25. Mai
Kurzkrimi, cosy, spannend mit einer cleveren privaten Ermittlerin
Rating:4

Kurzkrimi, cosy, spannend mit einer cleveren privaten Ermittlerin

Mein erster Krimi, der im niederländischen Zeeland spielt. Mal was anderes. Jedenfalls fällt mir das lustige Cover direkt ins Auge. Jenny leitet eine Pension und wartet eines Morgens vergeblich auf einen Gast, der viel Rührei bestellt hat. Mit einem alten Freund, der sich in Jennys Pension eine mehrmonatige Auszeit gönnt, Rainer, entdeckt sie bald darauf die Leiche des Pensionsgastes. Ein wenig auf den Geschmack gekommen, ermitteln die beiden weiter… Der locker leichte Erzählstil der Autorin lässt mich beschwingt durch die Seiten fliegen. Jenny ist mir sofort sympathisch, Rainer wirkt etwas nüchtern auf mich. Die Landschafts- und Dorfbeschreibungen passen perfekt an die niederländische Küste.Viel Raum zum selber Spekulieren bleibt leider nicht, auch weil Jenny ihre Entdeckungen und die darauffolgenden Überlegungen nicht teilt. Solche Krimis mag ich persönlich nicht so sehr, wo der Leser bewusst im Dunkeln gelassen wird. Ein guter Urlaubskrimi, den man in Ruhe genießen kann.

Tote Fische fängt man schneller: Ein Küsten-Krimi (Mord an der Nordsee-Reihe 1)
Tote Fische fängt man schneller: Ein Küsten-Krimi (Mord an der Nordsee-Reihe 1)by Annie de Vriesdp Verlag
10. Apr.
Rating:5

genau meins, so schön entspanntes ermitteln

Tote Fische fängt man schneller wird als erster Teil einer gemütlichen Cosy Crime-Reihe im idyllischen Küstenort angepriesen und damit hat dp digital publisher überhaupt nicht zu viel versprochen, denn genau so habe ich Annie de Vries Schreibstil empfunden und den Krimi rund um einen Mord in Zuiderdijk sowie die Ermittlungen von Jenny, der Pensionsbesitzerin, dazu echt genossen. Mir hat es einfach Spaß gemacht, so einiges über die Gegend zu erfahren, während da offenbar nicht ganz so schöne Dinge in dem kleinen Ort in Westkapelle geschehen und Ermittlungen dazu angestellt werden. Die Geschichte ist in Teilen vorhersehbar und dann doch wieder irgendwie nicht, so dass auch der Krimi-Teil mich jedenfalls überzeugen konnte. Zumindest für mich war er nicht vorhersehbar und von daher gibt es eine absolute Leseempfehlung an alle Cosy-Crime-Liebhabende. Also werde ich definitiv erneut ins Huis Zonnebloem reisen, um Jenny van Oosterburg natürlich bei ihren Ermittlungen beizustehen und hoffe, dabei wieder so super unterhalten zu werden, wie dieser Auftakt der Reihe es getan hat.

Tote Fische fängt man schneller: Ein Küsten-Krimi (Mord an der Nordsee-Reihe 1)
Tote Fische fängt man schneller: Ein Küsten-Krimi (Mord an der Nordsee-Reihe 1)by Annie de Vriesdp Verlag
22. Feb.
Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht!
Rating:3

Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht!

