Ihr Leben ist perfekt. Solange man nicht hinter die Kulissen schaut.
Mit bedrucktem Transparentumschlag und hochwertig veredeltem Bezug.
Natalie Heller Mills hat alles: eine malerisch renovierte Farm, fünf Kinder, die um ihre Liebe buhlen, und einen Mann, der in Cowboystiefeln immerhin eine gute Figur abgibt. Vom Sauerteig bis zur Kindererziehung, nichts scheint ihr zu misslingen. Kein Wunder also, dass Millionen von Menschen ihr folgen, ihre Videos schauen, ihre Bilder anklicken. Sie gibt ihnen das, was sie wollen: eine heile Welt. Skandale werden unter den Teppich gekehrt, da, wo sie hingehören.
Doch eines Tages wacht Natalie auf und sieht sich mit einer unbequemen Frage konfrontiert: Was wäre, wenn sie keine Nannys beschäftigen könnte, es keine helfenden Hände auf der Farm gäbe, kein Produktionsteam? Was wäre, wenn sie auf einmal das Leben führen müsste, das sie immer vorgetäuscht hat?
Ein Buch das auf amüsante Weise mit dem typischen Influencer abrechnet, war nett zu lesen.
Das Buch, um das man dieses Jahr wohl nicht herum kommt: Eine erfolgreiche Tradwife-Influencerin wird aus ihrer sorgfältig inszenierten Farmidylle augenscheinlich ins Jahr 1855 versetzt.
Plötzlich muss Protagonistin Natalie ohne Filter, Personal, moderne Medizin und eigenes Geld in genau jener Vergangenheit zurechtkommen, die sie ihren Followern als Sehnsuchtsort verkauft hat.
Die Autorin präsentiert eine kluge Satire auf eine Nostalgie, die harte Arbeit, Abhängigkeit und fehlende Rechte hinter schönen Bildern verschwinden lässt. Besonders gelungen ist dabei, dass Natalie selbst keine naive Anhängerin dieser Idylle ist: Sie hat daraus ein Geschäftsmodell gemacht und weiß sehr genau, wie künstlich das Leben ist, das sie vermarktet.
Die Auflösung am Ende ist konsequent satirisch zugespitzt, wirkte auf mich aber nicht ganz schlüssig. Das bleibt ein kleiner Vorbehalt bei einem Roman, den ich ansonsten sehr gern gelesen habe: unterhaltsam, bissig und mit einer Hauptfigur, die man nicht mögen muss, um ihr gespannt zu folgen.
Verrückt! Schräg! Großartig! Und noch viel mehr … Gerade in einer Zeit, in der vor allem in der virtuellen Welt Christfluencer, Manosphere und Misogynie immer präsenter werden, ist dieses Buch so wichtig. Und genau diese Entwicklungen nimmt die Autorin Caro Claire Burke klug und teilweise herrlich bissig aufs Korn. Besonders gelungen fand ich auch den Schreibstil im Roman, der mich von der ersten Seite an mitgerissen hat. Sarkastisch, clever und emotional genau auf den Punkt.
„Dem Ehemann zustimmen, wenn er seinen Text abspult und behauptet, das Hähnchen sei perfekt gegart. Alle Lorbeeren der Schwiegermutter überlassen, obwohl sie bis unter die Hutschnur mit Tabletten vollgepumpt ist und das gefrorene Hühnchen beinahe in die Spülmaschine gesteckt hätte. Lächeln. Lächeln. Lächeln. Lächeln. Lächeln. Beten.“ (S. 174)
Schwer zu sagen, wer von den Hauptfiguren unsympathischer ist: Natalie, die sich einer fundamentalistisch-christlichen Mission verschrieben hat und auf ihrem Tradwife-Instagram-Kanal die „gute alte Zeit“ mit klar verteilten Rollenbildern propagiert, oder Caleb, der jeder Verschwörungserzählung hinterherläuft und sie völlig unkritisch weiterverbreitet. Natürlich ist alles mehr Sein als Schein. Auch die völlig durchgeknallten Schwiegereltern fügen sich hier gut ein.
Trotz dieser für mich absolut inakzeptablen Weltsicht musste ich beim Lesen immer wieder schmunzeln, weil manche Gedankengänge und Aussagen von Natalie einfach so absurd sind. Das Ende hätte ich mir persönlich etwas anders gewünscht, aber C.C. Burke schafft es eindrucksvoll, ein aktuelles Thema so aufzubereiten, dass der Humor nicht zu kurz kommt. Grandios!
Ich hatte ehrlich gesagt ein bisschen Angst vor diesem Buch, einfach weil der Hype so riesig ist und ich bei sowas mittlerweile oft denke: okay, bestimmt overhyped. Aber ich muss wirklich sagen: Das Buch hat mich komplett überrascht.
Ich fand es SO unfassbar witzig. Die Protagonistin ist wirklich herrlich daneben – gemein, schrecklich, völlig nicht in Ordnung – und genau das macht dieses Buch so unterhaltsam. Man taucht komplett in ihren Kopf ein und denkt sich die ganze Zeit nur: Mädchen, was stimmt eigentlich nicht mit dir? 😭 Ich musste wirklich oft lachen.
Man kommt super schnell durch die Seiten und ich fand auch total spannend, wie sich die Geschichte entwickelt hat. Mit diesem Ausgang hätte ich wirklich absolut nicht gerechnet. Das hat mich komplett überrascht.
Ein kleines bisschen kürzer hätte das Ganze für mich trotzdem sein dürfen, gerade in der Mitte hat es sich hier und da etwas gezogen. Und ich glaube auch, dass die englische Originalversion wahrscheinlich nochmal besser funktioniert hätte, weil die Übersetzung manchmal etwas holprig wirkte.
Trotzdem: wirklich ein großartig unterhaltsames Buch, das mich total abgeholt hat.
