Ich habe das Buch gestern Nacht beendet und mein Herz fühlt sich noch immer ein bisschen nach Dunkellila an, weils so schnell vorbei ging und ich es so sehr lieben gelernt habe. Ich habe ungefähr gewusst, was mich in »All die Farben die wir malen« erwartet und doch wurden alle Dinge, die ich mir in Vorfreude auf Oceane und Jean ausgemalt habe, übertroffen und von einem Meerblau überstrichen. Denn das sind die beiden, ein dunkles, ruhiges Blau, aber wenn man genau hinsieht, dann wütet und windet es in diesem Blau ziemlich. Sie sind ein kleiner Ozean in Frankreich, Spaziergänge im Wand und am Strand, schwimmen lernen und Kunstausstellungen. Die Triggerwarnung am Anfang des Buches ist ernst zu nehmen und doch ist Marike auf die beste Art und Weise mit den Themen umgegangen. Bedächtig, vorsichtig und doch trifft sie sie genau auf den Punkt. Der Schreibstil war noch wunderschöner, noch leichter, als ich ihn in Erinnerung hatte, die Worte so bedeutungsstark und poetisch, dass man nur so durch die Seiten fliegt, obwohl man eigentlich an ihnen festhalten will. Wie ein Gemälde, auf das man einen Blick wirft, dann noch einen und noch einen und immer mehr Dinge erkennt. So war es auch ein wenig mit Oceane und Jean. Die beiden Charaktere sind beide nicht die lautesten, beide aber auf ihre Art ausdrucksstark und einzigartig. Sie waren authentisch und echt, weil ihre Geschichte sehr lebensnah erzählt wird und man sich genau vorstellen und nachvollziehen kann, wie es ihnen geht. Der Romanceanteil war nicht zu präsent und doch immer da, die Gefühle berührend und mitreißend. Und ich werde nicht lügen, ich habe beim Lesen mehrere Male geweint, aber es war ein gutes weinen. Eines nach dem man sich stärker fühlt, irgendwie leichter. Und das Buch ermutigt mich nur noch mehr zu diesem Empfinden zu stehen. Auch an anderen Stellen habe ich ziemlich viel gelernt, über Gebärdensprache, das Wort Sprache und wie wichtig Kommunikation ist, wie Familie funktionieren kann und wie sie auseinander bricht und manchmal nicht durch Blut besteht. Ich habe über Farben gelernt, ein bisschen was übers stark sein und noch viele Dinge mehr, die ich mir vermutlich noch bewusst werden werde. Insgesamt hat »All die Farben die wir malen« wie auch der erste Band zuvor seine eigene Magie an die Wände meines Herzens gemalt und ich werd sie zusammen mit all den Farben und Worten bewahren.

Ein gefühlvoller und bewegender Young Adult Roman!
Oceane ist gehörlos und ihr Leben ist alles andere als einfach. Von ihrer Familie kann sie keine Unterstützung erwarten, denn ihre Eltern glänzen mit Abwesenheit, was Oceane allerdings zugute kommt. Das Studium, der Nebenjob und ihre kleine Schwester, verlangen ihr einiges ab, doch in schwierigen Zeiten kann Oceane sich immer auf ihren besten Freund Gabriel verlassen. Bei ihm und seinem Bruder Jean fühlt sie sich zu Hause und geborgen aber mit der Zeit bemerkt sie eine gewisse Anziehungskraft zwischen sich und Jean und das verunsichert sie. Ist das alles nur Einbildung oder könnte es sein, dass Oceane den Bruder ihres besten Freundes etwas mehr mag? Hier erwartet euch eine ruhige, tiefgründige Geschichte über eine junge Frau mit einer traumatischen Kindheit, die ihr Leben meistert, ihren Mut und ihr Glück findet. Besonders schön ist die Verbindung zu den Farben, die Oceane und Jean haben. Beide lieben Kunst und sehen Menschen und Momente in Farben. Und das ist einfach absolut wundervoll und inspirierend. Die Verbindung, die zwischen Jean und Oceane entsteht ist unglaublich berührend. Man spürt die Zerrissenheit und die Ängste, die die beiden haben. Für mich ein ganz besonderes Leseerlebnis aus der Schreibfeder von Marike, dass ich jedem weiter empfehlen kann! Ein gefühlvoller, bewegender Young Adult Roman, der eine ganz besondere Botschaft in sich trägt und mit Poesieelementen und unglaublicher Tiefe überzeugt. Trau dich, steh zu deinen Gefühlen, nimm dein Glück in die Hand egal welche Hürden du meistern musst. Es lohnt sich!
