Atticus & Josia
Ich hab jetzt schon einige Bücher von Lisa F. Olsen gelesen und wahrscheinlich ist das jetzt mein Favorit 🤍 Es herrscht zwar oft eine bedrückende Stimmung, aber ich fand das Innenleben der Charaktere so toll dargestellt und hab mich auch direkt in das Setting verliebt. Außerdem ist es schlussendlich auch eine Geschichte voller Hoffnung 😊 Im Mittelpunkt der Handlung stehen Josia und Atticus. Letzterer schleicht sich nachts oft raus, um etwas Ruhe vor seiner Großfamilie (9! Brüder) zu haben und trifft in der verlassenen Kirche im Wald auf Josia, der schlafwandelt. So lernen sich die beiden besser kennen, bis sie eines nachts Zeugen werden, wie jemand eine Leiche im Wald ablädt... Man sollte hier aber kein Murder-Mystery erwarten. Natürlich geht es schon auch darum, was da passiert ist und wer das war, aber die Charaktere versuchen nicht aktiv den Mord aufzuklären oder so. Man könnte sagen, dass äußerlich gar nicht so viel in der Geschichte passiert, denn es geht hauptsächlich darum, was innerlich passiert und das hat es in sich. Josia hat immer noch mit einem Trauma aus seiner Vergangenheit zu kämpfen und dann kommt diese Sache noch dazu. So hat er oft Flashbacks und dergleichen und auch Atticus fällt es schwer das ganze zu verarbeiten. Nicht der beste Zeitpunkt sich zu verlieben und doch kommen sich die beiden immer näher und sind vielleicht gerade das, was der jeweils andere im Leben braucht ❤️ Ich fand auch die Darstellung ihrer Probleme im Alltag sehr relateable. Was und ob man studieren soll; in seinen 20ern noch bei den Eltern zu wohnen (wegen Geld oder Krankheit); etc. Die Beziehung war auch wahnsinnig toll. Ich bin besonders großer Fan von Geschichten, bei denen ein traumatisierter Charakter wieder lernen muss Vertrauen zu entwickeln und der andere dann damit so verständnisvoll umgeht (gerade auch wenns um sexuelle Sachen geht) 🥹❤️ Das Setting von Grauenfelden hats mir auch total angetan. Ich mag so Kleinstadt Sachen eh und hier hat die Farbe auch noch eine Bedeutung. Grau ist so ein Zwischending. Also nicht komplett schwarz/dunkel, wie die Verzweiflung, sondern gemischt mit was hellem, für die Hoffnung (Josia nennt Atticus auch oft sein Licht). Zumindest ist das meine Interpretation xD Ich fands cool, dass das überall aufgetaucht ist. Da gabs zum Beispiel den Grausee und die Zeitung, von der am Anfang jedes Kapitels eine Schlagzeile steht (was auch ne super Idee ist), heißt Grauspiegel. Die Auflösung von allem war auch sehr interessant. Jetzt weiß ich auch, warum man den vor dem dritten Teil der Tannstein-Reihe lesen soll und bin gespannt, was für Auswirkungen das dann dort haben wird. Ansonsten will ich noch anmerken, dass ich die casual trans Repräsentation (auch nicht-binäre Person mit Neopronomen) echt nice fand 😊 Freu mich auf die nächsten Bücher und vor allem irgendwann zu Graufelden zurückzukehren.















