Süß, schnell gelesen – aber emotional etwas flach
„Bad Boys Break Hearts“ von Micaela Smeltzer ist ein klassischer College-Romance-Roman mit Second Chance Vibes, der sich super schnell weglesen lässt. Die Geschichte spielt an der Universität, genauer: an der fiktiven Aldridge University, einer renommierten Hochschule mit Campus-Flair und Sport-Setting (u. a. Baseball) – das Setting bringt echtes College-Feeling mit. Die Story beginnt damit, dass Rory (voller Name: Aurora) nach einem Neuanfang strebt – sie will das Drama der Vergangenheit hinter sich lassen und studiert frisch an der Aldridge University. Dort trifft sie wieder auf Mascen Wade, den Star-Pitcher des Baseball-Teams, charismatisch, wohlhabend, mit der „Bad Boy“-Aura – und mit einer gemeinsamen Vergangenheit mit Rory. Es geht darum, ob sie nach dieser alten Bekanntschaft wieder zueinanderfinden können, ob Rory Mascens Erwartungen standhält – und ob Mascen sich seinen eigenen Konflikten (u. a. mit seinem Vater) stellt. Mascen erfüllt das Klischee „Bad Boy Sportstar“, aber es gibt Hinweise auf inneren Schmerz und schwierige Familienverhältnisse, was mir eigentlich gefallen hat – aber eben zu wenig vertieft wurde. Rory dagegen ist eher bodenständig, sympathisch, mit eigenem Antrieb und Vergangenheit, die sie nicht einfach ignorieren kann. Die Dynamik zwischen den beiden funktioniert gut – die Chemie stimmt, das Hin-und-her zwischen Anziehung und Zurückhaltung bringt Spannung. Der Schreibstil ist durchweg flüssig, unterhaltsam und eignet sich prima für zwischendurch. Was mich wirklich stört: Die Tiefe fehlt. Der Konflikt zwischen Mascen und seinem Vater etwa – hätte so viel Potenzial gehabt für emotionale Höhepunkte – wird nur angerissen und bleibt oberflächlich. Auch andere Nebenstränge und Charakterentwicklungen (Rorys Vergangenheit) wirken eher angedeutet als richtig durchgearbeitet. Trotz guter Ansätze bleibt das Ganze etwas „leichte Kost“, wenn man auf intensive emotionale Romances steht.





