Was passiert, wenn ein Geist dich bittet, die Hochzeit deiner Schwester zu verhindern? Genau mit diesem Gedanken startet „Heirate nicht - Ne te marie pas“ von Sabine Brandl.
Nora reist widerwillig zur Hochzeit ihrer Schwester ins Burghotel Rabenfels. Dort begegnet sie dem Geist der jungen Marie, die behauptet, Sophies Verlobter werde zum Mörder. Gemeinsam mit der charmanten Barfrau Lucy und ihrer Großmutter Evelyn versucht Nora herauszufinden, was vor siebzig Jahren wirklich geschah und ob ihre Schwester tatsächlich in Gefahr ist.
Besonders gefallen hat mir die Mischung aus sapphic Romance, Familienchaos und der Extraportion Grusel. Die Beziehung zwischen Nora und Lucy entwickelt sich angenehm natürlich, während die Geschichte selbst um Marie und Evelyn der Handlung die nötige Tiefe verleiht. Gerade dieser Blick auf queere Liebe in einer vergangenen Zeit hat mir besonders gut gefallen - es zeigt, dass es queere Menschen schon immer gab.
„Heirate nicht“ ist ein herzerwärmender Roman mit Humor und Spannung. Genau die richtige Mischung für alle, die romantische Geschichten mit Urban Fantasy-Elementen mögen.
Im Burghotel, die Örtlichkeit der Hochzeitsfeier ihrer Schwester, trifft Nora auf Burggeist Marie, die sie beauftragt, dafür zu sorgen, dass die Hochzeit abgesagt wird, denn der Bräutigam soll Böses im Schilde führen. Barfrau Lucy unterstützt Nora dabei und die Begegnung mit ihr sorgt schnell für Herzklopfen. Und auch wenn Nora ihre Oma Evelyn zur Seite steht, die früher heimlich in Marie verliebt war, weiß sie nicht so genau, ob sie Marie trauen kann und ihre Schwester wirklich von der Hochzeit abhalten soll...
Dieser Roman von Sabine Brandl ist eine tolle Mischung aus Romance, Humor und einem Hauch Spuk und dabei wunderbar warmherzig. Ein Geist mit klarer Mission, eine bevorstehende Hochzeit, die auf der Kippe steht, und eine Wahrheit, die irgendwo zwischen Vergangenheit und Gegenwart verborgen liegt.
Nina war mir direkt sympatisch, sie ist selbstbewusst, hat ihren eigenen Stil und sie hält nichts von den Erwartungen, die ihre Eltern an sie stellen. Unterstützung erhält sie von Oma Evelyn, die ihr mit Witz und Lebenserfahrung zur Seite steht, und mit ihrer bewegenden Liebesgeschichte aus der Vergangenheit dem Roman zusätzliche Tiefe verleiht. Ihre Verbindung zu dem Geist Marie ist nicht nur emotional, sondern auch ein wunderschönes Zeugnis von Liebe zweier Frauen über Jahre hinweg.
Die Spukelemente fügen sich perfekt in die Handlung ein, denn sie sind geheimnisvoll, aber auch charmant und überraschend humorvoll. Die Frage, ob man einem Geist trauen kann, schürt die Spannung bis zum Schluss.
Ein Buch, das gleichzeitig zum Lächeln und Mitfiebern einlädt. Wer F/Romance mit Herz, Humor und einem liebevollen Mystery-Touch sucht, wird diesen Roman lieben. Absolute Leseempfehlung!
Ich liebe ja Burgen und Mittelalter und den ganzen Kram und queere Geschichten sowieso. Also musste ich “Heirate nicht - ne te marie pas!” von Sabine Brandl einfach lesen. Es geht darin nämlich um die lesbische Mittdreißigerin Nora, die in einer Coverband singt, seit ihrer letzten Beziehung in München wohnt, aber aus dem Fränkischen stammt. Obwohl sie sich beruflich mit Schlagern befasst, ist sie eher “gothic” drauf, also zumindest was ihre schwarze Alltagskluft und ihre private Vorliebe für “dark punk”-Musik betrifft. Ja und diese Person ist jetzt auf einer - ursprünglich - mittelalterlichen Burg, die zu einem Hotel umgebaut wurde. Warum eigentlich?
