29. Apr.
Rating:4.5

Der Wind der Veränderung

Schon nach wenigen Zeilen des Lesens merkt man, dass dieses Buch etwas ganz besonderes und einzigartiges ist. Ich hatte mir vorher keine Rezensionen durchgelesen (mach ich fast nie bei ungelesenen Büchern), aber hinterher wurde mein erstes Feeling oft bestätigt: Es hat so krasse Ghibli-Vibes. Meine erste Assoziation zu Tuani und Girasár war Heidi und ihr Großvater 😌 Das liegt vor allem an der sehr gemütlichen, aber dennoch fesselnden Erzählweise und an den sehr detailreichen Mimiken und Gestiken der Charaktere. Außerdem ist die Atmosphäre und auch die Geschichte selbst so bittersüß. So voller Leichtigkeit, weil man richtig diesen Vibe mit den Adlern, den Winden und dem Federorakel auch in Tuanis Charakter fühlt, aber gleichzeitig so melancholisch, weil alles diese Vorahnung und auch die Erinnerung an etwas Furchtbares hat. Zudem wird hier symbolisch und metaphorisch sehr viel thematisiert. Erwachsenwerden, Veränderung, Fortschritt vs. Tradition, Reue, Fernweh vs. Heimat und sehr sehr viele intensive Gefühle (auf gänzlich unromantische Art). Und das alles auf einer Insel, die zwar von den Winden karg gemacht, aber dennoch traumhaft idyllisch wirkt, genau wie der erhabene Adlerturm. Die Geschichte hat ein gar nicht so exorbitantes oder detailreiches Worldbuilding, ist aber trotzdem mystisch und interessant. Es dreht sich hauptsächlich um folklore-artige Naturreligion, zentriert um die Adler der Insel. Sehr schöne Idee und einfach irgendwie zauberhaft. Da braucht es gar keine langatmigen Erklärungen über verschiedene Reiche und vergangenen Kriege. Es klingt nur so nebenbei an, dass da natürlich noch viel mehr Lore dahintersteckt. Allerdings hab ich mich gerade am Anfang etwas mit all den Eigennamen bombardiert gefühlt. Hinten gibt es zwar ein Glossar, was cool ist, aber für mich war der Einstieg dadurch trotzdem etwas holprig. Am Ende der Geschichte wurde es ein wenig turbulenter und die Auflösung des Ganzen fand ich wunderbar und auch überraschend. Alles in allem war die Geschichte natürlich kein krasser Pageturner, aber als Gesamtpaket so besonders, dass man einfach immer in die Welt zurückkehren wollte. Auch wieder ein Buch, wo ich das Gefühl beim Lesen gar nicht so richtig beschreiben kann, aber in jedem Fall sage ich: Es lohnt sich, den Adlerturm zu besuchen.

Der Adlerturm
Der Adlerturmby Hendrik Roth
2. Jan.
Rating:5

Sprachlich schön geschriebene, charakterzentrierte Low Fantasy mit Tiefgang

„Der Adlerturm“ ist ein besonderer Roman, der eine sehr interessante Wirkung entfaltet, mit starken Figuren, tollem Worldbuilding, und einem Plot der über ein reines Abenteuer hinausgeht. Die Geschichte ist eindringlich und manchmal schmerzvoll, durchaus auch dramatisch, dabei aber nie brutal; der schöne sprachliche Stil unterstützt den langsamen Fluss der Geschehnisse. Das Ende hat eine gewisse Tragik und gibt gleichzeitig Hoffnung. Ich habe sehr mit den Charakteren gefühlt, sodass es mir manchmal schwer fiel, weiterzulesen, vor allem wenn nach und nach immer mehr, teils schmerzhafte, Veränderung eintritt. Zum Thema Veränderung hatte ich im Lesezeitraum allerdings auch einen starken persönlichen Bezug, das hat es sicher erschwert. Mit dem langsamen Erzähltempo, den Eigenheiten und Besonderheiten der Protagonist*innen, und dem tiefere Sinn der sich erst nach und nach offenbart, hat mich „Der Adlerturm“ an die Werke von Michael Ende erinnert — nicht zuletzt auch wegen des „Parabel-Charakters“. Wer sich auf das Buch einlässt, kann hier einen literarischen Schatz entdecken. Ich freue mich schon sehr auf Hendriks nächsten Roman.