Ich glaube ich bin eine der wenigen Leserinnen, die mit der Protagonistin sympathisiert hat. Ich konnte Natalie total verstehen und glaube das alles sehr realistisch dargestellt wurde.
Der ganzen Erzählstrang aus der Vergangenheiten, mit ihren Follower, den Nannys, ihrem rosaroten Farmleben fand ich super. Auch ihr Werdegang war sehr interessant. Und auch die Zeit heute mit dem ursprünglichen Landleben hatte teas für sich. Aber die Auflösung hat mir gar nicht gefallen. Das war für mich total absurd und nicht nachvollziehbar. Ich kann auch die Beweggründe, die hinter dieser Entscheidend steht nicht verstehen. Das Ende wirft ein seltsames Licht auf die gesamte Story und lässt mich mit einem Bauchgrummeln zurück.
Es fällt mir wirklich schwer hier die richtigen Worte zu finden - vllt bin ich zu tief im True Crime Genre drinnen, und mir sind Namen wie Ruby Frankie und die Ballerina Farm bekannt sodass mich das Buch nicht völlig geschockt hat…
Auch muss ich ehrlich sagen fand ich die Auflösung zwar cool und einfallsreich aber dann auch wieder fernab der Realität …
Ich würde wirklich sehr gerne über das Buch diskutieren 🙈
Fünf Millionen Menschen folgen Natalie auf Instagram, wo sie ihr perfektes Leben zeigt: die idyllische Farm, ihre fünf Kinder, ihren Ehemann Caleb, ihren christlichen Glauben und natürlich das Rezept für das perfekte Sauerteigbrot. Das Paradebeispiel einer Tradwife. Dass hinter all dem nicht nur Nannys und Farmhelfer, sondern auch ein ganzes Produktionsteam steckt, muss natürlich niemand wissen. Probleme und Skandale? Die werden schön unter den Teppich gekehrt.
Bis Natalie eines Tages aufwacht und sich in der Pionierzeit wiederfindet und plötzlich das Leben leben muss, dass sie online immer als so erstrebenswert angepriesen hat. 🐄
Natalie präsentiert sich als die perfekte Christin, dabei ist Nächstenliebe für sie ein Fremdwort. Tatsächlich glaube ich, dass sie in meinem persönlichen Ranking der schlimmsten Charaktere problemlos unter den Top 3 landet. Ihr Charakter ist ein einziger großer Widerspruch – und genau das funktioniert zusammen mit ihrem schwarzen Humor perfekt. Ich habe sie zu keiner Zeit gemocht und trotzdem konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Die Auflösung am Schluss? Darauf wäre ich niemals gekommen. Ich habe es regelrecht verschlungen und gleichzeitig wieder deutlich gemacht bekommen, was für ein Fiebertraum Social Media eigentlich ist.
Ich habe wirklich noch nie so ein Buch gelesen. Die Geschichte entwickelt sich langsam und verläuft immer weiter zusammen. Es ist wirklich so ein Buch, bei dem die Puzzlestücke nacheinander zusammen passen. Ich mochte den Schreibstil und den Aufbau unendlich gerne und fand auch das Ende sehr gut. Es ist definitiv kein cozy Buch und man hasst alle Erwachsenen, aber das macht es so spannend. Die Gedankenwelt der Protagonistin ist sehr verstörend, allerdings hatte ich immer wieder Momente in denen ich Natalie verstehen konnte. Die Thematik rund um Social Media, Kinder im Netz, Religion, Tradwife und alles weitere fand ich sehr gut gelungen und aktuell. Daher ist dieses Buch definitiv eine Empfehlung von mir!!
Eine clevere Beobachtung unserer aktuellen Welt getarnt in einer Geschichte aus dem Gestern.
Dieses Buch war atmenraubend gut, facettenreich, schlau und schockierend zugleich. Es hat mir einige Stunden an Unterhaltung und Stoff zum Nachdenken für noch mehr Stunden geschenkt.
Bitte bitte lesen!
Meine Lieben… was hab ich da gelesen?
Und vor allem:
Wie soll ich dieses Buch bewerten, ohne zu viel zu verraten? 😂
Ich versuche es mal:
Wir haben hier:
* Mama Natalie, eine berühmte Influencerin, die ihr komplettes Leben mit der Öffentlichkeit teilt
* eine typische amerikanische Großfamilie mit fünf Kindern – Nummer 6 ist unterwegs
* ein sehr christliches Umfeld (Sehr christlich.. mhm)
* eine große, idyllische Ranch
Alles wirkt harmonisch, perfekt, ein absolutes Träumchen …
… oder?
Denn plötzlich wacht Natalie zwar auf ihrer Ranch auf… aber mit einer anderen Familie?!
Und genau da beginnt der ganze Spaß.
Vergangenheit und Gegenwart sorgen dafür, dass man mit jedem Kapitel verwirrter wird. (Ohne Witz, Verwirrung pur!)
Das Buch lebt dabei nicht von Action.
Es ist eher ruhig erzählt, hat aber doch Schockmomente und zieht sich stellenweise auch etwas.
Aber:
Du. Kannst. Es. Nicht. Aus. Der. Hand. Legen!!
Du. Musst. Wissen. Was. Du. Da. Liest!!
Du. Willst. Dich. Auskennen!! 😂😂😂
Bis zum Schluss wusste ich nicht, wohin die Reise geht.
Nach jedem Kapitel hatte ich eine neue Theorie.
Und ich lag nicht mal ansatzweise richtig 🤯
Das Ende war schockierend gut, rund und einfach perfekt passend, als der komplette Knoten im Gehirn endlich aufgegangen ist
Ich hab jetzt noch immer den Mund nicht zubekommen 🤯
Klare Empfehlung
Yesteryear von Caro Claire Burke hat mich komplett gepackt. Ich konnte das Buch wirklich nicht weglegen, weil ich ständig wissen musste, wie schlimm es noch wird. Die Protagonist:innen sind absolut unsympathisch, egoistisch und teilweise einfach furchtbar, aber genau das macht den Reiz aus.
