Was wäre, wenn… Antonia erlebt ihr Leben neu. Mir hat der Schreibstil gut gefallen. Auch Antonias Gedankengänge in ihren zwei Leben sind nachvollziehbar und interessant. Das Ende war unbefriedigend. Sehr abrupt und für mich unschlüssig.
2026_#44 🚪
Ich mochte diese "Was wäre wenn"-Geschichte sehr gerne! Anfangs war ich mit den wechselnden Perspektiven etwas verwirrt, aber mit fortschreitender Story war es selbsterklärend, wo man sich grade befindet. Und ich glaube, das lag auch daran, dass ich es als Hörbuch gehört habe. Ich würde es auf jeden Fall weiterempfehlen ☺️
Interessante Geschichte. Hätte für mich aber etwas fesselnder geschrieben sein können.
Wurde mit dem Buch leider nicht warm und hätte es wohl abgebrochen, war aber Buchclubbuch 😅 leider nicht meins.

Spannendes „Was wäre wenn“, aber für mich zu einseitig und am Ende nicht ganz rund.
Ich habe Im Leben nebenan als Hörbuch gehört und war eigentlich ziemlich schnell drin. Der Schreibstil ist leicht, angenehm und passt gut zur Geschichte. Auch die Sprecherin Chantal Busse hat das wirklich richtig gut gemacht. Die Grundidee fand ich richtig stark. Das Aufwachen in einem anderen Leben und zu sehen, wie alles hätte laufen können, wenn man sich anders entschieden hätte, fand ich super spannend und genau das hat mich am Anfang auch abgeholt. Gerade dieser Kontrast zwischen den zwei Leben hätte so viel hergegeben. Aber im Verlauf hat sich das Ganze für mich zu sehr auf ein Thema festgelegt. Kinderwunsch, Schwangerschaft, Baby… das hat einfach extrem viel Raum eingenommen. Und das war für mich irgendwann zu einseitig. Ich hätte mir einfach gewünscht, dass auch andere Wege gezeigt werden. Dass es nicht nur darum geht, ob man ein Kind bekommt oder nicht. Für mich ist das einfach nicht das Einzige, was eine Frau ausmacht und auch nicht das Einzige, was sie glücklich macht. Die zwei Leben an sich fand ich schon interessant und man konnte die Gedanken und die Zerrissenheit gut nachvollziehen. Aber ich hatte oft das Gefühl, dass sich die Geschichte ein bisschen im Kreis dreht und da eigentlich noch mehr drin gewesen wäre. Das Ende hat mich dann leider auch nicht abgeholt. Es hat sich für mich einfach nicht rund angefühlt. Mir hat da etwas gefehlt. Emotional hat es mich nicht erreicht und ich saß am Ende eher da und dachte mir, okay und das war’s jetzt? Ich konnte das Buch gut hören und war auch schnell durch, aber es ist nichts, was bei mir hängen bleibt. Insgesamt fand ich es gut, aber es hat mich nicht komplett überzeugt.
Zum Nachdenken, schonungslos ehrlich
Was wäre, wenn...?! Thema Mutterschaft im Gegensatz zu unerfülltem Kinderwunsch. Eine gelungene Umsetzung mit interessanten Aufbau der Thematik, unbedingt auf Trigger zu achten, da es sehr sensible Punkte beinhaltet.
👥Was wäre, wenn...?🍼
Die Protagonistin wacht eines Tages auf, mit einem fremden Mann, einem fremden Kind, einem fremden Leben. Sie kann sich an nichts davon erinnern, hat eigentlich ein ganz anderes Leben gelebt. Und doch kommt sie nicht zurück und versucht sich nun irgendwie in dem neuen Leben zurechtzufinden. Die Darstellung der Parallelwelten durch die verschiedenen „Namen“ (Toni & Antonia) war sehr gelungen. Damit konnte ich als Zuhörerin gut folgen. Das Buch lässt zum Ende hin viele Fragen offen, was ich persönlich schade finde. Ich hätte gerne gewusst, ob sie sich alles nur eingebildet hat, ob sie wirklich in einer neuen Zeitlinie gefangen ist, ob alles nur ein Traum ist. Mich haben die beiden Geschichten sehr zum Nachdenken und Hinterfragen angeregt, besonders was meine eigene Zukunft und eventuelle Familienplanung angeht.
Ein Meisterwerk und absolute Leseempfehlung für alle jungen Mütter.
Anne Sauer gelingt mit „Im Leben nebenan“ ein ebenso aufwühlender wie berührender Roman, der als Hörbuch eine besondere Intensität entfaltet. Bereits der starke Start lässt aufhorchen: Dass das Baby in der 11. Schwangerschaftswoche auf der Toilette abgeht, ist ein Schockmoment, der nicht nur sprachlos macht, sondern den emotionalen Ton für alles Folgende setzt. Von hier an bewegt sich die Geschichte konsequent in einem Zwischenraum aus Realität, Traum (?!), Erschöpfung und innerer Zerrissenheit. Das Wochenbett erscheint nicht als idyllische Blase, sondern als Zustand permanenter Verwirrung und Überforderung, geprägt von Schlafmangel, widersprüchlichen Erwartungen und einem kaum zu bewältigenden Mental Load. Die Protagonistin befindet sich in einem fragilen, hochsensiblen Zustand, in dem selbst gut gemeinte Gesten zu Grenzüberschreitungen werden können. Besonders eindrücklich ist die körperliche Übergriffigkeit der Schwiegermutter, die beim Stillen „helfen“ will – eine Szene, die schmerzlich verdeutlicht, wie schnell Autonomie verloren geht, wenn eine junge Mutter nicht ernst genommen wird. Hinzu kommt das Aufdrängen der eigenen Mutter-Geschichte durch andere Frauen: Erfahrungen werden ungefragt übertragen, als gäbe es nur einen richtigen Weg. Die vielen leicht daher gesagten Ratschläge – „Das ist doch ganz normal“, „Da musst du durch“ – wirken wie kleine Nadelstiche und verstärken das Gefühl der Isolation. Mich hat dieses Hörbuch besonders berührt, weil mein eigenes Wochenbett erst 1,5 Jahre zurückliegt. Beim Hören konnte ich mich gut daran erinnern, wie herausfordernd es war, in der neuen Rolle als Mutter anzukommen – an die Unsicherheit, die Überforderung und das gleichzeitige Funktionieren-Müssen. Anne Sauer trifft diese leisen, oft unausgesprochenen Gefühle mit großer Genauigkeit und Empathie. Über allem liegt eine spürbare Spannung: Wo führt diese Geschichte hin? Windet sich die Protagonistin aus ihrem Dilemma? Ist alles nur ein Traum? Oder findet sie sich in ihrer plötzlich so „fremden“ Rolle zurecht? Diese Offenheit macht den Roman besonders eindringlich. Als Hörbuch überzeugt „Im Leben nebenan“ zusätzlich durch sehr gut gewählte Sprechpausen und Betonungen. Die Sprache transportiert die Gefühle und die Stimmung der Protagonistin auf eindrucksvolle Weise – ruhig, verletzlich und gleichzeitig kraftvoll. Fazit: „Im Leben nebenan“ ist ein sensibles Hörbuch über Mutterschaft, Identität und die Unsicherheiten einer Lebensphase, die oft romantisiert wird. Anne Sauer erzählt von Erfahrungen, die viele kennen, aber selten so präzise benannt werden. 🎧📚 Klare Lese- und Hörempfehlung – besonders für Menschen, die sich mit den emotionalen Realitäten von Mutterschaft auseinandersetzen möchten oder sich darin wiederfinden.
