Fängst stark an…
… wird dann aber zu gewollt. Ava war für mich eine schwierige Protagonistin. Zu Beginn konnte ich ihre Empfindungen nachvollziehen, ihre Überlastung, ihre Verzweiflung, das Gefühl von Einsamkeit. Recht schnell ging mir ihr Mimimi aber auf die Nerven. Ich fand es unglaublich anstrengend und sowohl unreif, als auch unfair, dass sie keinerlei ernste Gespräche mit ihrem Mann geführt hat. Es gab Andeutungen, Hinweise, aber nie mal ein „Wir müssen reden.“ Ava ist zu Beginn des Buches „nur“ Mutter & Hausfrau. Mentalload ist real. Zeitgleich drängt sich unwillkürlich die Frage auf - wenn sie nicht erwerbstätig ist - wieso sorgt sie nicht besser für sich? Die finanziellen Möglichkeiten sind da. Und die zeitlichen Ressourcen auch. Ihr Ehemann wird sehr klischeehaft dargestellt. Und ja, sein Verhalten nervt auch. Wobei man sagen muss, dass er nicht wissen kann, dass sie das ursprüngliche Arrangement der Ehe nicht mehr möchte. Kämpft er um die Bzh. als er von der Affäre erfährt - nein. Doch mal ehrlich - würde man von der betrogenen Frau erwarten, dass sie um die Ehe kämpft? Wohl kaum. Ava kämpft weder um ihre Bzh. , noch um ihre Familie. Denn im Grunde geht es ihr auch gar nicht wirklich darum. Es geht um äußeren Schein. Nicht um tiefere Inhalte. Im Laufe des Buches hätte es reife Gespräche geben können. Zwischen den Eheleuten. Zwischen Mutter und Kind. Die Affäre, die sich irgendwann zu einer Liebesgeschichte entwickelt ergibt wenig Sinn. Nun müssen Affären keinen Sinn haben, außer erotisches Knistern und Ablenkung vom Alltag, Liebesgeschichten aber schon. Und die Liebe ist hier nicht wirklich zu erkennen. Das gemeinsame Happy End trotz 19 Jahren Altersunterschied wirkt auf mich zu gewollt. Da hätte es „rundere“ Enden geben können. Kieran ist eine typische jugendliche Verführung. Attraktiv. Unbekümmert. Und für 24 auch ziemlich unreif. Und natürlich (das muss so sein beim „Bad Boy“) unverstanden und irgendwie aus einer anderen Welt. Er verhält sich seiner Verlobten gegenüber extrem unfair. Auch hier, wie im gesamten Buch, hätten Gespräche zur rechten Zeit eine Menge bewirken können. Insgesamt eine Story, die zwar wirklich nett zu lesen ist (der Schreibstil ist extrem angenehm und leicht zu lesen - hatte das Buch an einem halben Tag durch), für mich hat die Story aber zu viele Schwächen. Dass das Buch dennoch so beliebt ist und gehypte wird liegt möglicherweise daran, dass viele Frauen sich in den Beschreibungen der Mutterrolle wieder finden und man dies in dieser Deutlichkeit selten hat. Umso wichtiger, dass mal hingeschaut wird. Und drüber gesprochen.

























