Der Ton ist unglaublich bissig, scharf und unangenehm unterhaltsam. Man beobachtet diese Figuren fast wie bei einem Zugunglück und kann trotzdem nicht aufhören weiterzulesen. Ich hatte durchgehend Spaß mit diesem Chaos.
Dieses Buch fühlt sich an wie eine Mischung aus dystopischem Fiebertraum und Familiendrama
Yesteryear hat mich auf eine Weise überrascht, mit der ich überhaupt nicht gerechnet hatte.
In der ersten Hälfte des Buches hat mich die Protagonistin ehrlich gesagt massiv aufgeregt. Ihre entwertende Art, ihre narzisstisch wirkenden Züge und ihre Haltung anderen Menschen gegenüber haben es mir schwer gemacht, eine emotionale Verbindung zu ihr aufzubauen. Gleichzeitig war genau das aber auch spannend, weil man ihren inneren Konflikt und ihren eigenen Plan Stück für Stück mitverfolgt. Man merkt schnell, dass sie keine klassische sympathische Hauptfigur sein soll.
Diese abgeschottete, traditionsgebundene Welt wirkte auf mich zunächst fast dystopisch, was mich anfangs sogar etwas enttäuscht hat, weil ich etwas anderes erwartet hatte. Aber genau an dem Punkt, an dem klar wird, was wirklich hinter dieser Welt des 19. Jahrhunderts steckt, hat mich das Buch endgültig bekommen. Die Wendung fand ich wirklich überraschend und ab da konnte ich mich richtig für die Geschichte begeistern.
Insgesamt ist Yesteryear für mich ein sehr kluges Buch. Es geht um Zugehörigkeit, die Rolle der Frau, die Sehnsucht nach Traditionen und gleichzeitig um die Frage, wie sich all das mit einer modernen Welt vereinbaren lässt. Das Buch macht wütend, wirft viele Fragen auf und schafft es trotzdem die ganze Zeit, neugierig zu machen.
Besonders stark fand ich außerdem die familiären Themen: familiäre Dynamiken, Trennungen, Kränkungen , Verluste und den Umgang damit. Gerade wenn einem langsam das ganze Ausmaß dieser transgenerationalen Dynamiken bewusst wird, macht das Buch auch traurig. Hinter der eigentlichen Handlung steckt viel mehr gesellschaftliche und psychologische Tiefe, als ich anfangs erwartet hätte.
Definitiv kein perfektes Buch für mich, aber eines, das mich überrascht, beschäftigt und zum Nachdenken gebracht hat.
Eine messerscharfe Satire, die die Influencer-Welt seziert
Das im Netz mehr Fake herrscht als sonst irgendwo, ist nichts Neues. Hier wird das Thema aber wirklich innovativ und gut aufgegriffen. Natalie ist die beste unsympathische Protagonistin seit langem und die man wirklich hasst. Ihre inneren Monologe sind brutal ehrlich. Das Ende war unerwartet und befriedigend 😀
Nach außen hin führt die christliche Influencerin Natalie Heller Mills ein perfektes Trad Wife-Leben auf ihrer Farm. Ein gut aussehender Ehemann mit Cowboy-Image, fünf Kinder (und ein sechstes unterwegs), die natürlich zuhause unterrichtet werden. Doch hinter der Fassade steckt ein wahres Unternehmen aus Nannies, einer Produzentin und jeder Menge Farmhelfer. Als ein Skandal Natalies sorgsam kuratiertes Image zu zerstören droht, passiert etwas Seltsames: eines Morgens wacht sie auf und findet sich in einer anderen Realität wieder, ohne moderne Errungenschaften und mit fremden Kindern. Kann Natalie sich dort zurechtfinden?
„Yesteryear“ ist der Debütroman der Redakteurin, Autorin und Podcasterin Caro Claire Burke und wurde von Dietlind Falk und Lisa Kögeböhn ins Deutsche übersetzt. Erzählt wird aus Natalies Perspektive und die ist wirklich keine sympathische Protagonistin. Ihren Follower*innen gegenüber gibt sie sich sanftmütig und spielt die gute Ehefrau und Mutter. Das steht jedoch in starkem Kontrast zu ihrem inneren Monolog, in dem sie eigentlich jede Person um sie herum abwertet. Diese Haltung beginnt zu bröckeln, als Natalie sich plötzlich in der Vergangenheit wiederfindet.
Vordergründig beschäftigt sich der Roman mit den sog. Trad Wife-Influencerinnen, deren Existenz eigentlich schon ein Widerspruch in sich ist, denn welche traditionelle Ehefrau hätte in der Vergangenheit das Recht gehabt, sich ein solches Imperium aufzubauen? Es wird aber auch eine Vielzahl anderer Themen angesprochen: Gehören Kinder vor die Kamera? Und was geschieht, wenn sie das irgendwann nicht mehr wollen? Warum wollen Menschen sich unbedingt mit Personen im Netz identifizieren, deren wahres Leben sie gar nicht kennen? Warum hassen sie aus denselben Gründen? Was darf Religion und wie lebt man sie?
Ich kann nicht sagen, dass ich Natalie im Verlauf der Handlung näher gekommen bin, aber es wurde deutlich, wie ihr eigenes Glaubens- und Wertesystem funktioniert. Die Wendung am Ende fand ich überraschend, aber auch schlüssig und ich bin gespannt, was wir in Zukunft noch von Caro Claire Burke lesen werden.
Hab noch nie ein Buch wie dieses gelesen.
Ich hab die gesamte Gefühlsbreite erlebt.
Spannukg, Wut, Trauer, Schock, Unglaube, Mitgefühl... das Ende hab ich nicht kommen sehen. Ich muss es erstmal verdauen. Für mich einer der besten Bücher die ich gelesen hab.