Das banale Sprichwort „man kann nicht alles haben“ poetisch interpretiert, die Protagonistin findet sich in zwei unterschiedlichen Leben (im Leben nebenan eben) wieder. Die Frage, was wäre, wenn man an einer Kreuzung des Lebens anders abgebogen wäre, wird hier verhandelt. Mir hat es gut gefallen.
Ein tolles Buch über Antonia, die sich selbst sucht und in einem anderen Leben landet.
Ich fand das Buch richtig gut, weil wir hier eine Protagonistin folgen, die einerseits sich selbst sucht und dann von einem zum anderen Moment in einem anderen Leben landet. Was passiert, wenn man sich in der Vergangenheit anders entschieden hätte? Die Thematik mit sich selbst suchen und Frau sein, sowie Mutter sein, hat mir wirklich gut gefallen und war einfach so gut dargestellt. Konnte Antonia, unsere Protagonistin voll und ganz nachvollziehen. Kann es daher wirklich empfehlen.
Was wäre wenn?
Anne Sauer erzählt in ihrem Roman von derselben Person, die unterschiedliche Leben lebt. Da ist Toni, die mit ihrem Partner eine Kinderwunschbehandlung durchläuft und sich die Frage stellt, ob das eigentlich der richtige Weg ist. Und dann ist da Antonia, die frischgebackene Mama ist und sich mit Schwierigkeiten des Wochenbetts und Mutterseins auseinandersetzen muss. Viele Stellen des Buchs haben mich als junge kinderlose Frau sehr berührt. Anne Sauer schafft es die Geschichte schonungslos ehrlich zu erzählen ohne die Kinderlosigkeit oder die Mutterschaft zu glorifizieren. Sie zeigt die Unterschiede in den jeweiligen Leben, schafft es aber auch aufzuzeigen mit welchen Schwierigkeiten alle Frauen im Patriarchat, unabhängig von ihrem jeweiligen Lebensentwurf, zu kämpfen haben. Ja, das Buch hatte gewisse Längen, aber der poetische Schreibstil hat es für mich leichter gemacht dranzubleiben. Auch die wechselnden Perspektiven von Antonia und Toni haben es etwas spannender gemacht. Das Buch ist bestens geeignet für alle, die sich fragen, wie ihr Leben verlaufen wäre, wären sie in der Vergangenheit woanders abgebogen.
Was wäre, wenn…?
Was wäre, wenn?“ Was wäre, wenn man sich an einem bestimmten Punkt anders entschieden hätte – oder wenn äußere Umstände minimal anders gewesen wären? Dieses Buch zeigt : Es gibt kein einzig richtiges Leben. Das „andere Leben“ wirkt von außen oft verlockender, ist aber nicht automatisch glücklicher. Mich hat das Buch zum nachdenken bewegt. Ich glaube jeder denkt mal darüber nach „was wäre,wenn“ Eine wirklich tolle, nachdenkliche und leise Geschichte
Interessantes Gedankenexperiment mit vielen guten Botschaften zu den Themen (unerfüllter) Kinderwunsch und Mutterschaft. Nicht unbedingt durchgehend hochspannend, manchmal verliert es sich für meinen Geschmack etwas zu sehr in Alltagsbetrachtungen. Sehr schön eingelesen von Chantal Busse.
