
Das Licht und all die Tage dazwischen ist ein Buch das fesselt, mitreißt und tief ins Herz schießt.
Alexandra Mazar nimmt uns mit nach Madrid. Dorthin reist die Hauptprotagonistin Charlotte in den 90er Jahren um ihre Ausbildung an der berühmtesten Kunstschule Spaniens zu absolvieren. Sie findet dort ein Zimmer in der WG von Sofia und Lucia, mit denen sie sich auf Anhieb versteht. Gleich in den ersten Tagen lernt sie Manuel kennen, der ihr in einer brenzligen Situation zu Hilfe eilt. Von da an macht er es sich zur Aufgabe, Charlotte alle schönen Plätze Madrids zu zeigen und es entwickelt sich nach und nach eine tiefe Liebe. Aber immer wieder lässt Manuel erkennen, dass er etwas vor Charlotte verheimlicht. Nach vielen schönen, gemeinsamen Monaten verschwindet Manuel spurlos. Heute, knapp 26 Jahre später, erleben wir, wie Charlotte sich daran gewöhnen muss, dass ihre Tochter für ein Praktikum nach Peru fliegen wird. Eigentlich arbeitet Charlotte an einem Buch über die Kunstwerke von Hieronymus Bosch, ihrem Lieblingskünstler. Dessen Gemälde "Garten der Lust" hängt im Museo del Prado in Madrid. Auf anraten ihrer Tochter Branca macht sie sich auf den Weg in den Süden, um Vergangenes zu verarbeiten und endlich bei ihrem Buchprojekt weiter voran zu kommen. Charlotte reist nach Madrid und erlebt dort eine schöne und aufwühlende Zeit. Wieder kommt sie in der Wohnung von damals unter und kann sich nach so langer Zeit endlich auch mit Sofia aussprechen. Die Kapitel sind immer abwechseln aus der früheren Zeit in Madrid und dann aus der Jetzt-Zeit 2022 in Regensburg und Madrid geschrieben. Alexandra Mazar schafft es durch ihre sehr bildlichen Beschreibungen der verschiedenen Orte und Charaktere , dass man ein Gefühl für die Atmosphäre Spaniens bekommt. Mit einigen Protagonisten ist man sofort auf einer Wellenlänge, andere enttäuschen einen durch ihr Verhalten. Manuel bleibt von Anfang an ein undurchsichtiger Charakter, der während des Lesens für mich sehr schwer greifbar bleibt. Erst zum Ende hin versteht man sein Verhalten und man trauert mit um die viele verlorene Zeit. Wenn ihr euch mit Charlotte auf die Suche nach den Geheimnissen der Vergangenheit begeben möchtet, lege ich euch diese Geschichte sehr ans Herz. Die Story ist ein abgeschlossener Einzelband und der Auftakt der Stadtlichter-Reihe, eine Hommage an die schönsten Städte Spaniens.