Der Adlerturm
Der Adlerturmby Hendrik Roth
27. Nov.
Absolutes, herzzereißendes Highlight!
Rating:5

Absolutes, herzzereißendes Highlight!

[Werbung | Rezensionsexemplar] "Der Adlerturm" ist Hendriks zweites Buch und komischerweise habe ich es vor seinem ersten gelesen. Und dennoch musste es seit Release im September auf mich warten. Aber es war genau richtig so. Man braucht für dieses Buch Ruhe (zum nachdenken) und man braucht Geduld (mit sich selbst und den Charakteren). Am Anfang dachte ich: oh hm ob das meins wird, aber spätestens ab S. 100 wurde es einfach nur noch besser und besser. Ich konnte mich immer mehr in die Charaktere fallen lassen, die realistische, frustrierende, aber sehr gute Entwicklungen durchmachen, und in die Welt der windumtosten Insel der Adler. Die Tiefe, die Hendrik auf so wenigen Seiten erschaffen hat ist bewundernswert: Die inneren Konflikte der Menschen, ihre Motivationen ... all das hat mich richtig ergriffen. 🥺 Mein persönliches Highlight: Die ganze hidden history über die Festung, die wir gemeinsam mit der Forscherin Juloon entdecken! Bei Schriftzeichen an den Wänden und verborgenen Räumen, uralten Ritualen hat man mich einfach sofort in der Tasche. I am a simple woman like that. 😆 Was aber wohl am längsten mit mir verbleiben wird sind die Emotionen. Die melancholische Stimmung, die Hendrik so meisterhaft beschworen hat, genauso wie das Gefühl der Einsamkeit aber auch der Wärme beim Lesen. 🫶🏼 Was ihr bekommt auf den knapp ~360 Seiten: 🪶 Charaktere voller Ecken und Kanten, die Euch nerven und dann zum weinen bringen werden 🪶 Ganz viel Tiefe. In jedem Moment. Beziehungen, Worldbuilding, Geschichte. 🪶 jede Menge philosophische Gedankenanstöße 🪶 ein dramatisches und dennoch perfektes Ende 🪶 hidden history, alte Ruinen und die Frage wie weit man bereit ist zu gehen für Neues 🪶 ein wirklich SEHR gut durchdachtes Worldbuilding aber OHNE die Geschichte zu überladen (die vielen verschiedenen Winde sind nur einer der genialen Aspekte) Es ist eine Geschichte über Mut, Pflicht und über das Hinauswachsen aus sich selbst. Ich kann es wirklich nur wärmstens empfehlen!

Der Adlerturm
Der Adlerturmby Hendrik Roth
16. Nov.
Eine besondere Geschichte über Selbstfindung, Einsamkeit und den Mut, Veränderung mit offenen Flügeln zu empfangen!
Rating:5

Eine besondere Geschichte über Selbstfindung, Einsamkeit und den Mut, Veränderung mit offenen Flügeln zu empfangen!