Eine Geschichte zum Nachdenken
• Im Leben nebenan • Wie wäre das Leben verlaufen, hätte man die eine entscheidende Abzweigung nicht genommen? Eines Morgens erwacht Toni nicht wie gewohnt neben ihrem langjährigen Freund in ihrer kleinen Altbauwohnung, weil die Dielen knarren und die Nachbarn viel zu laut sind. Nein. Zu ihrer Verwunderung befindet sie sich in einer großzügig geschnittenen Wohnung. Alles hell, ordentlich, teuer eingerichtet. Und der Blick aus dem Fenster? Seltsam vertraut. Antonia versteht: Sie ist wieder in dem Dorf ihrer Kindheit. Nach und nach erfährt sie, dass sie hier ein beschauliches Leben führt, bürgerlich geordnet, mit Auto vor der Tür, Schwiegermutter nebenan und Kind auf dem Schoß. Kind auf dem Schoß? Antonia kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ist das etwa ihr Baby? Und der Vater dazu? Offenbar ihre erste große Liebe – ein Mann, den sie nie ganz vergessen konnte. Rezension: Was wäre, wenn eine einzige Entscheidung dein ganzes Leben verändern könnte? Genau dieser Frage geht Im Leben nebenan nach. Die Protagonistin Toni lebt in der Großstadt mit ihrem langjährigen Freund, ihr gemeinsames Leben verläuft ruhig und doch nagt der unerfüllte Kinderwunsch an ihr. Dann wacht sie eines Morgens in einer völlig anderen Realität auf und nicht mehr in der Altbauwohnung, sondern im Heimatdorf mit Baby im Arm, Ehe mit ihrer Jugendliebe Adam und einem Leben, das sie nie bewusst gewählt hat. Der Roman erzählt parallel zwei Lebenswege: Toni mit dem modernen Leben und dem Kampf mit Erwartungsdruck und Kinderwunsch und Antonia, die sich in einem Leben als Ehefrau und Mutter wiederfindet, das sie zugleich vertraut und fremd ist. Anne Sauer schreibt emotional, klug und ehrlich über Entscheidungen, Sehnsüchte und Identität und darüber, wie unterschiedlich Glück aussehen kann und wie sehr unsere Wahl- und Nicht-Wahlwege uns prägen. Ein Buch, das einem zum Nachdenken bringt: über Selbstbestimmung, Lebensentwürfe und das leise Gefühl, immer irgendwo „nebenan“ zu leben.
Schonungslos widmet sich dieses Buch dem Thema Mutterschaft vs. Kinderlosigkeit. Man blickt in zwei verschiedene Möglichkeiten von Antonias Leben. Einmal in der Beziehung mit Jakob. Beide sind glücklich zusammen. Wünschen sich ein Kind, doch es klappt nicht. Die Kinderwunschbehandlungen bringen Toni und ihre Beziehung an ihre Grenzen. Doch ebenso herausfordernd gestaltet sich ihre zweite Lebensperspektive. Plötzlich findet sich Antonia in ihrer Beziehung zu ihrer Jugendliebe Adam wieder - mit einem Neugeborenen. Sie ist absolut überfordert mit dieser Situation. Ein wirklich interessanter Fokus auf das Thema Frausein, Beziehung, Lebenssinn und entromantisierte Mutterrolle. Vor einiger Zeit noch Tabuthema, widmet sich das Buch einer zentralen Frage dieser Zeit.
Unterm Strich was anderes erwartet-war aber dennoch lesenswert
Eine ehrliche und schonungslose Was-wäre-wenn-Geschichte rund um das Thema Mutterschaft. Das Buch zeigt auf berührende Weise, wie unterschiedlich zwei Leben verlaufen können, abhängig von Entscheidungen, Zufällen und Umständen. Ich möchte nicht spoilern, aber den Umgang mit dem Thema Wochenbettdepression fand ich etwas unglücklich dargestellt. Wenn man ohne Vorbereitung von heute auf morgen in ein völlig neues Leben geworfen wird, ist die Überforderung selbstverständlich, hat aber weniger was mit der Depression an und für sich zu tun. Trotzdem hat mich die Geschichte berührt und zum Nachdenken gebracht. Sie ist emotional und regt an, sich mit den verschiedenen Facetten des Mutterseins auseinanderzusetzen. Und es hat weh getan mitzuerleben, wie die Gesellschaft mit einem umgeht, wenn man kein Kind will/oder bekommen kann. Die wenigstens denken heutzutage leider darüber nach, wie verletzend unbedachte Fragen oder Aussagen sind, alles unter dem Deckmantel "ich wollte ja nur"... Alles in allem ist im Leben nebenan schon ein lesenswertes Buch, auch wenn es die ein oder andere Schwäche hat.
Ein wirklich schönes Buch. Es ist hin und wieder ein bisschen verwirrend zu verstehen, wo man sich gerade befindet.
Bei dem Hörbuch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar von Netgalley. Anne Sauers "Im Leben nebenan" basiert auf der Idee eines sogenannten „Was-wäre-wenn“-Szenario – also der Vorstellung, wie sich das Leben entwickelt hätte, wenn man an einem bestimmten Punkt eine andere Entscheidung getroffen hätte. Das Spannende an dem Werk ist: Es gibt kein „richtig“ oder „falsch“. Beide Leben haben Licht und Schatten, beide wirken real und berührend. Genau das macht den Reiz des Buches aus – es zeigt, dass jeder Weg seinen Preis hat. Das Hörbuch ist sehr ehrlich, reflektiert und hält lange nach. Anne Sauer erzählt mit viel Feingefühl von Entscheidungen, die das ganze Leben verändern können – von Mutterschaft, unerfülltem Kinderwunsch und den kleinen Momenten, in denen sich Lebenswege trennen. Es zwingt einen zudem, innezuhalten und sich zu fragen: Wie sähe mein Leben aus, wenn ich damals anders entschieden hätte? Die Sprecherin hat mir ebenfalls gut gefallen – ihre Stimme ist angenehm, authentisch und bringt die Emotionen wunderbar rüber, ohne übertrieben zu wirken.
Sehr gut geschrieben. Es fängt die Gefühle und Gedanken beider Seiten mit oder ohne Kind so sehr gut ein..ein sehr gelungenes nachdenkliches schlaues Buch
„Im Leben nebenan“ beinhaltet ein Thema, das oft entweder totgeschwiegen oder gnadenlos romantisiert wird: Kinderwunsch, Mutterschaft und die Frage, wie eine einzige Entscheidung alles verändern kann. Besonders gelungen fand ich die Idee, dass Toni zwei Leben parallel lebt – eins mit Kind, eins ohne. Die Autorin nimmt beide Varianten ernst und zeigt sehr feinfühlig, was sie mit einer Frau machen können: von dem bohrenden gesellschaftlichen Druck („Und, wann ist es bei euch soweit?“) bis hin zum Gefühl, als junge Mutter plötzlich unsichtbar zu werden, weil sich alles nur noch ums Baby dreht. Ich fand das sehr spannend und definitiv mal was anderes zu lesen. Das Buch regt wirklich zum Nachdenken an – ohne den moralischen Zeigefinger und ohne eine Seite als „besser“ darzustellen. Für meinen Geschmack war es aber manchmal etwas zu ruhig erzählt. Ich hätte mir an manchen Stellen mehr Tempo oder emotionale Wucht gewünscht, weil ich mich sonst ein wenig verloren habe zwischen den beiden Leben. Unterm Strich: ein wertvolles, sensibles Buch, das mir gefallen hat – aber kein Pageturner.
