einer emotionalen, moralisch komplexen und zutiefst tragischen Erzählung über Schuld, Verantwortung und die Frage, wer in einer Welt voller Grauzonen eigentlich das Monster ist. Über Uscar liegt seit Jahrzehnten Finsternis. Ein Fluch, gebunden an die Lebenszeit des Schattenfürsten Nuray, raubt dem Reich das Sonnenlicht. Immer wieder ziehen selbsternannte Helden aus, um ihn zu töten und die Dunkelheit zu brechen, und scheitern. Auch die Zwillinge Enera und Evrin schließen sich diesem scheinbar unausweichlichen Schicksal an. Während Evrin als Heilmagier seine Bestimmung gefunden hat, sehnt sich Enera nach Ruhm und Ehre, nach einer Bedeutung, die ihr ohne magischen Odem verwehrt bleibt. Als sie eine Heldengruppe formiert, folgt Evrin ihr widerwillig. Nicht aus Überzeugung, sondern aus Geschwisterliebe. Das Attentat misslingt, Freunde sterben, Enera entkommt, und Evrin bleibt als Gefangener im Palast des Fürsten zurück. Von diesem Moment an zerbricht jede einfache Vorstellung von Gut und Böse. Die Geschichte entfaltet ihre volle Stärke durch die drei Perspektiven: Enera, Evrin und Nuray. Jede von ihnen ist emotional nachvollziehbar, jede trägt ihre eigene Wahrheit, und darin liegt meiner Meinung nach die Wucht dieses Romans. Enera muss nicht nur mit dem Scheitern leben, sondern mit der Schuld. Sie hat Freunde in den Tod geführt und ihren Bruder zurückgelassen. Ihr weiterer Weg ist kein heroischer Rachefeldzug, sondern ein steiniger, opferreicher Kampf gegen Selbstzweifel und Verantwortung. Ihre Perspektive ist schmerzhaft ehrlich, getragen von dem verzweifelten Wunsch, einen Fehler ungeschehen zu machen, der sich nicht mehr rückgängig machen lässt. Evrins Entwicklung finde ich dabei besonders berührend. Er verliert nicht nur seine Gefährten, sondern auch jede Form von Sicherheit. Gefangen beim Feind, konfrontiert mit einem Mann, den er töten wollte, gerät sein moralisches Weltbild ins Wanken. Sein inneres Gefühlschaos ist jederzeit greifbar: die Trauer, die Angst, die Wut, aber auch die Fähigkeit, innezuhalten und neu zu bewerten. Evrin ist kein strahlender Held, sondern ein zutiefst menschlicher Charakter, der trotz aller äußeren Zwänge versucht, selbstbestimmt zu handeln. Seine innere Stärke, seine Empathie und seine moralische Standhaftigkeit verleihen der Geschichte meiner Meinung nach eine enorme emotionale Tiefe. Und dann ist da noch Nuray. Der Schattenfürst, Mörder, Symbol der Dunkelheit, zumindest dem Mythos nach. Saskia Diepold gelingt hier das Kunststück, eine Figur zu erschaffen, die moralisch nicht entschuldbar ist und mich dennoch zutiefst berührt. Nuray ist meiner Ansicht nach kein einfacher Antagonist, sondern eine tragische, gebrochene Gestalt, deren Handlungen verwerflich sind und doch aus einer nachvollziehbaren inneren Logik heraus entstehen. Seine Geschichte verleiht der Erzählung eine eindringliche „morally grey“-Dimension. Er ist grimmig, verschlossen, von Schuld gezeichnet, aber für mich auch absolut faszinierend. Die Annäherung zwischen ihm und Evrin ist keine Liebesgeschichte, sondern ein vorsichtiges, schmerzhaftes Austesten von Nähe in einer Welt, die von Misstrauen und Verlust geprägt ist. Dass der Roman bewusst auf eine romantische Auflösung verzichtet, verstärkt seine Authentizität. Die Emotionen sind da, intensiv, vibrierend, bittersüß, aber sie folgen keiner einfachen Genre-Erwartung was hier aber auch absolut passend ist. Thematisch verhandelt der Roman Freundschaft, Geschwisterliebe, Verlust, (Found) Family und die zerstörerische wie verbindende Kraft von Loyalität. Casual Queerness wird integriert, ohne je zum Selbstzweck zu werden. Die Geschichte bleibt dabei konsequent düster: Opfer sind unausweichlich, Entscheidungen haben Konsequenzen, und nicht jede Wunde heilt. Das bittersüße Ende fügt sich für mich stimmig in diese Haltung ein, es tröstet nicht leichtfertig, sondern bleibt der inneren Wahrheit der Figuren treu und voller Emotionen (zumindest sind meine Augen nicht trocken geblieben). Auch die Weltgestaltung überzeugt. Uscar wirkt lebendig und atmosphärisch dicht, die Dunkelheit ist nicht nur Kulisse, sondern spürbares Element. Die politischen und magischen Strukturen sind klar, ohne überladen zu wirken, und unterstützen die emotionale Handlung, statt sie zu überdecken. Über 90 Kapitel hinweg entfaltet sich eine Dramaturgie, die von Perspektivwechseln lebt und dennoch nie den roten Faden verliert und konsequent zeigt, dass jede Entscheidung ihren Preis hat. Und in mir die Nacht ist damit weit mehr als Dark Fantasy. Es ist eine Geschichte über Verantwortung, über die zerstörerische Kraft von falschem Heldentum und über Menschen, die trotz Schuld, Trauma und moralischer Abgründe versuchen, das Richtige zu tun. Saskia Diepold beweist ein feines Gespür für psychologische Tiefe, für Ambivalenz und für Figuren, die nicht gefallen wollen, sondern authentisch sind. Das Buch vertraut darauf, dass Leser*innen Ambivalenz aushalten können, und belohnt sie mit Figuren, die echt wirken, gerade weil sie nicht makellos sind. Von mir definitiv eine Empfehlung 🖤

