Altes London, Familiendrama, Great Exhibition – gelungene Entführung ins viktorianische England 👏🏻
Der Prolog hat mich sofort gepackt. Es war erschreckend, verwirrend und atmosphärisch. Ich fand es spannend, dass die Geschichte nicht bei Julie beginnt, sondern mit der Vergangenheit ihrer Eltern. Nach und nach tauchen neue Figuren wie John auf, und von Anfang an begleiteten mich viele Fragezeichen, die das Lesen richtig fesselnd machten. Besonders beeindruckt haben mich die Beschreibungen und die düstere Seite Londons. Die Einblicke in die Banden und Johns Erlebnisse bei den East End Boys waren intensiv, sogar mit Gänsehautmomenten. Julies Weg ist traurig, dramatisch, aber auch nachvollziehbar. Die Nebengeschichte rund um Mrs. Myers fand ich interessant eingebunden. Gegen Ende wurde es für mich kurz verwirrend, nur um dann mit einer Erkenntnis zu überraschen, die alles in ein neues Licht gesetzt hat. Das Ende ist kein klassisches Happy End, aber es fühlt sich ehrlich und offen an, mit Raum für eigene Gedanken. Besonders mochte ich die Verbindung zur Great Exhibition und wie die Geschichte zeigt, dass hinter all dem Glanz auch Schatten liegen. Ein paar Dinge hätte ich gern genauer gewusst, wie der Deal zwischen Sir Thomas und den Gangs während der Great Exhibition verlaufen ist oder O’Reileys weiteres Schicksal. Die Geschichte ist nicht ganz frei von expliziten Inhalten. Trotzdem hat mich das Buch berührt, überrascht und in eine Zeit mitgenommen, die ich so noch nicht gesehen habe.






