So schonungslos ehrlich!
Ich persönlich habe mich schon immer gefragt, wie es doch Kinder zu haben (bin bewusst kinderlos). Dieses Buch hat mir die Guten und die schlechten Seiten an Mutterschaft sein aufgezeigt. Es zeigt sehr nahbar und authentisch wie es sein kann. Es zeigt uns aber auch was ein unerfüllter Kinderwunsch mit einem machen kann. Es ist für mich ein Jahreshighlight, da es mich im Nachgang noch sehr beschäftigen wird. Ich empfehle es jeder Person, die sich auch die Frage stellt wie es sein könnte Kinder zu haben.
Wichtiges Thema und schonungslos ehrlich
Ich war sofort drin, zwei Leben eine Person und eine Frage will ich Kinder ? Die Ehrlichkeit und Zerbrechlichkeit dieser Leben hat mich berührt. Die Idee wurde super umgesetzt. Wirklich spannend und regt zum nachdenken an.
Es war schön
Ich könnte vieles genau nachempfinden, bin selber Mama und kenne all diese zweifeln und Ängste… Das Gefühl nicht mehr du zusein. Aber ich liebe mein Kind und habe es nie bereut Mama zu sein.
Ein sehr ehrliches, ruhiges Buch, das sich einem wichtigen Thema widmet.
In diesem Buch geht es um (unerfüllten) Kinderwunsch, junge Mutterschaft und wie eine einzige Entscheidung den Verlauf des Lebens verändern kann. Die Idee der zwei verschiedenen Leben von Toni (oder Antonia) find ich sehr gut gemacht. Auch wie ernsthaft die Autorin mit den jeweiligen Schwierigkeiten umgeht, ob eine Frau sich für oder gegen Kinder entscheidet und was es auslösen kann, wenn ein Kinderwunsch unerfüllt bleibt. Es wird auch gut dargestellt, wie die Gesellschaft damit umgeht und wie viel Druck die „kleine“ Frage nach dem Kinderkriegen auslösen kann. Auf der anderen Seite wird auch gut gezeigt wie unsichtbar eine junge Mutter sich fühlen kann, wenn sich alles im Alltag nur noch um das Kind dreht und sie selbst kaum noch richtig als eigenständige Person wahrgenommen wird. Für mich war es mal was ganz anderes zum lesen, hat mir auf jeden Fall gut gefallen! Es regt sehr zum nachdenken an ohne dass das eine oder andere Leben besser oder schlechter dargestellt wird. So bleibt dem Leser am Ende die eigene Entscheidung überlassen, ob ein Leben mit oder ohne Kind für ihn besser klingt.
Selten hat mich ein Buch so berührt und in seinen Bann gezogen wie dieses Hörbuch. Ich habe Im Leben, nebenan von Anne Sauer an einem Stück gehört – und es hat mich tief bewegt. Im Zentrum steht Antonia, die in zwei parallelen Lebenswelten erzählt wird. In einem Erzählstrang wacht sie eines Morgens auf und findet sich in einem völlig anderen Leben wieder: Sie lebt plötzlich mit ihrer Jugendliebe zusammen, in einer anderen Wohnung – und sie ist Mutter eines Kindes. Überfordert, erschöpft und zugleich mit einer Vielzahl gesellschaftlicher Erwartungen konfrontiert, muss sie sich in dieser neuen Realität zurechtfinden. Im anderen Erzählstrang, in dem sie sich selbst Toni nennt, erlebt sie das Gegenteil: Sie versucht verzweifelt, schwanger zu werden, unterzieht sich Hormonbehandlungen, kämpft mit Hoffnungen, Rückschlägen und der Belastung für Körper und Partnerschaft. Diese beiden Perspektiven sind jeweils klar durch die Kapitelüberschriften („Antonia“ bzw. „Toni“) gekennzeichnet und verweben sich zu einem intensiven, vielschichtigen Roman. Anne Sauer gelingt es, Mutterschaft in all ihren Facetten greifbar zu machen: Mutter sein und alles, was dazugehört; nicht Mutter werden können oder wollen; die Frage nach Selbstbestimmung über den eigenen Körper und die Erfahrung, wie leicht Frauen in dieser Lebensphase fremdbestimmt werden. Es geht um Glück, Überforderung, den Druck von außen, die Ambivalenz zwischen Erfüllung und Verzweiflung – und um das große Schweigen, das so oft über diesen Themen liegt. Anne Sauer schafft es zudem, messerscharf und ungeschönt das in Worte zu fassen, was frischgebackenen Müttern durch den Kopf geht. Sie bringt präzise auf den Punkt, was einen betrifft, was einen von außen fremdbestimmt fühlen lässt, was das Gefühl erzeugt, nur noch eine Hülle zu sein, die sich jetzt um etwas kümmern muss – ohne über die eigene Körperlichkeit und die eigenen Bedürfnisse frei verfügen zu können. Und das tut sie, ohne in das Konzept von Regretting Motherhood zu verfallen, sondern indem sie schamlos ehrlich die nackte Realität beschreibt. Diese Klarheit, dieser schonungslose Blick – ich habe das in dieser Form so noch nirgendwo gelesen oder gehört. Mich hat dieses Buch besonders bewegt, weil es Gedanken und Gefühle in Worte fasst, die ich selbst gut kenne. Viele Passagen haben mir aus der Seele gesprochen. Dazu kommt ein großartiger Erzählton, ein feinsinniger Stil, der nicht nur berührt, sondern auch lange nachhallt. Für mich ist Im Leben, nebenan nicht nur ein uneingeschränktes Lese- bzw. Hör-Empfehlung, sondern eine echte Entdeckung – ein Hörhighlight meines bisherigen Jahres, das mich noch lange begleiten wird.