„Yesteryear“ war für mich wirklich ein kompletter Fiebertraum im besten Sinne. Als ich das Buch beendet hatte, saß ich erstmal da und dachte nur: Was zur Hölle habe ich eigentlich gerade gelesen?
Im Mittelpunkt steht Natalie, eine Tradwife-Influencerin, die auf Social Media ihr perfektes Landleben auf einer Farm in den USA präsentiert. Alles wirkt perfekt, traditionell und natürlich streng christlich geprägt, bis sie plötzlich in der Zeit aufwacht, in der dieses Leben tatsächlich spielt.
Das Buch ist super satirisch und nimmt nicht nur Tradwife-Influencer auseinander, sondern wirft generell einen ziemlich kritischen Blick auf Influencer-Kultur, konservative Werte und religiösen Fanatismus in den USA. Gleichzeitig spielt auch das Thema Kinder im Internet und deren Vermarktung eine große Rolle, was ich richtig spannend fand.
Ich habe in anderen Rezensionen gesehen, dass manche Natalie als zu unsympathisch oder selbstverliebt kritisiert haben, aber genau das fand ich richtig gut. Sie lebt einfach komplett in ihrem eigenen Film und ich musste beim Lesen so oft schmunzeln, weil ihre Gedanken teilweise echt absurd waren. Natürlich ist sie kein Charakter, den man unbedingt mögen muss, aber genau das macht sie interessant. Man merkt nach und nach auch immer mehr, wie sehr sie sich selbst in bestimmte Dinge hineinsteigert und dass sie vielleicht gar nicht die Person ist, für die sie sich selbst hält.
Zwischendurch hatte das Buch für mich ein paar Längen und an manchen Stellen hat es sich etwas gezogen. Dafür war das letzte Drittel richtig stark und ich habe die Auflösung überhaupt nicht kommen sehen.
Insgesamt war „Yesteryear“ einfach komplett wild und definitiv nichts, was ich bisher schon mal gelesen habe. Wer Lust auf eine etwas schräge, satirische Geschichte mit einem kritischen Blick auf Social Media und das ganze Tradwife-Phänomen hat, sollte dem Buch auf jeden Fall eine Chance geben.
Meine Güte! Ich habe lange nicht mehr ein Buch unbedingt so schnell zu Ende lesen müssen. Und das Ende hat nicht enttäuscht, da überraschend anders als ich dachte.
Überhaupt ist dieses Buch erfreulich unvorhersehbar auf gewisse Weise. Christen in den USA, Tradwifes, der ganze SoMe-Kram drumherum, alles ein Begriff und bekannt. Aber wie sehr man sich in eine Ideologie und Idee verrennt und auf Biegen und Brechen durchziehen will?... nochmals: meine Güte!
Absolut empfehlenswert!
Kleine Randnotiz: Dietlind Falk und Lisa Kögeböhn als Übersetzerinnen scheinen ein gutes Gespann zu sein. Hat mir sehr gut gefallen. "No regrets" von Falk ist eins meiner Lieblinge und Kögeböhn übersetzt mMn hervorragend locker
„Ihr Leben ist perfekt. Solange man nicht hinter die Kulissen schaut.“
Natalie liebt ihr Leben. Nun, sie liebt nicht unbedingt ihren Ehemann Caleb oder ihre 5 Kinder, nein sie liebt das wohlhabende, durchinszenierte, kamerawirksame Leben, das sie führen.
Natalie, die ideale Ehefrau, die Vorzeige-Mutter, die perfekte Hausfrau und Farmbesitzerin - Natalie die Tradwife. Nach außen sieht es für ihre Millionen Follower auf Social Media so aus, als lebe sie das perfekte Leben einer guten, amerikanischen Mutter. Ihr ganzer Tag ist mehr oder weniger gescripted, ihren Haushalt führen ihre Angestellten, um die Kinder kümmern sich zwei Nannys. Natalie möchte eine Tradwife sein, sonnt sich in ihrer Rolle als Influencerin, genießt es von oben auf ihr Umfeld herabzuschauen.
Natalie ist eine Protagonistin, die es mir wirklich schwer gemacht hat, sie zu mögen. Zugegeben, eigentlich war es mir unmöglich. Auch die Rückblenden, die versuchen zu beleuchten, warum sie wurde, wie sie ist, bzw. warum sie sich bewusst entschieden hat, so zu werden, wie sie ist, machen sie (für mich) nicht sympathischer.
Die Geschichte spielt auf drei Zeitebenen: in der Gegenwart, in der Vergangenheit und mit einem Blick in die Zukunft. Das macht es spannend und interessant. Ich wollte einfach wissen, wie es für Natalie ausgehen wird, wollte wissen, was hier eigentlich passiert ist und habe mich durch den, wie ich fand, etwas faden und langatmigen, Mittelteil der Story gekämpft, um dann mit einem Ende konfrontiert zu werden, das…. wow, ja das irgendwie anders ist. Stimmig, interessant, aber dennoch irgendwie merkwürdig.
Fazit: eine Protagonistin, die ich nicht mochte, eine Geschichte, die mich zwischendrin fast etwas langweilte und ein interessantes, ungewöhnliches Ende. Hatte was. Eine Leseempfehlung von mir.
Die Geschichte hat mich wirklich gut unterhalten und ich konnte das Buch zum Teil nicht weglegen! Die Protagonistin ist natürlich nicht die sympathischste Person und sehr in die Irre geführt, aber ich fand zumindest den ehrlichen Einblick in ihre Gedanken sehr erfrischend und die Dialoge mit sich selbst sehr unterhaltsam. Ich musste manchmal wirklich laut lachen vor Absurdität. Das Ende und auch die Zeitabschnitte, die die „Yesteryear“ Periode behandeln fand ich nicht ganz ausgereift und so lala. Trotzdem insgesamt ein gutes Buch!
