Der Text und vor allem die Sprache wirkt auf mich gewurstelt und überladen. Die Geschichte selber ist seltsam altmodisch und scheint nicht mehr in unsere Zeit zu passen. Damit meine ich nicht, dass wir keine neue Literatur über die Zeit der Weltkriege mehr schreiben sollten. Ich denke aber, es gibt kaum eine Ära, die literarisch besser abgedeckt ist. Und das von Autoren, die direkt betroffen waren. Nelio Biedermann ist sehr jung, was wahrscheinlich auch diesen fragwürdigen Hype ausgelöst hat. Sein Buch wird aber unrelevant, dadurch, dass er dem Stoff nichts neues hinzufügt. Hätte er uns die Familiengeschichte durch eine zeitgenössische Perspektive erzählt, der eines 20-22 Jährigen, wäre sie authentischer zu lesen gewesen.
Leider nicht ganz das, was ich mir erhofft hatte
Der Ansatz, endlich einmal etwas über die ungarische Geschichte zu lesen, hatte mich ursprünglich davon überzeugt, dieses Buch lesen zu wollen. Die Geschichte wird erzählt anhand der ungarischen Adelsfamilie Lazar, die allen Wendungen der 20. Jahrhunderts unterworfen ist. Sie werden enteignet und vertrieben und haben es immer wieder geschafft, sich anzupassen, auch als sie all ihr Hab und Gut verloren hatten und sich ihre Brötchen selbst verdienen mussten. Was vollkommen unpassend war und auch nicht sehr gut geschrieben war, waren die vielen Sexszenen, die meines Erachtens nicht in die Handlung gepasst haben, zumindet nicht in der Häufigkeit. Leider hat sich mir nicht erschlossen, weshalb Lazar zum Lieblingsbuch 2025 der unabhängigen Buchhandlungen gewählt wurde, aber der Autor ist noch sehr jung und ich könnte mir vorstellen, dass da noch einiges von ihm kommt. worauf wir uns freuen können.
Ein umwerfendes Buch mit einer unglaublich bildgewaltigen Sprache und einer Geschichte, die einen sofort in ihren Bann zieht.
Anfang des 20. Jahrhunderts im Schnelldurchlauf
Ja, der Schreibstil war gewöhnungsbedürftig. Ja, die Darstellung sexueller Szenen und Vergewaltigungen waren (ich will mal sagen) merkwürdig. Ja, Charaktere kamen und gingen in einer rasenden Geschwindigkeit. Aber, mir hat’s gefallen.
Weder sprachlich, noch inhaltlich überzeugend und "sex sells" funktioniert hier für mich leider gar nicht - ein sehr "merkwürdiges" Buch, dessen immensen Hype/Lobhudelei ich absolut nicht nachvollziehen kann! Für mich insgesamt ein stümperhaft-gesteltzt verfasster „billiger Histo-(Soft-)Porno“! 1 Stern JAHRESFLOP Zitat: „Unmittelbar unter dem Dach des schmalen, dreistöckigen Backsteinhauses lag Idas Kammer. Und unmittelbar unter Paul lag Ida. Die Tierlaute der beiden hielten auch Ilona wach, die ihr unabhängiges Verlangen bis in die frühen Morgenstunden mit einer langen weißen Kerze zu stillen versuchte." Solche Szenen platziert der Autor alle paar Seiten und er muss eine große Vorliebe für die Kastanie haben, denn die taucht gefühlt auf jeder zweiten Seite auf.
⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Eine sprachgewaltige, atemlose Geschichte von epischer Wucht und feiner Beobachtung!
Ich bin völlig überwältigt von diesem Buch! Diese Geschichte hat eine Kraft, die mitreißt und nicht loslässt. Sie ist schnell, handlungsgetrieben und trotzdem voller Tiefe. Auch Figuren, die nur kurz auftreten, haben Gewicht – jede Szene trägt. Und die Sprache! Intensiv, schön, präzise. Ich liebe wirklich alles an diesem Buch.
Sprachlich dicht und toll erzählt
Die Geschichte einer ungarischen Familie über drei Generationen hinweg – eingebettet in die Wirren des 20. Jahrhunderts mit seinen Kriegen, politischen Umbrüchen und persönlichen Verlusten. Die Figuren sind mit großer sprachlicher Präzision und emotionaler Dichte geschildert. Die Erzählweise ist konzentriert, klar und zugleich poetisch. Ein Buch über Erinnerung, Identität und das Weiterleben trotz aller Brüche. Ich brauchte ein paar Seite um rein zu kommen und mich auf das Buch einzulassen, aber danach flogen die Seiten nur so dahin. Sehr gutes Buch - klare Empfehlung. 😀
Bemerkenswert
Dieser Roman über eine ungarische Adelsfamilie im 20. Jahrhundert ist bemerkenswert. Die starken Charaktere wirken einerseits verletzlich und dann wiederum unheimlich. Sie haben mich immer wieder überrascht, hielten mich aber auf Distanz. Ich habe mich beim Lesen wie ein Zuschauer gefühlt, der heimlich durchs Fenster schaut. Nelio Biedermann ist es hervorragend gelungen das Zeitgeschehen mit dem Schicksal der Familie zu verweben und den Verlust ihres gewohnten Lebens empatisch zu erzählen. Die bildliche Sprache erinnert an einen alten Klassiker, um so überraschender, da wir es mit einem sehr jungen Schriftsteller zu tun haben. Für mich ist dieser Roman höchste Erzählkunst. Vielen Dank dafür!








