
Madita Tietgen nimmt uns mit ihrem neusten Reihenauftakt mit an den nördlichsten Zipfel Europas. Durch den wunderbar malerischen Schreibstil ist es so, als wäre man wirklich direkt vor Ort. Protagonistin Thea ist zuerst verwirrt, an genau diesem Flecken Erde zu sein, hätte sie doch genug Gründe, sich von der Insel Magerøya fernzuhalten. Sie verbindet mit dem Ort vor allem Verlust und Schmerz. Auf der Suche nach ihren Erinnerungen, die ihr ein Wanderunfall genommen hat, muss sie sich dem sowie weiteren "Rätseln" stellen. Und auch wenn ich im Normalfall kein riesiger Fan des Tropes Lost Memories bin, wird er hier feinfühlig und glaubwürdig mit starker Progression dargestellt. Die Kinderbuchautorin und Illustratorin Thea wächst auch insgesamt als Charakter, ebenso nachvollziehbar und stetig. Anstoß sind dabei nicht zuletzt zwei besondere Rentiere und an ihrer Seite steht ganz ungeplant Kaspar. Der Hotelier macht es ihr alles andere als leicht, sein Herz zu erobern, schließlich hält er es seit Jahren schwer verschlossen. Ganz anders als der Rest seiner Familie, die die Story um sympathische, herzliche Charaktere erweitert, denen man nur zu gerne im echten Leben begegnen möchte, und die Thea sofort liebevoll aufnehmen und sie unterstützen. Bis zum Happy End ist es dennoch ein Weg voller Auf und Ab und neuer Erkenntnisse. Insgesamt ein atmosphärisches, eindrückliches Leseerlebnis, dem es trotz schwerer Themen nicht an Leichtigkeit und Hoffnung mangelt. Spice: 🌶️/5