Yesteryear hat den ganzen Hype meiner Meinung nach absolut verdient. Das Buch greift wichtige und hochaktuelle Themen unserer Gesellschaft auf und regt dabei immer wieder zum Nachdenken an. Im Mittelpunkt stehen das moderne Frauenbild, politische und religiöse Einflüsse sowie häusliche Gewalt. Gleichzeitig sorgen spannende Thriller Elemente dafür, dass die Geschichte durchgehend fesselnd bleibt.
Besonders gut gefallen hat mir der Schreibstil der Autorin. Er ist packend, atmosphärisch und sehr angenehm zu lesen. Der Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart verleiht der Handlung zusätzliche Spannung und macht Nathalies Entwicklung umso eindrucksvoller.
Yesteryear ist ein kluger, intensiver und zugleich unterhaltsamer Roman, der lange nachwirkt. Ich kann das Buch von Herzen empfehlen. Und für alle, die nicht so gerne lesen: Die Geschichte wird bald verfilmt.
Ein wilder Ritt, ein bisschen Fiebertraum und viel Stoff zum Nachdenken, aber nur fast ein Highlight.
Natalie hat 5 Kinder, erwartet gerade das sechste und bewirtschaftet mit ihrem Mann eine abgelegene Farm. Eine ganz normale amerikanische Farmersfrau also?
Weit gefehlt. Natalie ist Influencerin auf Instagram mit mehr als 1 Million Follower:innen und betreibt einen Onlineshop. Sie ist eine gleichermaßen gefeierte wie gehasste Tradewife.
Und -natürlich- hat ihr echtes Leben nur sehr bedingt mit den zu tun, was sie vor der Kamera präsentiert.
Wie es zu dieser Art zu Leben überhaupt gekommen ist, warum ihr dieses Leben Stück für Stück entgleitet und wie sie irgendwann auf einer extrem ärmlichen Farm im 19ten Jahrhundert landet, davon erzählt Yesteryear mit spitzer Zunge und in oft bissigem Tonfall.
Auch der Bogen, der hier gespannt wird bis hin zur gelungenen Auflösung ist bemerkenswert.
Dabei wird nicht nur das Phänomen der Tradeswives kritisch betrachtet, sondern auch das Leben anderer amerikanischer Ultrakonservativer insbesondere rückwärtsgewandter evangelikaler Kreise beleuchtet.
Die Ich-Erzählerin löste in mir im Laufe der Geschichte zunächst Mitleid, dann Unverständnis und schließlich sogar Antipathie aus. Ihren Gedanken zuzuhören verursachte zunehmend ein Schaudern.
Mehr als einmal fragte ich mich, ob das noch eine überzeichnete, leicht dystopische Parallelwelt ist – oder längst eine Realität, die den Verhältnissen in Teilen der US-amerikanischen Gesellschaft bedrückend nahekommt.
Fast schon ploppte in meinem Hinterkopf die Meldung auf, dass erste konservative Bundesstaaten einen Book Ban für Yesteryear ausrufen.
…
Doch wenn ein Buch mit so einem Hypetrain daher kommt, wird bei mir auch gleich der kritische Blick ein bisschen schärfer.
Denn die auf die Ich-Erzählerin zentrierte Erzählweise ist eben auch eines: einseitig. Die weiteren Charaktere bleiben eindimensional, platt und klischeehaft. Und das ist schade.
Außerdem gab es einige Längen, die ich mehr überflogen als intensiv gelesen habe, um in der Story weiter zu kommen. Ich war teilweise sogar versucht, einige Seiten zu überblättern, weil es sich wie wiederholende Variationen las.
…
Mein Resümee ist, dass ich hier ein sehr gutes Buch gelesen habe. Ich hatte viel Spaß bei der Lektüre und bin gerne der Fährte gefolgt. Wenn man noch dazu betrachtet, dass es sich um ein Debüt handelt, kann man nur auf mehr Bücher der Autorin hoffen.
Auch die Übersetzerinnen haben hier unter Hochdruck (Original und deutsche Übersetzung erschienen beide im April) eine tolle Arbeit geleistet.
Deshalb ist Yesteryear ein Roman, den ich sehr gerne weiter empfehle. Für ein echtes Highlight reicht es für mich jedoch nicht ganz.
✨ Rezension ✨
Yester Year | Caro Claire Burke | Heyne | 464 Seiten | Übersetzt von Dietlind Falk und Lisa Kögeböhn | ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
Yester Year… Vielleicht das Hype Buch des Jahres so far? Auf jeden Fall zu recht, denn das war wirklich ein wilder Ritt! Wir begleiten hier eine unfassbar unsympathische Protagonistin auf ihrem Weg zu Trad Wife Ruhm, Absturz und zurück ins Jahr 1855. Nicht ganz in dieser Reihenfolge…
Natalie ist perfekt. Und konservativ. Und angelt sich den Sohn eines Senators, um mit ihm die perfekte konservative Familie zu gründen. Allerdings erfüllt ihr nun Ehemann nicht alle Erwartungen und so muss Natalie sich selbst was ausdenken. Es entsteht das Leben auf der Yester Year Ranch und der passende Content fürs Netz. Allerdings läuft das nicht so, wie man meinen könnte. Denn was man auf Social Media nicht sieht, sind zwei Nannys, eine Contant Planerin und einige Farmhelfer… Und irgendwie läuft alles gar nicht so perfekt, wie es scheint. Als sie dann aufwacht und es ist plötzlich 1855 ist die Verwirrung komplett. Was ist da passiert?
Ein wilder Fiebertraum, über mehrere Zeitebenen, unglaublich gut und unterhaltsam geschrieben und mit Protagonisten die man von der ersten Seite an verachten kann… Viel Sog zieht einen hier schnell durch die Seiten. Für mich ein Highlight das so viele aktuelle Themen und Probleme aufgreift und deutlich macht. Lest es unbedingt!
