Der zweite Band der Dilogie hat mich nicht ganz so mitgerissen, wir der erste. Trotzdem viele interessante Einblicke in das Nachkriegsdeutschland der 50er Jahre.
Einblick in die deutsche Gesellschaft der 50er Jahre
Als der Verlobte von Renate Schwarz sich nach einer Verletzung aus dem aktiven Profifußball verabschieden muss, fällt er zuerst einmal in ein tiefes Loch. Weder Renate noch seiner Oma Martha gelingt es ihn dazu zu bringen Zukunftspläne zu machen. Als in der Psychatrie, in der Renate als Ärztin arbeitet Frau Köhler eingeliefert wird, weil sie nackt auf dem Rathausplatz darauf aufmerksam machen wollte, dass die Firma Boehringer Gift in die Elbe leitet, erzählt sie Matthias davon. So entsteht ein Kontakt zwischen Frau Köhler und Matthias und er sieht einer neuen Aufgabe entgegen. Er will Jura studieren um Leuten helfen zu können. Gleichzeitig kommen Onkel Rudi und seine egozentrische Frau Goldie aus den USA zu Besuch. Als Renate Goldie bei den Studts kennen lernt wird sie ungewollt in die Familienzwistigkeiten hineingezogen. Außerdem hat Renates Onkel Sorgen, weil sein guter Freund wegen vermeintlicher Homosexualität angeklagt werden soll und er nun auch ins Fadenkreuz der Ermittler geraten könnte. Und weil dass für Renate noch nicht Aufregung genug ist, hat sie auch noch mit ihrem beruflichen Widersacher Dr. Kleinschmidt eine unterschiedliche Meinung, wie mit der Patientin Zierrauh zu verfahren ist. Als Kleinschmidt sich durchsetzt mündet dies in einer fürchterlichen Katastrophe. Melanie Metzenthin gelingt es einmal mehr, die deutsche Gesellschaft des Wirtschaftswunders darzustellen. Die damaligen Ansichten, die Familien, die zum Teil durch den Krieg schwere Zeiten erlebt haben aber auch die ungerechten Gesetze gegenüber Homosexuellen. Umweltschutz gab es noch nicht und wenn jemand diesbezüglich sich äußerte wurde er als verrückt bezeichnet, im schlimmsten Fall in die Psychatrie eingewiesen. Auch der Schreibstil ist sehr angenehm, die Personen nahbar und sympathisch. Ich hab das Buch in einem Rutsch gelesen und freue mich auf die Fortsetzung die 2026 erscheinen soll.
Ein berührender Roman über eine junge Frau zwischen beruflicher Selbstverwirklichung und gesellschaftlichen Zwängen, und über den Mut, für seine Überzeugungen einzustehen. Von Bestsellerautorin Melanie Metzenthin Hamburg 1959: Die junge Psychiaterin Renate Schwarz steht am Beginn einer vielversprechenden Karriere. Sie muss sich in der männerdominierten Medizinwelt zwar täglich behaupten, doch mit ihrem Verlobten Matthias, einem talentierten Profifußballer, scheint ihr privates Glück perfekt. Bis eine Knieverletzung seine Karriere abrupt beendet und beide vor neue Herausforderungen stellt. Während Renate zwischen schwierigen Patientenfällen und Familiendramen navigiert, weckt eine ihrer Patientinnen ihr Interesse: Sie behauptet, die Industrieabwässer einer Hamburger Fabrik würden die Elbe vergiften. Doch in der Wirtschaftswunderzeit will niemand von Umweltproblemen hören, und wer zu laut protestiert, landet schnell in der Psychiatrie. Kann Renate ihr helfen?