Das Wetter wird wieder ungemütlicher, also musste eine neuer Cozy-Crime her. Dieses Mal ein Nordsee-Krimi von einer niederländischen Autorin. Das Cover und der Klappentext sind sehr vielversprechend. Ich bin gespannt. Jenny van Oosterburg betreibt eine gut gehende Ferienpension direkt an der Küste von Zeeland, der westlichsten Provinz der Niederlanden. Gerade ist die Touristensaison zu Ende gegangen, als einer ihrer Gäste vermisst wird. Zusammen mit ihrem Jugendfreund Rainer Trompeter, der gerade aus Hollywood angereist ist, übernimmt sie die Ermittlung auf eigene Faust. Ich lese gerne HappyBücher und die sollten auch zwingend ein Happy-End haben, aber irgendwie hab ich bei diesem Buch beim Lesen ein bisschen das Gefühl von den Glücksbärchis. Jenny ist Krimifan und irgendwie jeder schräge Gedanke, den die Frau hat, hat der Mörder genau so umgesetzt. Sie irrt nicht ratlos durch die Gegend und ermittelt auch mal in einer Sackgasse. Nein, sie hat eine 100%-Trefferquote. Dazu hat sie (fast) immer Zeit mit ihrem Jugendfreund zu ermitteln, weil ihre Pension von alleine läuft und begeht dabei eine Straftat nach der anderen, ohne dass das irgendwelche Konsequenzen hat oder sonstwie geahndet wird. Ich hab keine Ahnung vom niederländischen Rechts- und Strafsystem, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Einbruch in ein Auto (zum Beschaffen des Schlüssels ist sie unbefugt in das Zimmer ihres Gastes eingedrungen und hat ihn dort entwendet) straffrei bleibt. Und ihren Morgenspaziergang (zu dem sie als vielbeschäftigte Pensionswirtin auch IMMER Zeit hat) führt sie genau an die Stelle, an der die Leiche abgelegt wurde. Und am Schluß schafft sie es auch noch, dem Mörder eine Falle zu stellen und die eigentliche Kommisarin ist nur schnödes Beiwerk.  An der Stelle mit dem unbefugten Eindringen in das Zimmer des Toten hätte ich am liebsten das Buch abgebrochen. Auch wenn ihr die Pension gehört, hat sie kein Recht, einfach so in das Zimmer eines Gastes einzudringen. Auch nicht, wenn der Gast tot ist und die Polizei noch keine Zeit hatte zu ermitteln. Und sie bekommt noch nicht mal einen Tadel von der Kommisarin, die in dem Fall ermittelt. Das gibt ein mächtiges Vertrauen weltweit in alle Pensionswirte ... nicht!  Ich weiß, dass es sich hier um ein Buch, mehr oder weniger um eine Fiktion handelt und bei der einen oder anderen Unstimmigkeit kann man auch getrost ein Auge zudrücken, manchmal auch mal beide, aber das ganze Buch ist für mich absolut an den Haaren herbeigezogen. Es handelt sich hier immerhin um Cozy-Crime, und nicht um Fantasy, also erwarte ich zumindest ansatzweise Realismus. Das Leben von Pensionswirtin ist immer eitel Sonnenschein, man kann einfach mal so seine Pensionen verkaufen und neu kaufen, und die haben keinerlei Anlaufschwierigkeiten, besonders nicht in einer Touristengegend, wie die Autorin nicht müde wird zu erwähnen. Aber scheinbar betreibt Jenny die einzige Pension dort. Hat aber nur eine handvoll Zimmer, die aber wohl ausreichen um die ganzen Fressbuden des Ortes zu betreiben, denn ausser denen und dem kleinen Supermarkt gibt es dort nichts. Und dann ist da die ganze freie Zeit die sie zum ermitteln hat. Sie hat keinerlei Personalmangel (auch hier gehe ich allerdings von deutschen Verhältnissen aus, es mag sein, dass es in den Niederlanden anders ist) und muss nie einspringen oder arbeiten (außer einmal um die Bestellungen zu managen). Ich bin mir nicht ganz sicher, was ich von dem Buch halten soll. Denn eigentlich ist es eine nette Story, aber die Umsetzung ist einfach daneben. 

Tote Fische fängt man schneller: Ein Küsten-Krimi (Mord an der Nordsee-Reihe 1)
Tote Fische fängt man schneller: Ein Küsten-Krimi (Mord an der Nordsee-Reihe 1)by Annie de Vriesdp Verlag