Dieser Roman ist von der ersten bis zur letzten Seite grandios und eins der besten Bücher, die ich je gelesen habe..es geht un so viel mehr als nur Natalie als Tradwife und der ominöse Zeitversatz. Ich habe alles daran geliebt : die Vergangenheit, die Gegenwart, die kurzen Kapitel. Und man fragt sich die ganze Zeit wer als erster durchdrehen oder, ob es doch übernatürlich ist.ich konnte es kaum weglegen und bin von der geschickt eingebauten Gesellschaftskritil und dem Blick auf Feminismus soooo begeistert. Wahnsinnsbuch
Es ist eine sehr krasse und verstörende Geschichte.
Ich muss sagen Natalie bleibt für mich die ganze Zeit eine unsympathische Protagonistin.
Trotzdem konnte ich das Buch nicht weglegen.
Es war richtig gut geschrieben mit vielen kurzen Kapiteln. Das Ende war überraschend und hat mich sehr nachdenklich zurückgelassen.
Der Glaube, eine Frau, ihre Familie und der Social Media Account. Was passieren kann wenn die Grenzen zwischen Realität und der Online-Welt verschmelzen wird von Caro Claire Burke in einer fantastischen Sprache erzählt. Ihr Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen.
„Vielleicht macht es mich einfach krank, wie perfekt ich mir mein Leben erschaffen habe.“
Natalie, eine tief gläubige junge Christin, vertritt nicht nur ein eigenes (oder vielleicht auch nicht 😅) Weltbild, sondern träumt auch davon, das Leben wie früher zu leben. Als Mutter vieler Kinder mit einem ebenfalls christlichen Ehemann, der seine Familie unabhängig vom “System” versorgt, sehnt sie sich nach einem traditionellen Lebensstil. Sie ist der festen Überzeugung das alle modernen Frauen verdammt sind und ihr Unglück mit ihren Kinderlosen und Unverheirateten Ansichten zerstören.
Mit 19 Jahren lernt sie während ihres Studiums Caleb kennen, den Sohn einer wohlhabenden Familie. Schnell erkennt sie, dass er der Schlüssel zu ihren christlichen Träumen ist.
Sie heiraten bald darauf und bekommen ihr erstes Kind. Natalie bricht ihr Studium ab und kauft mit finanzieller Unterstützung ihres wohlhabenden Schwiegervaters eine Farm – die Farm ihrer Träume. Gemeinsam mit ihrem Mann gestaltet sie das Leben Jahr für Jahr so, dass es einem perfekten christlichen Leben gleicht: viele Kinder, selbst angebautes Obst und Gemüse, Hühner, Kühe und ein idyllisches Farmhaus. Als sie jedoch feststellen, dass das Farmleben nicht nur harte Arbeit, sondern auch mit hohen Kosten verbunden ist, beschließt Natalie, ihr perfektes christliches Leben auf Instagram zu präsentieren. Mit großem Erfolg. Das traditionelle Leben scheint ein Millionenpublikum anzusprechen.
Eines Tages erwacht Natalie in ihrem perfekten christlichen Leben und stellt fest, dass ihr Wunsch, so zu leben wie früher, Realität geworden ist. Ihr Haus ist zwar immer noch ihr Haus, aber ohne den modernen Luxus wie Strom, warmes Wasser oder eine KitchenAid in der Küche. Stattdessen ist es zu einem Haus aus dem 19. Jahrhundert geworden, komplett mit allem, was dazugehört, und einem Ehemann, der ihr zeigt, wo ihr Platz in der Welt ist. Als christliche Frau hat sie nur eine Aufgabe: Kinder zu bekommen und den Haushalt zu führen und bloß keine Widerrede.
Dieses Buch und diese Geschichte haben mich sehr beschäftigt.
Würde ich nur Natalie und die meisten anderen Charaktere bewerten, würde ich nur einen Stern vergeben. Sie waren wirklich gestört, Nein ihre Ansichten waren eher gestört!
Und Natalie ist die Königin der absurdesten Ansichten, was das “moderne Leben” und vor allem, was Frauen und die Werte des 21. Jahrhunderts angeht.
Was muss man eigentlich inhalieren, um so fest davon überzeugt zu sein, dass man allem und jedem überlegen ist und dass die eigene Scheiße am besten riecht? 😅🤣
Das war alles so seltsam, hat mich wütend gemacht, aber vor allem hatte ich Mitleid mit ihr. Sie hat sich ein Einsiedlerleben erschaffen. Obwohl es auf Bildern und Videos perfekt aussieht, ist die Realität hinter verschlossenen Türen Natalies Albtraum. Ein Albtraum, den sie sich selbst erschaffen hat. Schließlich ist es ihr Traum gewesen.
Wie schon gesagt, würde ich nur die Charaktere bewerten würde ich dem Buch nur ein Stern vergeben, weil ich die so scheisse fand 😅 Aber die Story war wirklich gut geschrieben worden. Es gab eine menge Zynismus, auch etwas Humor obwohl es eher die Wortwahl war die Natalie gegenüber anderen Personen gedacht aber nie gesagt hat. Wie eine fromme perfekte Christin mit einem einem Wassertank voller Überheblichkeit!
Teilweise hat sich das hingezogen aber es gab immer ein Hauch von Spannung. Man wollte unbedingt rausfinden wie Natalie auf einmal im 19. Jahrhundert aufgewacht ist mit dem Wissem des 21.Jahrhunderts.
Das Ende hat mich umgehauen, hab null in die Richtung gedacht. Es zeigt wie sich Fanatismus entwickeln kann und das gerade Kinder die leichtesten Opfer in dieser Welt sind. 😭💔
Ein unterschwellig gesellschaftskritisches Buch, bei dem ich bis zum Schluss nicht wusste, auf was es hinauslaufen wird: Psychothriller? Dystopie? Dazu noch eine unsympathische, anstrengende, unreflektierte und teilweise kaum auszuhaltende Protagonistin, mit der ich mich zuerst gar nicht identifizieren konnte und am Ende doch Mitleid hatte. Yesteryear wurde schon vor Release in meiner Bubble extrem gehyped und konnte meine hohen Erwartungen tatsächlich erfüllen. Eine seltene und absolut verdiente 5-🌟 Bewertung!
