30. Jan.
Verstand gegen Herzklopfen oder lieber die Hölle?
Rating:4

Verstand gegen Herzklopfen oder lieber die Hölle?

Nachdem ich so begeistert war, von Band 1 der “Teuflischer wird’s nicht-Serie” (Geist - ledig, schlecht gelaunt, zu verschenken) habe ich mich dazu entschlossen, ein weiteres aus der Reihe zu lesen. Ich bin bei meiner Auswahl aber nach dem Klappentext gegangen und habe mir das rausgepickt, das mir am besten gefällt und da ist es Teil 6 “Zur Hölle mit dem Engel” geworden. Es fiel mir aber nicht groß auf, dass es Teil einer Reihe ist, man kann das Buch aber durchaus auch separat lesen. Lilly ist eine quirlige Esoterik-Fee, die nebenberuflich ihren eigenen Esoterik-Laden betreibt, den sie natürlich gerne ausweiten würde, um ihren Hauptjob zu reduzieren. Da greift sie natürlich auch auf Tricks zurück, um beim Tarotkartenlegen Eindruck zu schinden. Durch einen Zauber macht sie ihren Schutzengel sichtbar und verliebt sich in ihn - was ihm aber, zumindest vom Verstand her, gegen den Strich geht. Was ich toll fand, sind die eigenwilligen und einzigartigen Charaktere. Lilly ist eine Frau, die weiß, was sie im Leben will, gerne herausfordert und manchmal süß tollpatschig ist, trotzdem letztendlich eine starke Frau. Ihr Schutzengel Steve ist auch sehr direkt und hat manchmal den einen oder anderen Spruch auf Lager, der so manche Frau in die Flucht geschlagen hätte. Aber damit überdeckt er natürlich nur seine eigenen Gefühle. Das Buch bringt die Regeln, die in Himmel und Hölle herrschen, immer wieder näher und bringt auch skurrile Personen mit ein, wie Petrus als den allmächtigen Gott, der doch direkt in der Nachbarschaft wohnt. Man spürt beim Lesen, dass Himmel und Hölle sich manchmal gar nicht so sehr hassen und dass sogar der Teufel ein Herz haben kann - wenn er es auch niemals zugeben würde, es geht schließlich nur um Seelenverträge für die Hölle. Hier und da habe ich etwas geschmunzelt. Das Buch hatte sowohl das sarkastische Necken zwischen Lilly und Steve, als auch die zarten Momente des knisternden Feuers. Das Zwischenmenschliche war genau meins, auch Steves Sarkasmus gegenüber Shytan, einem der Teufel. Auch Steves eigenmächtig handelndes Handy hat hier und da für Schmunzler gesorgt. Zum letzten Drittel hin wurde mir das ganze dann etwas zu Action-reich. Die Eskalation wurde zwar schon vorher angedeutet und man ahnte, dass da etwas kommt, aber mir war es ein bisschen too much. Aber ohne Dramatik wäre es vielleicht auch nicht das Buch geworden, das es jetzt ist. Es war auf jeden Fall ein stimmiger Schluss und man konnte jede Seite verstehen und ihre Entscheidungen und Gefühle verstehen. Auch der Epilog gab noch einen schönen Einblick auf das Danach. Ich denke, dass man vielleicht mehr mitgegangen wäre, wenn man doch alle Teile vorher gelesen hätte und so bereits die eine oder andere “Figur” liebgewonnen hätte. Dadurch, dass der Teil separat gelesen werden konnte, war es am Anfang natürlich etwas viel, ich nenne es mal “Hierarchie-Erklärung”, was Himmel und Hölle, Engel und Erzengel so angeht. Aber insgesamt gesehen, hat mich das Buch toll unterhalten und ich habe eine paranormale Liebesgeschichte bekommen, die sich nach und nach in ihrem Tempo steigert bis zum finalen Knall. Wer also ein bisschen Herzklopfen weit weg von Ostsee, Nordsee und Standard will, bekommt mit dem Buch eine schöne Leseauszeit - obwohl ich gestehen muss, dass mir Teil 1 besser gefallen hat - da war das Auf und Ab zwischen Geist und Hauptperson irgendwie erfrischender - aber das ist nur meine persönliche Meinung. :-)

Zur Hölle mit dem Engel (Teuflischer wird's nicht 6)
Zur Hölle mit dem Engel (Teuflischer wird's nicht 6)by Allyson Snow