
Der Einstieg in die Geschichte fiel mir nicht ganz leicht. Ich war zu Beginn etwas verwirrt und hatte das Gefühl, mir würde eine oder sogar mehrere wichtige Informationen fehlen. Auch mit Sessy, der Protagonistin wurde ich leider nicht warm. Sie blieb mir bis zum Schluss unsympathisch. Ich hatte den Eindruck bei ihr wurde nur an der Oberfläche gekratzt und wir durften nur ihre "Maske" kennenlernen, nicht aber ihr wahres Ich. Marx hingegen wurde mir im Verlauf der Geschichte sympathischer. Gegen Ende konnte man hinter seine Fassade blicken und ihn etwas besser verstehen. Dennoch ist der Funke zwischen Sessy und ihm für mich nicht richtig übergesprungen. Die Chemie hat mir einfach gefehlt. Sehr schön fand ich dagegen das Setting. Die Villa Wittlow erscheint wie eine kleine, heimelige Oase und Edith war für mich das Herzstück des Buches. Mit ihrer warmherzigen und offenen Art habe ich sie sofort ins Herz geschlossen. ✨ Der Schreibstil war insgesamt angenehm und die Erzählperspektive mit den Wechseln zwischen Vergangenheit und Zukunft schaffte einen Raum für Spekulation und Spannung. Allerdings hätte ich mir mehr Kapitel aus Marx' Perspektive in der Gegenwart gewünscht. Seine Gedanken hätten mich sehr interessiert. Das Ende konnte mich wiederum nicht ganz überzeugen. Mir fehlte die Weiterentwicklung der Beziehung und vieles blieb zu offen. Alles in Allem ein Buch mit atmosphärischem Setting und einigen schönen Momenten, das mich leider jedoch emotional nicht ganz erreichen konnte. - second chance [Rezensionsexemplar]