Wer hat dich das noch nie gefragt…?
…wie das Leben verlaufen wäre, hätte man eine gewisse Entscheidung nicht getroffen, einen anderen Weg eingeschlagen, eine Beziehung nicht beendet usw. usf. Toni scheint die Möglichkeit zu haben, einen Blick auf die Alternative zu werfen. Doch will man das wirklich? Was wäre wenn…ein Gedanke, der einen verrückt machen könnte, zählt doch am Ende nur das Hier und Jetzt. Deutlich wird auch, dass wir Menschen wirklich einfach Gewohnheitstiere sind. Viele Situationen, in die wir anscheinend „geworfen“ werden, können wir meistern, ja sogar anfangen, uns darin wohlzufühlen, einfach weil es jetzt so ist und man das Beste daraus machen möchte. Ein Buch, das zum Nachdenken anregt und vielleicht auch zeigt, dass es keine wirklich falschen Entscheidungen gibt, nur unterschiedliche Lebenswege, die aber alle ihre Daseinsberechtigung und ihre schönen Seiten haben (können).
Total interessant. Heftiges Thema für eine Frau...in die eine wie andere Richtung.

„Im Leben nebenan“ von Anne Sauer, gelesen von Chantal Busse Verlag: Hörbuch Hamburg Dauer: 6 Stunden 19 Minuten „Sie ist nicht allein. Sie ist nur für sich.“ (87,6%) Was für ein Buch! Zwei Leben, eine große Liebe, eine erste alte Liebe – und die Frage: Was, wenn das Leben eine zweite Richtung genommen hätte? Anne Sauer entwirft mit „Im Leben nebenan“ eine fesselnde, berührende Geschichte über Toni oder ist es Antonia? Zwei Frauen, ein Ich, das sich teilt, spaltet, sich verliert und wiederfindet. In der einen Welt gibt es Jakob, Zweisamkeit, einen unerfüllten Kinderwunsch. In der anderen ist da Adam, das Kind Hanna, die Schwiegermutter und ein Leben, das Antonia völlig fremd ist, obwohl es scheinbar ihr eigenes ist. Ein Kind, ja, aber nicht mit dem Mann, den sie liebt? Oder lieber kein Kind, aber dafür Nähe, Vertrautheit, Freiheit? Toni wünscht sich ein Leben mit Jakob, ein Kind jedoch ohne Klinik, ohne Hormontherapie, ohne Druck. Ansonsten lieber nur sie beide. Doch dann braucht er plötzlich Bedenkzeit. Ist sein Wunsch nach einem Kind größer als seine Liebe zu ihr? Gleichzeitig wacht Antonia in einem Leben auf, das sie sich nie bewusst ausgesucht hat. Sie erkennt nichts; nicht das Haus, nicht einmal das Kind. Alles scheint perfekt, liebevoll, bürgerlich und doch ist da diese Leere. Keine Verbindung zu Hanna. Ist sie wirklich die Mutter? Ihre Narbe beweist es, aber will sie das überhaupt sein? Mit ihrer ersten Liebe in ihrem Heimatdorf? Anne Sauer erzählt nicht nur eine Geschichte, sie zeigt uns Möglichkeiten. Sie lässt uns mitfühlen, die Verwirrung, den Schmerz, die tiefe Sehnsucht nach einem Leben, das sich richtig anfühlt. Und sie zeigt auch, wie Liebe sich verändert, wie Nähe entsteht, wie ein Herz sich für einen Menschen oder ein Kind öffnen kann, selbst wenn es sich zunächst verschlossen hat. Besonders berührt hat mich, wie zart und ehrlich die Autorin die Ambivalenz von Mutterschaft beschreibt. Kein Urteil, keine Wertung, nur das Aufzeigen verschiedener Wege. Mit Kind? Ohne Kind? Sicherheit oder Freiheit? Alte Liebe oder neuer Halt? Vielleicht gibt es keine richtige Entscheidung, nur ein echtes Empfinden im jeweiligen Moment. Toni und Antonia: zwei Frauen, ein Innenleben, das sich spiegelt. Der Schmerz, der Verlust, die Hoffnung, das „Was wäre wenn“. Mit der ruhigen, gefühlvollen Stimme von Chantal Busse wird das Hörbuch zu einem tiefen, nahen Erlebnis. Es zieht einen sanft hinein in diese Parallelwelten, in denen am Ende vor allem eines zählt: „Atmen und sein.“ Und vielleicht bleibt nur diese eine Frage offen, die wie ein leiser Nachhall im Ohr bleibt: Kommst du bald zurück? Eine klare Empfehlung für dieses wundervolle Hörbuch!
Interessante Idee, aber unbefriedigende Umsetzung
“Im Leben nebenan” ist ein Hörbuch, das mit einer faszinierenden Idee aufwartet: Es stellt zwei parallele Lebensentwürfe gegenüber und regt zum Nachdenken darüber an, was wäre, wenn man andere Entscheidungen getroffen hätte. Die Geschichte um Toni, die in einer kleinen Altbauwohnung in Berlin lebt und mit unerfülltem Kinderwunsch kämpft, sowie ihr paralleles Leben als Antonia, die in einer modernen Wohnung mit einem Baby lebt, bietet einen interessanten Ansatz, um die Themen Unzufriedenheit, Entscheidungen und das Leben in verschiedenen Facetten zu erkunden. Der Beginn des Buchs ist vielversprechend und weckt Neugier auf die Entwicklung der Geschichte. Besonders die Gegenüberstellung der beiden Lebenswege lädt zum Nachdenken ein und spricht die universelle Frage an: Was wäre, wenn man andere Wege eingeschlagen hätte? Allerdings fällt es mir schwer, eine positive Bilanz zu ziehen. Die Umsetzung der Idee konnte mich nicht überzeugen. Die Figuren wirkten auf mich wenig sympathisch, was es schwierig machte, sich in ihre Gefühle und Situationen hineinzuversetzen. Die Botschaft des Buches ist für mich nicht klar geworden. Was will die Autorin den Frauen mit auf den Weg geben? Mütter und kinderlose Frauen haben beide schwer zu tragen? Solche “Opferhaltungen” mag ich selber nicht. Der Schreibstil ist angenehm und gut lesbar, was das Hören erleichtert. Leider fehlten mir überraschende Wendungen und somit die Spannung. Das Ende war für mich ebenfalls unbefriedigend, da es keine klare Auflösung bot und die Geschichte offen liess, was den Eindruck eines unvollständigen Abschlusses hinterliess. Insgesamt ist “Im Leben nebenan” eine Geschichte, die sicherlich ihre Zielgruppe findet, mich persönlich hat sie nicht erreicht. Für mich war es leider eine frustrierende Erfahrung, die ich nicht weiterempfehlen werde. Die Sprecherin Chantal Busse fand ich sehr gut.
