
Aero gibt Briony ihre Stimme zurück und Briony gibt Aero etwas, das er sein ganzes Leben vermisst hat: Frieden
Dieses Buch hat mich komplett überrascht. Anfangs wusste ich nicht so recht, was ich von Aero halten soll. Er ist manipulativ, besessen, brutal und oft kaum zu durchschauen. Doch je weiter die Geschichte voranschreitet, desto mehr Puzzleteile fallen an ihren Platz. Rückblickend ergibt plötzlich vieles Sinn: Entscheidungen, Lügen, Manipulationen, Opfer und selbst Szenen, die zunächst verstörend oder überzogen wirken. Besonders beeindruckt hat mich, dass sowohl Aero als auch Briony für mich perfekt funktioniert haben. Briony entwickelt sich von einer jungen Frau, die ihr Leben lang gelernt hat zu gehorchen, zu jemandem, der ihre eigene Stimme findet und für sich selbst einsteht. Aero dagegen ist weit mehr als der düstere MMC, für den man ihn zunächst hält. Hinter all seiner Dunkelheit steckt eine tragische, verletzte und überraschend emotionale Figur, die mich am Ende völlig abgeholt hat. Ein häufiger Kritikpunkt hier bei Reado sind die vielen Sexszenen. Ich kann verstehen, warum manche Leser hier aussteigen oder warum ihnen das Buch zu viel wird. Für mich hatten diese Szenen jedoch fast immer einen tieferen Hintergrund. Sie dienen nicht nur dem Spice, sondern erzählen etwas über die Figuren, ihre Entwicklung, ihre Traumata oder ihre Beziehung zueinander. Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto mehr merkt man, dass hinter vielen Szenen ein größerer Plan steckt und manches erst rückblickend seine eigentliche Bedeutung erhält. Bei einer Gewaltszene bin ich auch mal kurz ins Stolpern geraten, weil der Moment bewusst hart und detailliert beschrieben wurde. Dennoch hatte ich nicht das Gefühl, dass diese Szene nur des Schocks wegen existiert. Sie gehörte zur Geschichte. Was mich letztlich vollkommen überzeugt hat, war die emotionale Ebene des Buches. Hinter all dem Wahnsinn steckt eine (kranke) Liebesgeschichte über zwei Menschen, die sich gegenseitig retten, indem sie dem anderen helfen, sich selbst zu retten. Aero gibt Briony ihre Stimme zurück und Briony gibt Aero etwas, das er sein ganzes Leben vermisst hat: Frieden. Für mich ist „That Sik Luv“ weit mehr als Dark Romance. Es ist düster, schmerzhaft, schockierend, emotional und manchmal kaum auszuhalten – aber gleichzeitig eine Geschichte, die mich bis zur letzten Seite nicht mehr losgelassen hat. Und vielleicht hat mich genau das am meisten beeindruckt: Hinter jeder Maske, jeder Manipulation, jeder Obsession und jedem Schockmoment verbirgt sich am Ende deutlich mehr, als man zunächst vermutet.




























