Meine Meinung: ⬇️ Auch der 2. Teil wo es um die super tolle Frau Dr. Renate Schwarz geht hat mich gut unterhalten. Für mich ist das eine gelungene Fortsetzung, die im Buch auch neue Themen wie Umweltschutz, Homosexualität, Gewalt in der Ehe und Chancengleichheit für Frauen aufzeigt. Das Ganze mit den liebevoll beschriebenen Figuren der Familien von Renate und Matthias verbunden, macht diesen Roman zum Lesevergnügen. Wobei ich den 1. Teil ein Tick besser fand. Nichts desto trotz sehr zu empfehlen 👍. 4,5/5⭐️
Zu viele Themen auf zu wenig Seiten
Wie ich gerade festgestellt habe, habe ich mit dem zweiten Teil der Reihe angefangen, denn "Wer ins Licht treten will" ist der zweite Teil einer Trilogie. Mir ist das beim Lesen gar nicht aufgefallen, daher kann es auch ruhig als Einzelband gelesen werden. Der Klappentext hat mich überzeugt, deswegen habe ich mich auch für's Lesen entschieden. Das Buch konnte mich aber nicht vollständig überzeugen. Es werden zu viel Themen untergebracht und diese dann zum Teil nur oberflächlich behandelt. Es geht um Renates Rolle als Ärztin, ihr Verlobter Matthias verletzte sich schwer und kann seine Fußballkarriere nicht fortsetzen. Hinzu kommen Einblicke in die Psychiatrie, in den noch nicht vorhandenen Umweltschutz, Homosexualität und eine alte Familienfehde. Das war mir alles etwas zu. Auch der Schreibstil kann mich nicht vollends überzeugen, ich habe ihn manchmal als zu "einfach" empfunden. Häufig wiederholen sich Formulierungen (sie stimmten in das Lachen ein), was mir negativ aufgefallen ist. Ich vergebe daher 3 Sterne und bin noch nicht sicher, ob ich Band 3 lesen möchte.
Nicht ganz so gut wie der Vorgänger, aber trotzdem empfehlenswert
"Wer ins Licht treten will" ist die Fortsetzung von "Wer aus dem Schatten tritt" von Melanie Metzenthin. Da mir der erste Teil sehr gut gefallen hat, habe ich mich auch auf diesen Teil gefreut. 1959: Die junge Psychiaterin Renate Schwarz arbeitet in Hamburg in einer Klinik für Psychiatrie. Auch in diesem Band bekommt es Renate mit vielen interessanten Fällen zu tun. Sie arbeitet inzwischen auf der Frauenstation, hat aber immer noch mit Vorurteilen gegenüber Ärztinnen zu kämpfen. Während sie mit einer Patientin spricht, wird sie z.B. gefragt, wann denn der Arzt käme... Auch privat läuft bei Renate nicht alles rund, ihr Verlobter wird bei einem Fußballspiel schwer verletzt und kann seinen Traum als Profifußballer nicht mehr ausleben. Auch in der Familie wird an mehreren Schauplätzen ihr psychologisches Geschick gefordert. Dann wird eine Patientin in die Psychiatrie eingeliefert, die nackt auf dem Rathausplatz gegen Umweltverschmutzung demonstriert hat. Ist sie wirklich psychisch krank oder ist an ihrer Geschichte etwas dran? Auch dieser Roman lässt sich leicht und flüssig lesen. Wie im ersten Band merkt man sofort, dass die Autorin, selbst Psychiaterin, weiß, wovon sie schreibt. Sie vermittelt außerdem gut die gesellschaftspolitischen Gegebenheiten der 60er Jahre. Die noch nicht vorhandenen Rechte der Frauen, der Umgang mit häuslicher Gewalt, aber auch das Thema Gleichberechtigung werden behandelt. Es hat sich viel getan in diesen Bereichen seit damals, aber ist es genug? Dieser Roman hat mir nicht ganz so gut gefallen wie der Vorgänger, der doch mehr auf die medizinische Seite eingeht. Hier liegt der Schwerpunkt für meinen Begriff zu sehr auf familiären Dramen (Beispiel Goldie). Trotzdem hat mich der Roman gut unterhalten. Dem Vorgängerband hatte ich 5 Sterne gegeben, dieser bekommt von mir aus den genannten Gründen "nur" 4 gute Sterne




