Bitte mehr davon
Wir lernen das unfreiwillige Ermittlerduo König und Faber kenne. Er, der im Krieg verwundete Kommissar König , sie die arbeitslose Fotografin und ehemalige Widerständlerin im Nazi-Regime. Wir schreiben das Jahr 1947, ein eiskalter Winter in Berlin, in die Geschichte als Hungerwinter eingegangen. Der Schwarzmarkt blüht und inmitten der Trümmer entdeckt Lou Faber eine Leiche. Sie ist seltsam zur Schau gestellt und auch der Kommissar kann mit dieser Inszenierung nichts anfangen. Doch als noch eine 2. Leiche auftaucht ergibt sich eine Spur die wohl mit einem toten Mädchen während des Krieges zusammenzuhängen scheint. Doch wie, dass zeigt sich erst, als es schon fast zu spät ist. Anne Stern gibt uns hier ein Duo mit Ecken, Kanten und Vergangenheit. All das passt wunderbar in diese schreckliche Zeit, denn ohne Blessuren kam so gut wie niemand aus dem Krieg. Durch ihre bildhafte Sprache, die aber nicht überladen ist, kann man mit den Menschen mitfühlen. Man merkt den Hunger und die Kälte und man möchte wissen, warum der Täter gemordet hat. Was steckt dahinter? Ich wünsche mir noch mehr Bücher mit den Beiden, denn sowohl der Fall ist interessant als auch das Setting im zerstörten Berlin, in dem man aber trotz allem merkt, dass es wieder aufwärts geht. Klare Leseempfehlung!

