Wie eine warme Tasse Tee in einer versteckten Buchhandlung
Kirschblüte in der Freitagsbuchhandlung von Sawako Natori ist für mich ein unglaublich cozyes und ruhiges Wohlfühlbuch, das mich auf eine sehr sanfte Weise begleitet hat. Die Geschichte spielt in einer versteckten Buchhandlung mit Teesalon nördlich von Tokio, um die sich eine urbane Legende rankt: Dort wartet immer genau das Buch auf einen, das man gerade braucht. Als der Student Fumiya auf der Suche nach einem verlorenen Buch seines kranken Vaters die Freitagsbuchhandlung besucht, begegnet er nicht nur besonderen Büchern, sondern auch einem außergewöhnlichen Besitzertrio und vielen Menschen mit ihren eigenen Geschichten. Besonders gefallen hat mir genau diese Atmosphäre der Buchhandlung. Alles fühlt sich warm, ruhig und einladend an. Die Figuren bringen ihre eigenen Themen mit, und trotzdem wirkt nichts überladen oder dramatisch. Stattdessen begleitet das Buch einen eher entspannt und regt dabei trotzdem zum Nachdenken an. Sehr schön fand ich auch, wie die Bücher innerhalb der Geschichte behandelt werden. Dass die Autorin im Nachwort selbst erzählt, welche Bedeutung die erwähnten Bücher für sie hatten, hat dem Ganzen noch einmal eine persönliche Ebene gegeben. Das Ende fühlte sich für mich rund an und hätte auch wunderbar als Einzelband funktionieren können. Umso schöner ist es zu wissen, dass die Reihe weitergeht. Für mich hatte das Buch stellenweise etwas von einer japanischen Version von Das Café am Rande der Welt – nur ruhiger, wärmer und weniger belehrend. Fazit: Ein stilles, warmes Buch über Menschen, Geschichten und die richtigen Bücher zur richtigen Zeit. Perfekt für alle, die cozy und philosophische Geschichten lieben.
