Wenn Gift zur Faszination wird
Nachdem ich das Buch zunächst begonnen und dann für einige Monate pausiert hatte – allerdings eher wegen anderer Bücher und einer kleinen Leseflaute – habe ich The Poisoner schließlich innerhalb von zwei Tagen nahezu verschlungen. Gerade die letzten drei Viertel haben mich so sehr gepackt, dass ich kaum noch aufhören konnte zu lesen. Die Geschichte startet wie eine klassische, leicht düstere Stalker-Erzählung, bekommt jedoch durch übernatürliche Elemente eine besondere Note, die sie von typischen Geschichten dieser Art abhebt. Diese Mischung sorgt dafür, dass das Buch trotz bekannter Grundstruktur frisch und interessant wirkt. Besonders hervorzuheben ist die durchgehend spannende Atmosphäre. Es gibt viele fesselnde und reizvolle Szenen, die mich immer wieder zum Weiterlesen motiviert haben. Der sogenannte „Spice“ ist zunächst eher dezent eingesetzt, entwickelt sich aber gegen Ende deutlich stärker und wird dort auch wirklich intensiv und gut umgesetzt. Ein echtes Highlight waren die Plottwists: Während sich einer davon bereits erahnen ließ, hat mich der andere komplett überrascht und wirklich umgehauen. Genau solche unerwarteten Wendungen machen für mich den Reiz eines Buches aus. Auch das Thema Giftmischerei fand ich äußerst interessant. Es bringt eine besondere, fast schon lehrreiche Komponente mit sich, da man Aspekte kennenlernt, die in vielen anderen Büchern so nicht vorkommen. Ein kleiner Kritikpunkt bleibt jedoch das Ende: Während das vorletzte Kapitel noch sehr stark und bedeutungsvoll wirkte, fühlte sich das letzte Kapitel etwas losgelöst und verwirrend an, da es nicht wirklich an die vorherigen Ereignisse anknüpft. Das hat bei mir einige Fragezeichen hinterlassen. Insgesamt ist The Poisoner für mich ein sehr gelungenes, spannendes und teilweise überraschendes Buch, das mit einer besonderen Thematik und starken Wendungen überzeugt. Trotz kleiner Schwächen am Ende bin ich jetzt umso gespannter auf den zweiten Band.











