Eine sehr gelungene Story in der zwei Welten aufeinander treffen. Es ist spannend und vor allem traurig zu lesen,
Der Schreibstil ist etwas gewöhnungsbedürftig. Ein allwissender Erzähler im Wechsel aus der Sicht beider Protagonisten. Es gibt Zeitsprünge, die aber nichts durcheinander bringen und was auch sehr gewöhnungsbedürftig ist, oft werden die bereits erlebten Situationen noch einmal wortwörtlich im Folgekapitel aufgegriffen und dann aus der Sicht des jeweils anderen beschrieben. Besonders viel wörtliche Rede gibt es nicht. Der Erzähler übernimmt sehr viel. Wahrscheinlich ist auch das der Grund, warum ich nicht vollends in die Geschichte eintauchen konnte, wobei mir manche Ereignisse (vor allem Nico) schon extrem nahe gingen und Tränen in die Augen trieben. Ich denke wirklich, die Ich - Erzähler-Perspektive hätte der Story um Lukas und Nico besser gestanden. Ich habe eigentlich nur weiter gelesen, weil mich die Thematik und Konstellation der beiden Protagonisten und das Ende interessiert haben: Lukas, 27, offen schwul und seit drei Jahren mit seinen Traummann verheiratet. Es könnte so schön sein, hätte nicht genau der Traummann das öffnen der Ehe vorgeschlagen, was Lukas widerwillig mit macht und es irgendwann nicht mehr kann und Thomas den eigentlichen Dreier überlässt... Die Streitereien zwischen ihnen nehmen zu. Die Beleidigungen und verbalen Erniedrigungen Lukas gegenüber auch und somit sieht er das Ende der Ehe auf sie zusteuern. Dann haben wir noch Nico. Familienvater, glücklich verheiratet mit seiner Jugendliebe und geht in seinem Schrebergarten auf. Ein Erlebnis in der Dusche seines Fitnessstudios lässt ihn plötzlich an seiner Sexualität zweifeln und somit beginnt die Suche nach sich selbst. Während er sich immer mehr von seiner Frau distanziert, sich immer mehr in einer Lügenwelt verstrickt und mit extremen Gewissensbissen zu kämpfen hat, kann er es dennoch nicht lassen und trifft sich ab und an heimlich mit Männern. Die Katastrophe ist vorprogrammiert...