Ein interessantes Gedankenexperiment mit Gefühl und leichtem Humor vorgetragen.
Als Toni aufwacht, fühlt sie sich wie in einem fremden Leben. Ihr Freund Jakob und sie haben seit langem einen Kinderwunsch, der sich bisher aber nicht erfüllt hat. Also wem gehört dieses Baby und in welcher luxuriösen Wohnung befindet sie sich? Was anfangs wie ein Thriller klingt, ist ein interessantes Gedankenspiel, in dem es um die Frage, was wäre wenn geht und wir Antonia alias Toni in ihren 2 Leben begleiten dürfen. Mein Eindruck: Das Wechselspiel der beiden Leben hat mir richtig gut gefallen und ich konnte mich auf Anhieb in die Geschichte fallen lassen, vor allem, weil sie gut von Chantal Busse vorgetragen wird. Auch die Abgrenzung der beiden Leben ist der Sprecherin sehr gut gelungen. Eine Geschichte, die vor allem zum Nachdenken anregt und auch Themen wie Mutterschaft sowie gesellschaftliche Erwartungen an eine Frau behandelt. Wie wäre dein Leben verlaufen, wenn du nur 1 x anders abgebogen wärst? Eine interessante Frage, die sich sicher schonmal jeder gestellt hat. Gefühlsvoll und mit leichtem Humor ein wirklich gelungenes Gedankenexperiment, was hier sehr gut umgesetzt wurde.
Gutes Buch mit toller Sprecherin! Sollten auch Männer lesen oder hören
Das Debüt von Anne Sauer mit ihrem Roman "Im Leben nebenan" ist ein höchst interessantes Experiment. Wie lernen im Verlauf dieses Romans eine Person in zwei verschiedenen Welten kennen. Da ist Toni. Sie lebt mit Jacob zusammen, beide wollen ein Kind. Toni quält sich durch Kinderwunschkliniken, lebt und liebt nach Terminkalender. Als sie dann schwanger wird, erleidet sie eine Fehlgeburt. Und da ist Antonia, . Sie wacht auf, hat ein Baby und keine Ahnung, woher das Baby kommt. Sie ist doch Toni... Dann kommt ihr Mann und sie erkennt in ihm Adam ihre Jugendliebe. Was ist passiert? Wo ist Jacob? Warum hat sie plötzlich ein Kind? Die Autorin versteht es sehr gut, die Unterschiede zweier Leben zu beschreiben. An einer Stelle des Lebens anders abbiegen und schon ist das Leben ein völlig anderes. Antonia ist völlig überfordert mit einem Kind, müsste sie es nicht eigentlich innig lieben? Toni ist völlig überfordert mit dem Versuch, ein Kind zu bekommen. Sauer beschreibt hier sehr genau auch das Umfeld einer Frau mit Kinderwunsch. Sagt sie, sie wolle Kinder, aber es klappt nicht, wird sie bemitleidet. Sagt sie, sie will keine Kinder, muss sie sich rechtfertigen. Muss eine Frau sich diesen Prozeduren unterziehen, weil ihr Partner unbedingt ein Kind will? Beide Leben dieser einen Frau werden aus ihrer jeweiligen Perspektive und mit Rückblicken in die Vergangenheit erzählt. Chantal Busse liest das Hörbuch mit sehr viel Empathie und einer äußerst angenehmen Stimme. Dabei kann man Antonia und Toni trotzdem gut auseinander halten, auch wenn die einzelnen Kapitel nicht passend betitelt wären. Ich konnte mich in beide Frauen gut hineinversetzen und mochte auch beide. Ein Roman, der Fragen aufwirft. Nicht nur das "was wäre wenn", sondern auch ein Blick auf die Gesellschaft und ihre Erwartungen gegenüber Frauen. Ein Roman, der auch von Männern gelesen werden sollte. Wie fühlen sich Frauen, wenn sie nach einer Geburt wieder alleine mit einem Baby zu Hause sind und die Hormone zusätzlich verrückt spielen? Wie fühlen sich Frauen, die sich allem unterziehen, was für einen erfüllten Kinderwunsch nötig ist und trotzdem immer wieder scheitern? Das Ende des Hörbuchs war mir etwas rätselhaft, da blieb einiges offen. Daher ziehe ich einen halben Punkt ab, den ich aber auf Plattformen, die nur ganze Punkte "dulden", wieder aufrunde. Eine Hörempfehlung nicht nur wegen der großartigen Sprecherin!
Die Frage, wie würde das Leben anders aussehen, wenn bestimmte Entscheidungen anders getroffen wären, finde ich immer sehr spannend. Hier ist es das Thema Kinder. Der Schreibstil der Autorin war sehr angenehm und man kam direkt in die Geschichte rein. Auch fand ich sowohl einige Situationen witzig, als auch so nachvollziehbar. Allerdings ist es im Moment nicht mein Thema, habe ich bemerkt, sodass ich mich nicht ganz in die Protagonistin hineinfühlen konnte. Dennoch sehr empfehlenswert und kurzweilig. Wahrscheinlich für viele, die sich diese Fragen stellen, sehr interessant.
