Szenen in Endlosschleife, unausgereifte gute Grundidee, spannungsarm
Schon der Titel "Das blutende Haus" von Rosa Molenti klingt eigentlich nach Gänsehaut und ich dachte mir, dass dieses Buch doch ganz gut zum jetzigen neblig-nasskalten Wetter passen könnte. Leider konnte mich die Geschichte jedoch nicht so fesseln, wie ich es mir erhofft hatte... Kommen wir aber zuerst einmal zum Inhalt: Charly und ihr Mann Eric sind überzeugt, das große Los gezogen zu haben. Nach Monaten der vergeblichen Suche wurde ihnen das perfekte Haus für ihre wachsende Familie angeboten. Und das zu einem erschwinglichen Preis. Aber noch vor ihrem Einzug bekommt die glänzende Fassade Risse. Vor nicht einmal einem Jahr ermordete der Sohn der Hausherren seine Eltern und beging im Anschluss Selbstmord. Einzig seine Schwester überlebte. Aber wie wahrscheinlich ist es schon, dass sich solch eine Tragödie wiederholt? Und wieso ist die Familie, die im Anschluss dort lebte, so überstürzt wieder ausgezogen? Wo sie doch gerade erst fertig damit geworden waren, das Haus aufwendig zu renovieren? Der Schreibstil ist zwar recht rasant aber trotzdem kam ich irgendwie nicht richtig voran. Was daran liegen mag, dass der Handlungsaufbau über weite Strecken ziemlich konstruiert und spannungsarm gewirkt hat. Immer wieder wiederholen sich gefühlt dieselben Szenen in Endlosschleife: Charly hört ein Geräusch, schleicht sich zum Dachboden, zögert und wiederholt das Ganze kurze Zeit später erneut und erneut und erneut... Die allgemeine Atmosphäre wurde dadurch eher verwässert als verstärkt und was zu Beginn vielleicht noch für etwas Nervenkitzel gesorgt hatte, verlor sich schnell in Langeweile. Auch sprachlich hat das Buch seine Schwächen: Immer wieder stolperte ich über Rechtschreib- und Grammatikfehler, die meinen Lesefluss störten. Viele Passagen wirkten zudem hastig und kaum überarbeitet. Mit der Hauptfigur Charly wurde ich bedauerlicherweise ebenfalls nicht warm. Ihr Verhalten ist oft schwer nachzuvollziehen, ihre Entscheidungen wirken unlogisch und ihr ständiges Jammern hat mir den Zugang zu ihr noch zusätzlich erschwert. Auch die Nebenfiguren bleiben leider blass und gesichtslos. Da ist einfach niemand, der besonders heraussticht oder echte Tiefe zeigt, sodass man sich zumindest emotional an die Handlung binden könnte. Unterm Strich wirkt "Das blutende Haus" somit wie eine unausgereifte gute Grundiee, die meiner Meinung nach aber deutlich mehr Feinschliff gebraucht hätte – sei es nun in der Figurenzeichnung, im Spannungsaufbau oder im sprachlichen Ausdruck. Die Geschichte besitzt durchaus Potenzial für einen atmosphärischen Psychothriller, doch die Umsetzung bleibt für mich einfach blutleer. Wer auf der Suche nach einem ausgefeilten Schauerroman ist, wird hier vermutlich eher enttäuscht.