Das Buch hat wunderbar satirisch gezeigt wie Fake oft das Influencerleben ist. Natalie inszeniert sich als die perfekte Christin, Ehefrau, Mutter und Farmerin- eine echte Tradwife eben. Aber eigentlich ist sie nur gehässig und überheblich und wird einem von Seite zu Seite unsympathischer. Als sie dann überraschend „die gute alte Zeit“ erlebt, kommt einiges anders.
Mir hat das Lesen wirklich gut gefallen und ich wollte wissen was es mit der Zeitreise auf sich hat. Auch die Rückblicke in Natalies Leben waren interessant. Die Auflösung war anders, als ich es erwartet hätte und passte insgesamt zusammen.
Yester Year erzählt von Natalie Heller Mills, die nach außen das perfekte Leben einer Tradwife auf Instagram präsentiert: idyllische Farm, fünf Kinder, attraktiver Ehemann und ein sorgfältig inszenierter Alltag in sozialen Medien.
Ich fand die Protagonistin von der ersten Seite an unsympathisch. Im Laufe des Romans durfte ich hinter die Fassade schauen, was Natalie immer noch nicht sympathisch werden lässt, aber Erklärungen liefert.
Dann entwickelt sich die Geschichte komplett anders als erwartet. Gerade die letzten 150 Seiten habe ich inhaliert.
Eine eindeutige Leseempfehlung!
Ich habe in einer anderen Rezession gelesen, das Buch sei wie ein Fiebertraum gewesen - und ja, das passt sehr gut, denn das war es. In der ersten Hälfte war ich mehrfach kurz davor abzubrechen. Ich hatte nur noch Fragezeichen im Kopf, wusste gar nicht wohin sich alles entwickeln wird. Ich hatte rein vom Klappentext her eine ganz andere Vorstellung vom Buch. ABER dann irgendwann wurde das Warten belohnt und das Ende?! - krass!
Ich glaube ich würde das Buch trotzdem empfehlen, man muss eben nur etwas durchhalten und alle Fragezeichen werden sich aufklären - versprochen 😄
Lange hat mich kein Buch mehr so reingezogen, so fasziniert - und zugleich auch so durchgeschüttelt. Gleichzeitig schrecklich und unterhaltsam, wie ein Fiebertraum. Ein wirklich großes Debüt! Ich würde so gerne fünf Sterne geben, aber ganz kann ich über die kleinen Ungereimtheiten und offenen Fragen nicht weggehen. Ein paar Seiten und Antworten mehr hätten definitiv gut getan.
„And please give my husband a spine. I’m tired of him needing to borrow mine.“
Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wo ich anfangen soll, denn mein Gehirn versucht immer noch zu verarbeiten, was Caro Claire Burke da mit *Yesteryear* abgeliefert hat. Ich bin mit der Erwartung an eine typische, leicht unheimliche Zeitreise-Story herangegangen, aber was ich bekommen habe, war ein absolut genialer, tief verstörender Roman und ein erzählerischer Vorschlaghammer. Die Geschichte um Natalie, die als millionenschwere „Tradwife“-Influencerin online das perfekte, erzkonservative Bullerbü-Idyll inszeniert, während hinter der Kamera Nannies, Produzenten und Luxusküchen versteckt werden, zieht einen sofort in ihren Bann. Natalie ist als Protagonistin extrem polarisierend, manipulativ und absolut unnahbar, aber genau dieser bissige, narzisstische Unterton macht sie zu einer faszinierenden Antiheldin, der man einfach zuschauen muss. Als sie plötzlich scheinbar im brutalen, dreckigen Jahr 1855 aufwacht und das harte, patriarchale Leben ohne Filter und ohne fließend Wasser am eigenen Leib erfährt, dachte ich, ich wüsste, wohin die Reise geht. Man ertappt sich bei einer gewissen Schadenfreude, während man mit ihr durch die wechselnden Zeitebenen stolpert. Doch das Finale hat mich einfach mit völlig offenem Mund zurückgelassen. Der finale Twist, also die schmerzhafte Enthüllung über das, was mit Natalie und ihrer Familie in der Realität wirklich passiert ist, bricht radikal mit jeder Erwartungshaltung. Es ist kein billiger Knalleffekt, sondern eine messerscharfe, fast schon deprimierende Demontage von Internet-Ruhm, Selbsttäuschung und der bitteren Realität hinter der Fassade. Wenn ein Buch es schafft, dass man nach der letzten Seite fassungslos die Wand anstarrt und das Bedürfnis hat, sofort von vorne zu beginnen, um all die versteckten Puzzleteile zu suchen, dann ist es ein meisterhaftes Jahreshighlight. Ein absolut grandioser, düsterer und verdammt zeitgemäßer Roman, der mich noch tagelang verfolgen wird!
Natalie ist die personifizierte Perfektion. Sie führt ein Traumleben auf einer abgelegenen Farm als Mutter und Hausfrau, umringt von einer Schar Kinder und einem liebevollen Ehemann, sehr bedacht auf traditionelle und christliche Werte.
Zumindest glauben das ihre Millionen von Followern! Täglich dürfen sie Natalie dabei zusehen, wie sie scheinbar mühelos den Haushalt, die Kindererziehung und ihr Dasein als Frau meistert. Doch hinter den Kulissen zeigt sich deutlich eine ganz andere Welt: Natalie und ihr Mann werden durch eine Schar Farmhelfer und Nannies unterstützt, die schön abseits der Kameras bleiben sollen. Die große Geldsumme auf dem Konto schadet hier auch nicht unbedingt. Schnell wird klar, dass die heile Welt nur im Scheinwerferlicht existiert. Und als Natalie plötzlich tatsächlich nur noch mit den Mitteln der Pionierzeit auskommen muss, bröckelt die Fassade ganz schnell...
