13. Feb.
Rating:4

Der Roman "Die verlorene Mutter" von Catherine Hokin hat mir wirklich gut gefallen. Der Roman handelt in zwei Zeitebenen. Die erste Ebene spielt ab 1934 in Berlin und später in Amerika. Anna, eine junge Schauspielerin hat zwei Freunde. Da ist Eddi, der Mann den sie liebt. Und da ist Marika, ebenfalls Schauspielerin. Marika möchte zum Film und berühmt werden. Anna ist mit Leib und Seele dem Theater verschrieben. Trotzdem geht sie mit Marika zu einem Vorsprechen bei der UFA und lernt dort Goebbels kennen. In der zweiten Zeitebene ab 1957 lernen wir die Journalistin Peggy kennen. Diese erfährt am Vorabend des Todes ihrer Mutter, dass diese sie in den 30ern adoptiert hat. Sie gibt ihr ein altes und zerknittertes Foto von zwei Frauen, das sie nach der Adoption bei Peggy gefunden hat. Eine der Frauen kommt Peggy bekannt vor und nach langer Überlegung begibt sie sich auf die Suche nach ihrer leiblichen Mutter. Catherine Hokin versteht es sehr gut, die LeserInnen bereits im Prolog in ihren Bann zu ziehen. Die zwischen den Zeitebenen wechselnde Handlung erzeugt Spannung. Auch wenn ich manchmal einen Wissensvorsprung durch Annas Geschichte hatte und die Story dadurch etwas vorhersehbar war, hat dies meinen Lesefluss nicht gestört. Im Gegenteil! Die erste Zeitebene hat mir insgesamt besser gefallen, hier habe ich auch geschichtliche Tatsachen erfahren, die mir bislang unbekannt waren. Ich hatte vorher noch nie etwas über den Amerikadeutschen Bund erfahren. Ein wichtiges Thema der amerikanischen Geschichte! Der Roman ist leicht zu lesen, die Sprache von Catherine Hokin hat mich durch die Seiten fliegen lassen. Langeweile kam nicht auf. Das Cover passt zur Story, drückt Verzweiflung, aber auch Hoffnung und Durchhaltevermögen aus. Und das brauchen beide Protagonistinnen, besonders Anna! Der Roman hält mehr, als der Titel verspricht. Er ist keine Schnulze, der durchgehend vorhandene geschichtliche Bezug hat mich gefesselt, aber auch immer wieder erschüttert und entsetzt. Er zeigt auf, dass sich diese Geschichte nie wieder wiederholen darf! Wären in dem mir vorliegenden Ebook nicht so viele Rechtschreibfehler enthalten gewesen, hätte es 5 Sterne gegeben. So ziehe ich aber einen Punkt ab und gebe 4 Sterne. Trotzdem gibt es eine Empfehlung an alle, die auch an der Geschichte des 3. Reiches außerhalb Deutschlands interessiert sind. Verlag: Bookouture Erscheinungsdatum: 134.02.2025 474 Seiten (Print-Ausgabe) ASIN: BODK3XN7M9

Die verlorene Mutter: Ein zutiefst bewegender historischer Roman
Die verlorene Mutter: Ein zutiefst bewegender historischer Romanby Catherine HokinBookouture
8. Feb.
Rating:5

Emotionaler, historischer Roman

Schon das Cover weckt tiefe Gefühle. Das typische Zaun eines (Konzentrations-)Lagers und eine Frau mit ihrem Koffer dahinter. Die Farben sind relativ dunkel gehalten, aber in mehreren Facetten. Die Geschichte fesselte mich von Anfang an und führte mich in alle Richtungen der Welt, der Geschichte sowie der Gefühle. Die Schreibweise ist locker und leicht, sehr angenehm zu lesen. Es wird von Anfang an eine leichte Spannung gehalten und es geht immer sehr unerwartet weiter. Die Charaktere sind fantastisch, realistisch. Ich konnte sehr viel mit Anna mitfühlen und Mareike immer mehr hassen. Dazu mochte ich Peggy sehr. Der interessante, mir sehr unbekannte Punkt, war die Entwicklung des Bundes in den Vereinigten Staaten, dann der Hass allen Deutschen gegenüber. Überlegungen zu Deportation, obwohl manche Familien schon lange in Amerika gelebt haben. Das war alles sehr beunruhigend und erschreckend. Und dazu noch Anna Tiegel, eine Halbjüdin, die in Deutschland aber auch in Amerika verfolgt wurde ... Ein sehr hartes Schicksal. Wie das Leben so spielt, aber auch oft in den Büchern der Fall ist, die Bösen bekommen immer das was sie wollen. Und die ehrlichen und freundlichen Menschen leiden ... Das wird sich leider auch in Zukunft nicht ändern. Das Buch ist absolut empfehlenswert für alle starke Frauen, die um etwas kämpfen, für alle Nationen, die diskriminiert wurden, für alle Menschen, die Interesse für die 2. WK - Zeit haben. Mit diesem Buch wird man nachdenklich, traurig, glücklich, emotional, wütend ... Letztendlich ist der Gesamteindruck am Ende, ein tolles Gefühl ... Irgendwo ist die Sonne aufgegangen ... ;-)

Die verlorene Mutter: Ein zutiefst bewegender historischer Roman
Die verlorene Mutter: Ein zutiefst bewegender historischer Romanby Catherine HokinBookouture