Auch für Erwachsene ...
„Die magische Bibliothek der Buks – Das verrückte Orakel“ von Nina George und Jens J. Kramer ist ein fantasievolles Kinderbuch, das mit einer klaren Botschaft für die Bedeutung von Geschichten und Fantasie aufwartet. In einer dystopischen Zukunft, in der Träumen und Erzählen verpönt sind, setzen die Autor:innen auf eine liebevolle Hommage an die Kraft der Literatur. Die kleinen Buks – buchverliebte Wesen mit Scheinwerferaugen – sind das Herzstück der Geschichte. Sie bewahren Geschichten, die in der Welt zunehmend in Vergessenheit geraten. Als die sogenannte „Bleichkrankheit“ droht, alles Erzählerische auszulöschen, liegt es an einer Gruppe mutiger Kinder, gemeinsam mit den Buks das Erzählen zu retten. Besonders gelungen ist die Darstellung der Buks, die nach ihren Lieblingsgenres benannt sind und sich herrlich skurril verhalten. Auch die Entwicklung der Kinder, die durch das Lesen neue Welten entdecken, ist berührend. Die Sprache ist bildhaft und poetisch, mit Zitaten wie: „Und so las Finn sein erstes Buch, und in ihm wurde es ganz weit, hell und groß.“ Allerdings bleibt das Buch nicht frei von Kritik: Einige stereotype Darstellungen – etwa dass „Kriegerinnen nicht weinen“ oder dass der dicke Junge natürlich am liebsten isst – wirken aus heutiger Sicht überholt. Diese Klischees trüben ein wenig den ansonsten inspirierenden Gesamteindruck. Insgesamt ist das Buch ein Plädoyer für die Fantasie, das junge Leser:innen ab etwa zehn Jahren auf eine abenteuerliche Reise mitnimmt – und dabei leise, aber bestimmt daran erinnert, warum Geschichten so wichtig sind.






