Originell aber ausbaufähig- dennoch lesenswert wenn man die Tropes mag (traf nicht ganz meinen Lesegeschmack)
Ich wurde auf „Diabolo“ von Ani K. durch TikTok aufmerksam. Die Grundidee, Luzifer als Frau darzustellen, fand ich wirklich sehr cool und originell. Obwohl ich kein großer Fan von Engel-Thematiken bin, wollte ich der Geschichte aufgrund des Hypes dennoch eine Chance geben. Der Schreibstil ist angenehm flüssig und lässt sich sehr gut lesen, leider konnte mich die Geschichte insgesamt jedoch nicht vollständig überzeugen. Luce wird zwar als starke weibliche Hauptfigur dargestellt, auf mich wirkte sie jedoch oft sehr weinerlich und selbstmitleidig. Besonders die ersten rund 100 Seiten empfand ich als verschenkt, da sich die Handlung extrem gezogen hat. Immer wieder ging es um dasselbe Thema: Luce und Bael dürfen nicht zusammen sein. Diese Information war bereits nach der ersten Erklärung klar, wurde aber über viele Seiten hinweg immer wieder ausgeschmückt, was ich zunehmend als nervig empfand. Ehrlich gesagt bin ich nur drangeblieben, weil das Buch auf TikTok so positiv aufgenommen wurde. Dieses Problem zog sich leider durch große Teile der Geschichte: Einzelne Aspekte wurden sehr lange ausgeführt, wodurch ich trotz des flüssigen Schreibstils nur langsam in der Handlung vorankam. Auch mit Bael konnte ich mich nicht anfreunden. Er wirkte auf mich sehr naiv und obwohl er scheinbar über manche Dinge reflektiert, habe ich ihn oft als impulsiv und teilweise sogar unüberlegt wahrgenommen. Luce hingegen wird als impulsiv beschrieben, handelte meiner Meinung nach jedoch nicht gefühlvoller oder unüberlegter als andere Charaktere. Zusätzlich hat mir das Worldbuilding etwas gefehlt, um noch tiefer in diese Welt eintauchen zu können. Das Ende hat mir wiederum etwas besser gefallen, dennoch glaube ich nicht, dass ich den zweiten Band lesen werde, da einige Aspekte der Geschichte einfach nicht meinem persönlichen Geschmack entsprochen haben. Nichtsdestotrotz denke ich, dass die Story durchaus lesenswert ist, wenn man die entsprechenden Tropes mag. Was ich jedoch stark kritisieren muss: Im ersten Band besitzt Luce noch keine Fähigkeiten, dennoch werden diese bereits im Glossar genannt – was für mich einen großen Spoiler darstellt. Das Glossar an sich fand ich zwar hilfreich und gut gemacht, allerdings wäre hier dringend eine Spoilerwarnung sinnvoll gewesen. Ich bin froh, dass ich erst am Ende hineingeschaut habe. Insgesamt vergebe ich 3 von 5 Sternen.








