31. Dez.
Rating:2

Nicht nur der Papagei steht Kopf

Es muss erlaubt sein zu fragen, was dies Buch eigentlich sagen will, mir hat sich das nicht erschliessen können und schnell eher genervt. Wir begleiten hier eine alternde Autorin (möglicherweise die Autorin selbst) durch die Corona-Krise, in der sie gezwungen ist, da sie zu den «Verletzlichen» zählt, komplett in den Rückzug zu gehen. Was wie ideale Bedingungen für Schriftsteller*Innen klingt, zeigt sich bei dieser Autorin in Form von aufgestautem Gedanken-Nonsens und durch eine Schreibblockade. Und was für eine! Von allen Seiten drückt es und kann nicht raus, um sich dann immer mal wieder wie durch ein unsinniges Ventil wahllos zu ergiessen. Wir werden hier auf selbstgerechte Art bombardiert mit Unnötigkeiten, abstruse «pseudointellektuelle Verknüpfungen und ab und an mal normale Begebenheiten, wie ihre mädchenhaft unreifen Betrachtungen ihres jungen Mitbewohners und einem Ara, den zu beschäftigen sie den Auftrag hat. Es ist heute offenbar Usus, eine Fülle von anderen, vermutlich bei weitem fähigere Autor:Innen zu zitieren. Dies allerdings beherrscht Fr. Nunez meisterhaft, nur leider entgingen mir die Zusammenhänge, warum jetzt welche Aussage zitiert werden muss oder was die Autorin überhaupt ausdrücken will. Ich nenne das, sich mit fremden Federn schmücken. Was wohl der Ara, hätte er mehr Raum bekommen, dazu gesagt hätte? Für mich leider Zeitverschwendung und nach meinem Empfinden nicht zu empfehlen.

Die Verletzlichen
Die Verletzlichenby Sigrid NunezAudible