Selten war mir eine Protagonistin so unsymphatisch! Natalie hält sich ab der ersten Seite für unfehlbar und straft alle anderen Frauen mit Verachtung. Nicht selten werden diese in ihrem Kopf aufs übelste beschimpft. Feminismus geradezu verteufelt. Nur ihre art des Glaubens und Lebens wird als der einzig richtige Lebensentwurf gesehen.
Erst im Verlauf der Geschichte kann man ihre Entwicklung zumindest nachvollziehen, wenn auch nicht unbedingt gutheißen.
Und trotz dieser Abneigung Natalie gegenüber, oder gerade deswegen, entwickelt diese Geschichte eine enorme Sogwirkung ab der ersten Seite! Man wartet ( und hofft auch insgeheim) darauf, dass ihre Welt irgendwann implodiert und ihr um die Ohren fliegt.
Ganz unerwartet wurde dieses Buch ganz schnell zu einem Lesehighlight!
Spanender Einblick die Gedanken einer christlichen Tradwife. Am Anfang konnte ich mir nicht vorstellen wie die Geschichte ein Ende findet, aber es wurde elegant gelöst.
Eine Protagonistin, die so zynisch und gehässig ist, dass man sie nicht ausstehen kann, und dabei voller Doppelmoral und Heuchelei ist, also genau das Gegenteil von dem ist, was sie zu sein vorgibt.
Generell ein Buch mit Widersprüchen, zynischem Humor und hervorragender Doppeldeutigkeit. Manchmal war ich verwirrt, manchmal war mir die Bedeutung klar wie ein Schrei ins Gesicht.
Es gibt in diesem Buch sehr viel zum nachdenken, sehr viel zu diskutieren und erörtern. Insbesondere das Thema Kinder kriegen und Frau sein in der Gesellschaft und soziale Unterschiede wurde charmant in die Geschichte eingewoben.
Zur Mitte hin ist es schon sehr ruhig, es passiert wenig, wir kommen nicht schnell voran. Aber dafür gibt es viel zwischen den Zeilen - und wenn man es am wenigsten erwartet, nimm das Buch zum Ende richtig an Fahrt auf und haut uns einen Plottwist um die Ohren, der mich wirklich begeistern und schockieren konnte. Auch wenn sich die Mitte etwas gezogen hat, wollte ich das Buch am Ende nicht mehr aus der Hand legen.
Ein Buch, das ich in seiner Gänze erst ganz am Ende beurteilen konnte und erstmal einige Tage verdauen muss. Auf jeden Fall etwas SEHR besonderes und - in dem Maße nicht erwartet - auf jeden Fall eins meiner Jahreshighlights!!i
Wie sehr kann man sich verlieren, wenn man eine Rolle spielt, um auf Social Media zu gefallen, anstatt auf die eigenen Bedürfnisse und Wünsche zu hören?
Ich war hin- und hergerissen zwischen Kopfschütteln und Mitleid. Ein beeindruckendes Buch! Ich freu mich jetzt schon auf den Film.
Was für ein Buch…!
Auch wenn Nathalie wirklich unsympathisch ist, hatte ich trotzdem wirklich oft Mitleid mit ihr. Sie ist weder das klassische Opfer noch die klassische Täterin. Psychologisch gesehen fand ich ihre Entwicklung irgendwie halt auch nachvollziehbar…?!
In diese fremden Gedanke abzutauchen war auf jeden Fall spannend. Ich wusste so gar nicht, wo die Story eigentlich hinführt und in was für einen Fiebertraum ich da gerade hineingezogen werde. Konnte es wirklich nicht aus der Hand legen.
Von mir eine ganz klare Empfehlung!
Bin zwei Tage ins tradwife business eingetaucht...
Das war wirklich ein wilder Ritt.
Dieses Buch hat mich die letzten zwei Tage völlig vereinnahmt. Es hat mich wütend, sprachlos, traurig gemacht.
Ich hatte mich vor dieser Geschichte noch nicht so eingehend mit tradwifes und Insta fame beschäftigt.
Aber was uns Mrs. Burke hier auftischt ist einfach der absolute Hammer.
In diesem Roman stecken neben deftigem Sarkasmus und Zynismus, ziemlich viele handfeste Lebensweisheiten, welche ich mir im Rausch gar nicht alle markiert oder aufgeschrieben habe.
Ich verrate nichts...! Sage nur, Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten...
Und ich bin froh, dass ich mir die finalen Seiten heute ungestört im Café zu Gemüte führen konnte.
Ein klasse Debüt.
Believe the hype!
Genau solche Bücher will ich lesen. über solche Bücher will ich sprechen, über solche Geschichten nachdenken.
Ich habe wirklich jede Seite gehasst: wir begleiten die (streng gläubige, konservative, selbstbezogene und unglaublich narzisstische) Protagonistin auf Ihrem Weg von der jungen Studentin, Ehefrau und Mutter zur öffentlichen Tradwife und Influencerin.
Keine einzige erwachsene Person in diesem Buch war mir sympathisch. Größtenteils nicht mal die Kinder Und trotzdem (! war das Buch einfach sooooooo gut, dass ich nicht aufhören konnte mit lesen und mit Nachdenken. Ich musste immer wieder unterbrechen und mit mir selbst argumentieren.
Die Geschichte ist auf so schlaue, satirische und trauria wahre Weise erzählt und die behandelten Themen wie die zunehmende Romantisierung traditioneller Werte und vergangener Zeiten, Rückkehr zu konservativen Ansichten, Idealisierung von Tradwife Influencerinnen und der gesellschaftliche Druck unter dem Frauen und Mütter stehen sind so hoch aktuell wie nie.
Wenn du die Kapazität dafür hast: bitte lies dieses Buch Denn anders als die Protaqonistin dürfen wir die Augen nicht vor den aktuellen Entwicklungen und Geschehen verschließen und uns nicht einfach rausnehmen aus der Welt um uns.