Noras liebliche Schwester Sophie soll hier - an einem Frühlingstag im Jahre 2023 - den attraktiven, aber schmierigen Franzosen Vic heiraten, den sie gerade mal vier Monate kennt. Nora ist alles andere als begeistert davon, zumal sie zu ihrer Familie keinen guten Kontakt hat, bis auf ihre 88-jährige Oma Evelyn. Die wiederum hat es eingefädelt, dass die Hochzeit auf genau dieser Burg stattfindet - denn hier hat sie vor etwa siebzig Jahren ihre große Liebe Marie, die kurz danach verstarb, zum letzten Mal gesehen. Wurde sie umgebracht? Von ihrem Mann Richard? Ist das der Grund, warum sie hier noch rumspukt und Sophie und Vics Hochzeit sabotieren will? Und auch die sich anbahnende Romanze von Nora und der hübschen rothaarigen Barfrau Lucy?
Also das Buch ist einfach ein Vergnügen, weil es eben nichts anders sein will, als sehr gute Unterhaltungsliteratur. Allein, wie fies und böse Vic mit seinem französischen, ins Deutsche eingemischten “Sprech” ist, ist schon wirklich sehr unterhaltsam - “N’est-ce pas, Norah?” Manche Charaktere werden einfach nur erfunden, damit man sie unverhohlen hassen kann - Vic ist einer davon. Herrlich! Manchmal fühlte ich mich - ganz positiv - an einen Rosamunde-Pilcher-Film erinnert, wo die fiesen Heiratsschwindler ja auch immer sehr “obvious evil” zu denen sind, die sie durchschauen und schleimig-charamant zu den Schwiegermüttern und Damen ihres Herz- äh, Geldbeutels.
Überhaupt hat das Ganze wirklich TV-Film-Potenzial. Ich konnte mir die Szenen alle super bildlich vorstellen und da der realtiv kurze Roman (188 Seiten) auch hauptsächlich auf der Burg (und kurz mal im Krankenhaus) spielt, wären das die idealen Voraussetzungen für ein Drehbuch bzw. eine TV-Adaption.
Was ich am Gruselaspekt super fand: dass der Geist selbst in einem Kapitel zu Wort kommt und quasi seine bzw. ihre Perspektive darlegen kann. Überhaupt sehr interessant, dass der Spuk nicht rational “erklärt” wird, sondern tatsächlich auf der realen Ebene einfach so existiert, ohne groß in Frage gestellt zu werden.
Fun fact: Es ist glaube ich wirklich das erste Mal, dass ich ein Buch lese, in dem die Hauptfigur regelmäßig E-Zigaretten raucht. Ich musste mich erst an die Terminologie wie “sie dampfte” gewöhnen, aber dieser Ausdruck gehört wohl jetzt zu unserer gegenwärtigen Lebensrealität und hält damit auch Einzug in die Literatur.
Alles in allem ein toller Unterhaltungsroman mit süßer lesbischer Liebesgeschichte in Vergangenheit und Gegenwart, mit ein bisschen Grusel und einem großen Plot Twist, den ich so nicht erwartet hätte.
Sabine Brandl hat mich mit ihrem Roman wieder sehr gut unterhalten.
Ich mochte den Schreibstil, das Setting und die Auswahl der Charaktere total gern.
Die Geschichte liest sich sehr leicht, man erhält als Leser einen bunten Genremix, der sowohl humorvolle, romantische, ernste und mysteriöse Momente bietet.
Ich würde Heirate nicht, ne te marie pas als queere cozy mystery Romance bezeichnen.
Die Mystery Elemente sind wirklich cozy und dezent.
Was meine ich damit?
Marie ist vor mehr als 70 Jahren verstorben und taucht nun als Geist auf, um eine Hochzeit zu verhindern. Da sie das als Geist nicht alleine kann, benötigt sie die Hilfe von Protagonistin Nora. Sie soll dafür sorgen, dass Sophie und Vic nicht heiraten. Das Problem an der Sache, sie hat nur 2 Tage Zeit.
Zum Glück lernt Nora die attraktive Barfrau Lucy kennen, die ihr, nach anfänglicher Skepsis, hilft, den Plan umzusetzen und die gerne privat Zeit mit Nora verbringen
Neben der Thematik in der Gegenwart erfährt man auch einiges aus der Vergangenheit, als Marie noch gelebt hat. Beide Zeitebenen fand ich spannend. Man rätselt mit, wie sich alles abgespielt haben könnte.
Mich hat die Geschichte rundum gut unterhalten.
Eine schöne Lektüre für jeden, der auch offen für queere Literatur ist.