Nicht so richtig Cozy Fantasy
Nach Band 2 hatte ich eine grobe Idee, worum es in etwa in dem Band gehen wird. Und es kam doch ganz anders. Hätte ich das gewusst, wenn ich den Klappentext gelesen hätte? Vielleicht. Jedenfalls war der Anfang für mich schwer reinzukommen. Was nicht an der Story lag, sondern an dem Thema. Ich habe Ferns Gefühle gut verstehen können: “It’s like I can see what I loved—still love?—about it, but it’s behind a thick windowpane. I can’t feel it or smell it or taste it, and I don’t know that I’ll ever be on the other side of that glass again.” Ich bin selbst in meiner eigenen grauen Wolke gefangen und fühlte mich ähnlich. Daher hat die gemeinsame Reise mir gutgetan. Genau das ist die Story dieses Buches. Keine Cozy Buchhandlung neben einem Cozy Café, sondern eine Reise mit einer jahrhundertalten Elfe, ihrem redenden Schwert, einem Chaos-Goblin und einem in Ungnade gefallenes Schwert. – Ebenfalls sprechend. In diesem Gemisch sitzt Fern und rennt erfolgreich vor ihren Gefühlen, plus einem klärenden Gespräch mit Viv, weg. Die ganze Geschichte über schreibt sie der Freundin Briefe, findet sich selbst und die richtigen Worte. Trotz höherem Actionanteil wurden die Hindernisse ohne viel Drama überwunden – ganz im Sinne von Cozy-Fantasy, nur ohne Café und Zimtschnecken. Eher mit scharfzüngigen Schwerten und Chaos-Goblins. Was mir sehr gut gefallen hat. Das Ende war teils überraschend und teils erwartungserfüllend. Ich hoffe sehr, dass wir in Zukunft mehr von Astryx, Nigel und Zyll lesen werden. Gerne würde ich einem Treffen von Viv und Astryx beiwohnen. Ich hätte mich auch sehr gefreut, wenn wir in dem Buch Satchel getroffen hätten. Kurzum ein wirklich schönes Buch, dass Spaß macht zu lesen. Nicht cozy im klassischen Sinne – aber emotional ruhig und tröstlich. Wer auf ein weiteres Business-zentriertes Wohlfühlbuch hofft, wird enttäuscht – wer jedoch eine ruhige, emotionale Reise sucht, ist hier genau richtig.

