
Ein heilloses durcheinander - heiß, chaotisch & liebenswert
"Hot Mess" ist ein Roman über Frauenfreundschaften und Beziehungen im Allgemeinen - insbesondere auch zu sich selbst. Wer ist man wirklich und was will man wirklich? Lexi, Joanne und Claire, drei Frauen Anfang 30, die zunächst unabhängig voneinander in Schieflage zu ihren Freundinnen geraten. Zitat: "Warum geht es in all den traurigen Filmen und Songs eigentlich immer um gescheiterte Liebe? Zerbrochene Freundschaften waren weitaus schmerzhafter und komplizierter." • Lexi hat einen erfolgreichen Podcast mit ihrer besten Freundin Amanda. Sie stehen vor einem Millionendeal. Doch langsam muss sich Lexi fragen, wie sehr ihr Job ihre Freundschaft aufsaugt? • Joanne ist frisch gebackene Mutter und bekommt von ihrem Partner nicht die erhoffte Unterstützung. Ihre Freundinnen sind weiterhin im Partymodus und haben daher wenig Verständnis. • Claire fühlt sich von ihren Freundinnen ausgeschlossen. Im WhatsApp-Chat "Bitch Bubble" ist es auffällig ruhig geworden. Reden die Freundinnen über sie, statt mit ihr? Am Anfang lernt der Leser die drei Frauen einzeln kennen und erfährt etwas über ihr Beziehungsgeflecht. Ich war ab Seite 1 gefesselt von den dreien. Der Roman hat mich aus einer Leseflaute geholt. Lexi, Claire und Joanne sind authentische Identifikationsfiguren und das Thema wird fast jeden in dem Alter mehr oder weniger beschäftigen. Freundschaften verändern sich, sie reißen ab, nichts fühlt sich mehr wie früher an. Claires Story habe ich am liebsten verfolgt, sie ist auch sowas wie der Hauptcharakter. Joanne kam vergleichsweise zu kurz, aber ihr Thema stand mir nicht so nahe wie bei den anderen beiden. Ich fand sie jedoch am Schlagfertigsten und konnte mich mit ihrer energischen Art total identifizieren. Joanne ist der Typ der nicht lange fackelt, sie setzt eher Brände. Lexi fand ich sehr einfühlsam und bedacht. Kein Mensch, der andere überrumpelt, im Gegensatz zu ihrer Podcast Partnerin und Freundin. Und Claire? Claire gibt zu viel für andere, reibt sich auf, setzt sich unter Druck und brennt dann aus. Claire ist ein wunderbarer Mensch, der ihre eigenen Qualitäten zu nicht schätzen weiß. Warum das wichtig ist und noch wichtiger wird, erfährt man im Verlauf der Handlung. Ihre Bemühungen um ihre alten Freundinnen waren schmerzhaft mitzuerleben, da diese einfach biestig und garstig rüberkamen. So als hätten sie eine Freundin wie Claire gar nicht verdient. Zitat: "Wenn sie dir ständig das Gefühl geben, nicht in Ordnung au sein, warum gibst du dich dann weiter mit ihnen ab?" Ja, warum Claire? Gespannt verfolgte ich wie die Erzählstränge zusammenliefen und schliesslich zu einem wurden. Die Chemie zwischen Lexie, Claire und Joanne stimmt von Anfang an und beweist: Es gibt ein Leben nach der besten Freundin! Aber überraschend ist die Botschaft eine andere. Es lohnt sich um Freundschaften zu kämpfen und sie zu reparieren. Das ist ein Gegenentwurf zur Wegwerfgesellschaft und dem So -du-mir-so-ich-Dir-Prinzip. Was zunächst nur angedeutet wird, wird irgendwann konkret: Claire ist psychisch krank. So im Nachhinein dachte ich mir dann, ob ihre Wahrnehmung bezüglich ihrer Freundinnen wirklich der Realität entsprach, oder ob es nicht die Krankheit war, die sie alles so düster sehen lies? Die Autorin hat diesen Punkt wirklich gut dargestellt. Die Frage bleibt offen. Wichtiger jedoch ist es wie weit die Menschen, die einem wichtig sind, bereit sind sich zu ändern / zu bessern und wie weit wir ihnen (und uns) verzeihen, sowie wieder vertrauen können. Die Autorin ist selbst psychisch krank und wirkt auch in Podcasts mit. Der Roman hat autobiografische Züge und wirkt deshalb authentischer. Ob das Happy End konstruiert wirkt? Nein. Ohne Happy End, ohne mich! Es soll Glitzern, samt Fanfaren und Konfetti-Kanonen!





























