🪶 Der Adlerturm hat mich auf eine besondere Art und Weise berührt, wie es bisher selten ein Buch geschafft hat. Hendriks Schreibstil ist poetisch, sanft und doch eindringlich. Er schafft es auf subtile Art und Weise die Stimmung zu lenken und berührt einen mit seinen Worten auf einer tiefen emotionalen Ebene. Man durchlebt die Geschichte nicht nur als Zuschauer:in, sondern fühlt sich eher selbst als Teil davon. 🪶 Die Geschichte besticht vor allem durch ihre vielschichtigen Charaktere, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Dank der vier verschiedenen Erzahlperspektiven lernen wir jede dieser Figuren intensiv kennen - ihre Hoffnungen, Träume, Inneren Konflikte und nach und nach auch die Geheimnisse, die sie mit sich tragen. Als Leser:in lebt man jeden Moment mit und wird Teil der Entwicklung, die alle vier im Laufe der Handlung durchlaufen. 🪶Hendrik hat viele originelle Ideen in die Erzählung eingewoben, doch am schönsten fand ich das Konzept der verschiedenen Winde: Von Hava Anak, dem Wind des Frühlings, Hava Arol, Wind der Adler, bis hin zu Hava Ingane, dem Wind der Veränderung - Jeder dieser Winde trägt ein eigenes Gefühl, eine tiefere Bedeutung in sich, welche man manchmal erst vollständig begreift, wenn er längst wieder verweht ist. Auch die Vorstellung, dass die Adler die Seelen der Verstorbenen in sich tragen und mit ihnen hoch in den Himmel steigen, finde ich wundervoll. Insgesamt war diese Geschichte eine besondere Reise mit einem wunderschönen Ende, das mich zu Tränen gerührt und noch lange danach begleitet hat. Vielen Dank an Hendrik für das Rezensionsexemplar!

Der Adlerturm
Der Adlerturmby Hendrik Roth
31. Okt.
Rating:4

Zwischendurch grausam, aber so ein schönes Ende

Insbesondere im letzten Drittel musste ich das Buch immer wieder aus der Hand legen… Ich konnte nicht weiter lesen, da zu viel (schlimmes? Bzw zu viel Veränderung) auf einmal passierte. Aber das Ende! Selten so was herzerwärmendes und insbesondere rundes und ausführliches Ende ohne offene Handlungsstränge gelesen 🫶🏻

Der Adlerturm
Der Adlerturmby Hendrik Roth
13. Okt.
Ein stiller, poetischer Roman, der mit seiner Tiefe, Symbolik und ruhigen Kraft genau im richtigen Moment zu mir gefunden hat.
Rating:4

Ein stiller, poetischer Roman, der mit seiner Tiefe, Symbolik und ruhigen Kraft genau im richtigen Moment zu mir gefunden hat.

Der Adlerturm ist ein stiller, aber kraftvoller Roman über das Werden, das Loslassen und die Suche nach dem eigenen Platz im Leben. Die Insel, auf der Tuani lebt, wirkt wie eine Welt außerhalb der Zeit - ein Ort, an dem Mythen, Natur und Weissagungen ineinandergreifen. Hier entfaltet sich eine Erzählung, die mehr ist als eine Geschichte: Sie wird zum Spiegel für Fragen, die wir alle kennen. Besonders eindrucksvoll ist, dass Hendrik Roth aus vier Perspektiven erzählt. Jede Stimme bringt eine andere Wahrheit ans Licht: Tuani, neugierig und voller Sehnsucht nach Entdeckung, erinnert an das ungestüme Kind in uns. Girasár, der Ziehvater, steht für Weisheit und Beharren im Alten. Junoon, die Forscherin, verkörpert den Drang nach Wissen, während Errudun, ihr Gehilfe, seine eigene, zurückhaltende Tiefe offenbart. Zusammen formen sie ein Geflecht aus Sichtweisen, das zeigt, wie unterschiedlich man die gleiche Welt erleben kann. Der Schreibstil ist poetisch und voller Symbolik. Er lässt Bilder sprechen - Winde, Federn, Stimmen der Natur werden zu Metaphern für Veränderung, Vertrauen und die Zerbrechlichkeit menschlicher Gewissheiten. Atmosphäre und innere Entwicklung stehen im Mittelpunkt. Am Anfang brauchte ich etwas Zeit, um in den Rhythmus der Geschichte zu finden - doch genau darin liegt ihre Stärke. Dieses Buch möchte nicht verschlungen, sondern in Ruhe entdeckt werden, Zeile für Zeile. Und gerade das hat mir unglaublich gut gefallen. Auch die Gestaltung ist ein Teil des Erlebnisses - die Kapitelbilder, die jeder Figur gewidmet sind, und die eingeflochtenen Forschungsnotizen von Junoon schaffen ein Gefühl von Intimität, als blättere man in einem persönlichen Archiv. Das Ende kam leise, aber überraschend. Kein Knall, sondern ein Nachhall, der bleibt. ✨✨ „Der Adlerturm“ ist leise, aber tief - eine Low Fantasy, die in der Stille leuchtet und zum Nachdenken einlädt. Für alle, die poetische, bedeutungsvolle Geschichten lieben, ist dieses Buch ein kleiner Schatz.

