Ein Buch, das mich gleichzeitig fesseln und zur Verzweiflung treiben konnte.
Gott, das ist echt schwierig für mich zu bewerten 🫣 die Geschichte war wirklich super interessant und hatte richtig viel Potential, aber die Charaktere und vor allem die Dialoge haben es mir erschreckend effektiv schwer gemacht, überhaupt dranzubleiben 😭 In einer Welt, 900 Jahre nach der Unterjochung der Fae, gelingt Ava die Flucht aus dem Schloss, obwohl sie mit ihrem Iladri die wertvollste Waffe der Königin ist und dabei sowohl ihre Schwester als auch den Mann, den sie liebt, zurücklassen muss. Als sie dann mehrere telepathische Hilferufe ihrer Schwester empfängt, kehrt sie zurück, um sie zu retten, und bekommt Unterstützung von ihrer alten Liebe sowie neu gewonnenen Verbündeten. Klingt gut? Fand ich auch, wirklich, ich war bereit, mich emotional zu ruinieren zu lassen. Irgendwie bin ich mit dem Schreibstil allerdings nicht warm geworden. Vieles wirkte holprig, fast so, als würde der Text selbst nicht genau wissen, wohin er will. Es gab Momente, in denen es plötzlich besser lief, nur um dann wieder in ein stilistisches Stolpern zu verfallen. Und dann wurde mir klar: Es sind die Dialoge. Diese Dialoge. Die Charaktere springen emotional in einer Geschwindigkeit, die selbst mich schwindelig gemacht hat. „Huch, wo kam das denn jetzt bitte her?“ 🤨 Das Worldbuilding hingegen hat mir wirklich gut gefallen und auch die Grundstory hat mich gehalten. Das war der rote Faden, an dem ich mich festgeklammert habe, während um mich herum die Dialoge wild um sich schlugen. Leider fehlte am Ende dieser eine fiese Cliffhanger, der mich zwingt, Band 2 zu lesen 😖 stattdessen blieb eher ein Schulterzucken zurück. Richtig cool fand ich den Aufbau mit den Gesetzestexten und Bucheinträgen zwischen den Kapiteln. Das hat nicht nur Hintergrundwissen geliefert, sondern auch Spannung aufgebaut. Leider verlief dies irgendwann im Sande. Als ob die Ideen fehlten. Besonders die Erklärung zu den Augenfarben der Feen, die wie ein Stimmungsring funktionieren, war ein schönes Detail. Umso erstaunlicher, dass diese Information später einfach vorausgesetzt wird, ohne sie nochmal einzuordnen. Gerade am Anfang erklären sich die Charaktere in ihren Dialogen gegenseitig jedes noch so kleine Detail der Welt, aber ausgerechnet hier wird plötzlich auf geheimnisvoll getan 🤣 konsequent inkonsequent, könnte man sagen. Leider ist es dann auch noch Friends-to-Lovers, bei dem ich innerlich direkt dachte: „Oh nein, bitte nicht, wie langweilig!“ 🤣 später kommt zwar noch eine weitere Person dazu, die minimal für Drama sorgt, und ja, das habe ich ein kleines bisschen gefeiert, aber dieser Konflikt bleibt so unterentwickelt, dass er eher wie ein höflicher Gastauftritt wirkt als wie echtes Chaos. Die Found Family hingegen hat mein Herz zuverlässig abgeholt, das funktioniert bei mir einfach immer 🥰 und natürlich ist es wieder dieser große, warme Bär von einem Mann, der sich heimlich ins Zentrum meines Herzens geschlichen hat. Überraschung gleich null, Freude trotzdem da 🤣 Trotzdem konnte ich keinem Charakter wirklich trauen, und ich bin mir bis jetzt nicht sicher, ob das Absicht war oder einfach an den extremen Stimmungsschwankungen lag 😅 Tarim, der menschliche „Friend“, startet als absolute Green Flag, charmant, loyal, interessant, und das obwohl er ein Kriegsheerführer ist. Gegen Ende driftet er allerdings so stark in Kitsch und Schnulz ab, dass ich kurz überlegen musste, ob ich aus Versehen in ein anderes Buch gerutscht bin 🤢 Und Ava, die Protagonistin, wirkt, als würde sie sich selbst nicht ganz einig sein, wer sie eigentlich sein möchte. Anfangs stark, entschlossen und fast schon beeindruckend badass, entwickelt sie sich erstaunlich schnell zu einer klassischen Jungfrau in Nöten, die mehr reagiert als agiert. Diese Inkonsistenz zieht sich leider durch einen Großteil ihrer Entwicklung und macht es schwer, wirklich mit ihr mitzufiebern. Unterm Strich bleibt für mich eine Geschichte mit großartiger Idee und spannendem Fundament, die sich jedoch selbst durch unausgereifte Dialoge und sprunghafte Charaktere ausbremst, sodass am Ende mehr Frust als Begeisterung übrig bleibt. ⭐⭐