Jahreshighlight 2025😍😍😍
Ich wollte es gerne mögen, aber als Hörbuch hat es mich einfach nicht gecatcht. Es kamen zwar wichtige Themen vor, aber von der Idee des Buchs hatte ich mir mehr erhofft.
Schon auf den ersten Seiten merkt man, dass Autorin Anne Sauer weiß, wie unsereins tickt – mit einem modernen Vibe. Ihre Protagonistin Antonia, oder wahlweise Toni (man switcht hier mal eben in Parallelwelten), lebt zwei Versionen ihres Lebens durch: einmal kinderlos in der Großstadt, einmal mit Baby, Ehemann Adam und Windelstapel im Heimatkaff. Die große Frage: Was, wenn ich mich mal anders entschieden hätte? Das Ganze kommt mit einem wunderbar natürlichen Erzählton daher, mit leichtem Witz, ehrlicher Sprache und sehr viel Gefühl – aber ohne Kitschalarm. Besonders stark: das Hörbuch. Die Sprecherin trifft Ton, Timing und Tränendrüsen – ich höre definitiv nochmal rein und werde nach weiteren Titeln von ihr stöbern. Absolute Hörbuch-Entdeckung! Auch wenn viel über Identitätsverlust geschrieben wurde in anderen Rezensionen – ich sehe da eher eine neue Identität. Die der Mutter. Der Mensch, der man wird, wenn sich das eigene Leben plötzlich in Etappen à 3 Stunden Schlaf und Babybrei gliedert. Klar, es ist nicht alles rosarot – das zeigt Sauer ehrlich. Ein bisschen mehr Glücksmomente hätten für meinen Geschmack aber früher auftauchen dürfen. Da hat mein Mama-Herz länger drauf gewartet. Fazit: Ein kluger, einfühlsamer, aber vor allem angenehm unprätentiöser Roman über Entscheidungen, Selbstbestimmung – und die manchmal seltsam schrägen Wege, die das Leben eben so geht. Für Leser*innen mit und ohne Kind. Denn, wie Sauer so schön sagt: „Es gibt ja auch keine Männer ohne Mütter.“
Ehrlich, ruhig, lesenswert..
Es war auf jeden Fall interessant – vor allem wegen der Idee. Schon der Klappentext hat mich neugierig gemacht: eine Was-wäre-wenn-Geschichte rund um Mutterschaft, Entscheidungen und die Frage, wie sich das Leben mit oder ohne Kind anfühlen kann. Besonders spannend fand ich den Wechsel zwischen den beiden Realitäten. Der Übergang von einem Leben ins andere war gut gemacht. Ich habe die ganze Zeit gehofft, dass sich das irgendwie aufklärt – und war neugierig, ob es eine Verbindung oder Erklärung gibt. Der Schreibstil ist ruhig, ehrlich und angenehm zu lesen. Auch die unterschiedlichen Perspektiven auf Mutterschaft, Selbstverwirklichung und das Thema Lebensentscheidungen fand ich gut dargestellt. Mich persönlich hat es emotional nicht besonders berührt – was aber auch völlig okay ist. Es war trotzdem unterhaltsam, und die Grundidee fand ich wirklich gelungen. Das Ende fand ich ganz passend.....
Hörbuch
Buch : Im Leben nebenan Autorin: Anne Sauer Hörbuch Laufzeit : 6 h 13 min 🎧🎧🎧🎧🎧 Klappentext Eines Morgens erwacht Toni nicht wie gewohnt neben ihrem langjährigen Freund in ihrer kleinen Altbauwohnung, weil die Dielen knarren und die Nachbarn viel zu laut sind. Nein. Zu ihrer Verwunderung befindet sie sich in einer großzügig geschnittenen Wohnung. Alles hell, ordentlich, teuer eingerichtet. Und der Blick aus dem Fenster? Seltsam vertraut. Antonia versteht: Sie ist wieder in dem Dorf ihrer Kindheit. Nach und nach erfährt sie, dass sie hier ein beschauliches Leben führt, bürgerlich geordnet, mit Auto vor der Tür, Schwiegermutter nebenan und Kind auf dem Schoß. Kind auf dem Schoß? Antonia kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ist das etwa ihr Baby? Und der Vater dazu? Offenbar ihre erste große Liebe – ein Mann, den sie nie ganz vergessen konnte. 🎧🎧🎧🎧🎧 Meine Meinung Dieses Hörbuch hat mich absolut gefesselt und berührt . Die Frage "Was wäre wenn .." bzw "Wie wäre mein Leben verlaufen, wenn .." hat sich sicher jeder schon einmal gestellt. Auch die Protagonistin . Ich konnte Antonia bzw Toni hier begleiten, wie es sich als überforderte Mutter , genauso aber auch wie es sich als kinderlose Frau anfühlt. Sie ist das ansehen in der Gesellschaft, wie in der Familie. Welche Vorteile hat das Leben als kinderlose junge Frau, was macht es mit der Psyche, wenn man keine Kinder möchte , bekommen kann oder eine Fehlgeburt hat. Andersrum, was macht ein Baby oder Kleinkind mit einer Beziehung? Die Autorin hat beide Seiten super dargestellt, ich fand mich immer mal wieder im Buch. 🎧🎧🎧🎧🎧 Fazit: Ich habe dieses Hörbuch fast in einem Rutsch gehört. Ich empfehle es alles, vorallem auch Männern, damit sie auch einmal fühlen können, was in einer Frau vorgeht.