Der Adlerturm
Der Adlerturmby Hendrik Roth
29. Sept.
Rating:5

Super tiefgründige und berührende Geschichte über den unterschiedlichen Umgang mit Veränderungen und den Konflikten, die daraus entstehen können.

Die Geschichte wird aus vier Perspektiven erzählt. Jeder der Charaktere hat seine Eigenheiten, Ziele, Erfahrungen und Konsequenzen, die daraus gezogen werden. Daraus entstehen natürlich auch Spannungen, die in dieser Geschichte auf sehr wundervolle Weise erzählt werden. Auch das Setting konnte mich mehr als überzeugen. Eine Insel mit uralten Traditionen, auf der sich mehr als ein Geheimnis versteckt. Was hat es mit dem Turm auf sich? Ist er nur das Zuhause der Adler und des Orakels der Federn oder gibt es noch andere Dinge hier zu entdecken? Der wundervolle Schreibstil des Autors konnte mich wie auf Flügeln durch die Geschichte tragen und hat mich sehr zum Nachdenken angeregt. Ganz klare Leseempfehlung von mir für Lesende, die weniger Action, sondern mehr das Zwischenmenschliche suchen.

Der Adlerturm
Der Adlerturmby Hendrik Roth
26. Sept.
Rating:5

Ein ganz großartiges Beispiel dafür, was für einzigartige, wunderbare Bücher man um Selfpublishing finden kann. Es ist Peaceful Low Fantasy und wird auch ohne epische Schlachten sooo spannend. Und die Auflösung hab ich nicht kommen sehen! Ganz große Empfehlung. 🥰

Der Adlerturm
Der Adlerturmby Hendrik Roth
14. Sept.
Rating:4

Das Orakel gewährt jedem nur eine Feder!

Ich hatte das große Glück dieses wunderbare Buch bereits vorm Erscheinen lesen zu dürfen! Ebenso wie das erste Buch von HR ist auch dieses ein Buch, dass im Genre High Fantasy angesiedelt ist und ohne große epische Schlachten auskommt (eben eine peacefull fantasy ;) ). Es ist dadurch jedoch keineswegs langwierig, sondern lebt durch seine Geheimnisse und zwischenmenschlichen Beziehungen, die mit einen unglaublich poetischen Schreibstil erzählt werden. Es ist ein Schreibstil den man in nur wenigen Büchern findet und der mich besonders verzaubert hat. Mit vier POV's begleiten wir die vier Hauptpersonen durch das Buch und jede Person brachte ihre ganz eigene Sicht auf die Story mit sich. Ich hab es sehr gemocht ihren Werdegang zu verfolgen, ihre Geheimnisse für mich zu ergründen und ihre Motivation, sowie den Forscherdrang (die Tagebuchseiten von Junoon - Chefs kiss!) und (mitunter) auch ihre Weiterentwicklung. Doch auch die Selbstfindung und das Finden der eigenen Bestimmung sind zentrale Motive und das waren dann auch Themen die mich besonders emotional mitgenommen haben. Durch die Kombination all dieser Dinge habe ich das Buch für mich zwischen den Werken von Cornelia Funke und Tolkien eingeordnet und kann es daher auch allen Fans dieser Autoren nur wärmstens ans Herz legen. Auch möchte ich für alle noch erwähnen, dass die Story komplett ohne Romance auskommt.

Der Adlerturm
Der Adlerturmby Hendrik Roth