11. Apr.
Die Schwiegermutter hat eine gute Idee, enttäuscht aber durch fehlende Spannung und blasse Figuren.
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Die Schwiegermutter hat eine gute Idee, enttäuscht aber durch fehlende Spannung und blasse Figuren.

Alles war gut, bis ein tragischer Vorfall meine Schwiegermutter Delores Sterling zu uns brachte. Nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes bat sie darum, vorübergehend bei uns zu wohnen. Schon seit ich ihren Sohn geheiratet habe, macht sie mir klar, dass ich nicht gut genug für ihn bin. Früher habe ich für sie gearbeitet, bevor ich ihn kennengelernt habe, und sie verachtet mich deshalb noch mehr. Mein Mann merkt nicht, wie sehr sie unsere Beziehung belastet. Für mich ist klar: Sie hat etwas gegen mich und versucht, meine Ehe zu zerstören. Doch dann entdecke ich, dass hinter allem noch mehr steckt… Mit Madelyn bin ich nicht direkt warm geworden. Sie ist die Hauptfigur und wirkt nach außen hin organisiert und kontrolliert, innerlich aber oft unsicher und überfordert. Es hat mich teilweise echt genervt, wie oft sie wiederholt hat, dass sie vorher ,,arm“ war und ,,nur“ als Putzfrau gearbeitet hat. Madelyn steigert sich schnell in Gedanken und Ängste hinein, was sie zunehmend misstrauisch und nervös macht. Ihre Wahrnehmung wirkt teilweise verzerrt, wodurch man als Leser nicht immer sicher ist, was wirklich passiert. Madelyn bleibt bis zum Ende undurchsichtig und man kann sie einfach überhaupt nicht einschätzen. Delores, die Schwiegermutter, ist eine sehr unangenehme Figur und ich habe mich ständig gefragt, was stimmt mit dieser Frau nicht?! Nach außen gibt sie sich verletzlich und hilfsbedürftig, doch unterschwellig wirkt sie kontrollierend und manipulativ. Sie überschreitet Grenzen, mischt sich ständig ein und sorgt für eine bedrückende Atmosphäre im Haus. Ihre wahre Absicht bleibt lange unklar, was sie gleichzeitig interessant, aber auch schwer greifbar macht. Außerdem bleibt Leo, Madelyns Ehemann, sehr blass. Er versucht, zwischen seiner Frau und seiner Mutter zu vermitteln, wirkt dabei aber oft passiv und konfliktscheu. Zu beiden Charakteren konnte ich keine Beziehung aufbauen. Der Schreibstil von James Caine war für mich neu, da dies das erste Buch war, welches ich von dem Autoren gelesen habe. James Caine hat einen lockeren und leichten Schreibstil, der einem das lesen der Geschichte leichter macht. Die Geschichte baut zwar eine gewisse unterschwellige Spannung auf, wirkt aber über weite Strecken langatmig und vorhersehbar. Besonders die Figuren bleiben eher flach und wenig greifbar, wodurch es schwerfällt, eine echte Verbindung zu ihnen aufzubauen. Der Lesefluss wurde hierbei in keiner Weise gestört. ,,Die Schwiegermutter“ klang unglaublich spannend, weshalb ich mich total auf das Buch gefreut habe. Doch leider hat mich dieses Buch enttäuscht. Statt packender Wendungen oder fesselnden Momenten zieht sich die Handlung teilweise sehr, ohne wirklich zu überraschen. Das Ende wirkt zudem etwas abrupt und wenig befriedigend. Die Idee der Geschichte hat mir gut gefallen, aber ich habe deutlich mehr erwartet. Mehr als die Hälfte des Buches bestand aus Drama und Streit, ohne wirkliche Spannung, weshalb mich das Buch teilweise in eine Leseflaute gebracht hat.

Die Schwiegermutter: Ein Psychothriller
Die Schwiegermutter: Ein Psychothrillerby James Caine