Fehlende Logik und glorifizierte Mutterschaft
Im Leben Nebenan hat mich zutiefst gelangweilt. Nicht nur das, ich wartete vergeblich auf eine tiefere Aussage die das Buch mir mitgeben will, eine packende Erkenntnis, ein Mitfühlen mit den Charaktären. Zum Hörbuch zuerst: Die Sprecherin hat zwar eine angenehme Tonlage, allerdings empfand ich ihre Lesart als viel zu langsam. Das Buch selbst baut kaum Spannung auf und erscheint eher Inhaltsarm, der langsame Lesefluss lässt es unglaublich zäh werden. Um es überhaupt hören zu können habe ich die Abspielgeschwindichkeit also hoch gestellt. Auf 1.2x schien deutlich mehr Enthusiasmus und Leben in der Stimme der Sprecherin zu sein. s Zum Buchinhalt: Antonias Charakter erschien mir zuerst wie eine spannende Figur. Eine junge Frau, die im Angesicht ihres plötzichen Umstandes mit Baby alles abwehrt. Der kein automaticher Impuls von der Natur angedichtet wurde Babys zu lieben und zu umsorgen egal wem sie gehörten. Bis zum 3/4 des Hörbuches hatte sich das alles geändert. Zuerst empfand ich die Sprünge zu ihrem Parallelleben teils als nervig (weil ich dieses Leben als Mutter tatsächlich als furchtbar empfinde) und Toni da ähnliches empfand über ihren wunden Körper, die Art wie sich alles um das Baby dreht und sie nur ein Objekt, etwas Nebensächliches ist. Ich hatte gehofft dieser geschärfte Blick, diese Gesellschaftskritik führe sich fort. Die Abschnitte in ihrem ersten Leben wurden zusehends trauriger. Auch hier empfand man eine tiefe Ungerechtigkeit, über die Scham die Toni tragen musste über die Empfängnisprobleme. Dort kamen mir aber bereits erste Zweifel ob Anne Sauer sich der aktuellen Forschung bewusst war, so hätte sie nicht nur den Vorgang zeigen können der in aller Regel die Schuld auf die Frau schiebt, sondern weiter auch erzählen können, dass ungeachtet der Spermienquantität, ein Fehlschlagen einer Befruchtung in fast allen Fällen am Mann liegt. Ist sein Gesundheitszustand schlecht (schlechte Ernährung, Giftstoffe, wenig Sport etc) wird das anwachsen der Eizelle fehlschlagen. Zwar äußerte Antonia eine gerechtfertigte Kritik über die Machtdisbalance, ihres Zwanges auf sich zu achten, sich Hormone zu spritzen während uhr Partner tun durfte was immer er wolle, doch blieb diese Erklärung aus. Berührt hatte mich einzig die Stelle in der Toni ihre Beine nach dem GV an der Wand ließ wärend ihr Partner keine Lust mehr hatte immer zu warten, sie nicht mehr umsorgte, emotional verschwand. Das Erzählhleichgewicht kippte gegen Mitte des Buches. Antonias fremde Welt nahm viel mehr Raum ein, sie schien viel zu schnell und zu sehr einfach darin mitzuspielen. Kaum noch nach Erklärungen zu suchen oder sich zu wehren. Stattdessen fing ab 3/4 eine langatmige und in meinen Augen kritische Zeichnung einer "idealisierten" Mutterbindung an. Toni wurde immer zärtlicher und intuitiv liebevoller mit dem Baby beschrieben. Sie verguckte sich in sein Äußeres und war die liebende zuhause wartende Frau während ihr Mann weiter seinen Erfolg im Büro ausübte. Da hört es bei mir entgültig mit dem Interesse an diesem Buch auf. Der Leidensdruck wich und das Buch blieb ein gefühlt langweiliges Tagebuch eines ganz normalen Lebens und Erlebens wie man es von einer jeden Mutter kennt und man es ganz sicher nicht zum 100.000 mal auch noch lesen muss. Das Baby ist so wundervoll hübsch, alles dreht sich darum was es tut, was es neues lernt, jedes Gespräch mit Freunden ist nurnoch in der Babybubble, Babysachen-Tauschmarkt... Ein großes Hadern, ein innerer Kampf, eine tiefe Erkenntnis alles was man hätte erwarten können blieb aus. Stattdessen lernte man wie Toni lernte was alle werdenden Eltern lernen. Gewöhn dich ans Baby und werde süchtig danach. Nicht meine Lebenseinstellung, nicht mein Thema, nicht mein Interesse ein Everyday-life über 6 Stunden dahinplätschern zu hören. Winzig winzig kleine Sprenkel von etwas aufhorchen, minimalste Kritik waren so selten, so vereinzelt, dass sie kaum etwas anderes aus diesem Roman machen konnten. Alles in allem wollte ich es weder zu Ende hören, da mich nicht interessierte wie es mit Antonia weiterging (übrigens der einzige Charakter dem überhaupt etwas Tiefe und Entwicklung angeschrieben wurde), noch würde ich es irgendjemandem empfehlen.
Ich habe „Leben nebenan“ in einem Rutsch gelesen und will einfach mehr. Die Themen, die Anne Sauer aufgreift, sind wichtig, aktuell und werden mit einer beeindruckenden Klarheit erzählt. Es geht um einen Kinderwunsch, der erst tief empfunden wird und dann doch nicht in Erfüllung geht und um die Erkenntnis, dass man vielleicht gar keine Kinder möchte. Wie das Umfeld darauf reagiert, wie die Gesellschaft solche Entscheidungen kommentiert oder auch verurteilt, ist hochrelevant und mutig erzählt. Genauso bewegend fand ich die andere Perspektive: Wenn man ein Kind hat und plötzlich nicht weiß, woher es kommt, was man damit anfangen soll und wie man selbst wieder zu der Person wird, die man einmal war. Diese Mischung aus Unwissenheit, Angst und Unsicherheit hat mich sehr berührt. Der Wechsel zwischen den „verschiedenen Leben“ der beiden Protagonistinnen war feinfühlig, ehrlich und eindringlich gezeichnet. Ich wüsste gar nicht, welches Leben ich für mich wählen würde beide haben eine Tiefe und Komplexität, die einen anderen Teil von mir ansprechen. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir viele pointierte Sätze, die mich zum Nachdenken gebracht oder zum Schmunzeln verführt haben. Ein starkes, sensibles Buch mitten aus dem Leben. ★★★★★






































