
Düster, unangenehm und atmosphärisch. Mit Längen, aber starkem Ende und Nachwort.
Der Trailer war für mich ein Thriller, der mich nicht konstant gepackt hat, mich am Ende aber trotzdem ziemlich zufrieden zurückgelassen hat. Vor allem das Nachwort hat dem Buch nochmal mehr Tiefe gegeben und vieles eingeordnet, was ich während des Hörens immer wieder gespürt habe. Der Schreibstil von Linus Geschke hat mir wirklich gut gefallen. Bildhaft, klar und leicht zu lesen bzw. zu hören. Besonders mochte ich die kurzen Kapitel und die Atmosphäre rund um den Campingplatz in den Ardennen. Dieses düstere, unangenehme Gefühl war eigentlich die ganze Zeit präsent. Am Anfang musste ich mich erstmal sortieren, weil das Buch aus vielen verschiedenen Perspektiven erzählt wird. Das hat meinen Lesefluss anfangs etwas gestört, irgendwann war ich aber komplett drin. Der Anfang war spannend, das Ende richtig stark, nur im Mittelteil hatte die Geschichte für mich einige Längen. Zwischendurch gab es immer wieder Momente, die mich total gepackt haben, dann zog es sich wieder etwas. Was ich interessant fand: Die Figuren waren nicht wirklich Sympathieträger und trotzdem baut man eine Verbindung zu ihnen auf. Gerade Wout ist eigentlich kein Charakter, den man mögen müsste. Und genau das macht das Buch irgendwie spannend. Die Figuren fühlen sich nicht glatt oder konstruiert an, sondern bewusst unbequem. Besonders hängen geblieben ist mir aber das, was der Autor im Nachwort schreibt. Dass Gewalt hier nicht einfach nur für den Schockeffekt gezeigt wird, sondern um deutlich zu machen, welche Folgen solche Taten für Betroffene haben. Dadurch hat das Buch für mich rückblickend nochmal stärker gewirkt. Für mich kein perfekter Thriller und definitiv kein durchgehend spannender Pageturner, aber trotzdem ein gutes Gesamtpaket mit starkem Ende, unangenehmer Atmosphäre und einem Thema, das leider aktueller ist, als es sein sollte. Die nächsten Teile werde ich auf jeden Fall noch lesen.

























