Nach Band 1, den ich sehr liebe, war ich sehr gespannt auf Band 2 der "All die-Reihe". Die Wartezeit in den letzten Monaten hat sich definitiv gelohnt, denn es ist eine wunderbare Geschichte geworden. Sie ist ruhig, aber trotzdem sehr mitreißend und spannend. Es braucht keine große Dramen, um die Geschichte von Oceane und Jean zu erzählen. Es sind eher die leisen Töne, die die Geschichte ausmachen. Wichtige Themen sind in den Roman eingeflossen und ich mochte das sehr. Der Romance-Anteil ist, ähnlich wie der Rest der Geschichte, eher ruhig, aber es passt einfach sehr gut. Ich konnte sehr gut nachvollziehen, wieso sich die Figuren ineinander verliebt haben. Das Oceane gehörlos ist, wird immer wieder deutlich gemacht, aber man merkt auch, dass es für fast alle Personen ihres Umkreises keine Rolle spielt. Sie haben ihre Lösungen für mögliche Kommunikationsprobleme gefunden, wie das nutzen von Notizblöcken und Handys und es wirkt nicht aufgesetzt oder wird extra deutlich betont. Es gehört einfach dazu, die Nutzung von Hilfsmitteln ist einfach in die Sätze miteingewoben, und das war sehr angenehm. Bedingt durch die Themen in diesem Buch gibt es eine Triggerwarnung und die sollte auch beachtet werden. Oceane und Jeans Verbindung ist einzigartig und lädt zum Träumen ein. Die junge Frau bringt einiges aus ihrer Vergangenheit mit, aber ist trotzdem eine starke Persönlichkeit. Sie lässt sich nicht unterkriegen und ich bewundere sie ein bisschen dafür. Sie ist nicht laut, aber sehr eindrucksvoll und genauso ist es bei Jean. Marike Wittchen hat sehr gefühlvoll und lebensnah den inneren Konflikt von Oceane dargestellt, der durch die jahrelange psychische Belastung entstanden ist. Ich müsste lügen, wenn ich sage, dass ich nicht auch einige der Gedankengänge selbst schon in der Vergangenheit gehabt hatte. Das hat mir Oceane nochmal näher gebracht, als es vielleicht eh schon passiert wäre. Beide Figuren waren sehr echt und lebensnah und nichts von ihrem Verhalten wirkte aufgesetzt. Sie haben auch ihre kleinen Fehler, sind nicht perfekt, aber das macht sie so besonders. Der Schreibstil von Marike ist ruhig und poetisch, wie man ihn auch aus Band 1 kennt und ich habe mich mit jeder Seite wieder mehr in ihren Stil verliebt. Immer wieder habe ich Szenen erneut gelesen, weil Marike die Worte so wunderbar aneinander gereiht hat, um diese Geschichte zu erzählen.

Ein schöner und wichtiger Roman!
Wie bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden? Ich bin in dem Bloggerteam der Autorin und habe bereits den ersten Band der Reihe lesen und rezensieren dürfen. Mich fasziniert es, dass eine so junge Autorin einen solch außergewöhnlichen und wunderschönen Schreibstil hat, weshalb es für mich klar war, auch den zweiten Teil der Reihe zu lesen. Danke an Marike und den Dunkelstern Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars! Um was geht es? Oceane ist eine junge Frau, welche taub-stumm ist. Sie wurde in ihrer Kindheit von ihrer eigenen Mutter misshandelt und ihr Vater konnte sie nicht davor schützen, da er dem Alkohol verfallen war. Als sich die Möglichkeit ergab, ist Oceane in eine Wohnung in die Nähe ihres besten Freundes gezogen und studiert nun Kunst. Sie verbringt viel Zeit bei ihrem besten Freund und dessen Familie und seit kurzem interessiert sie sich für Jean, seinen älteren Bruder. Jean lebt noch mit seiner Familie und hat ebenfalls Interesse an Oceane, was für ihn neu war. Sie verbringen mehr Zeit miteinander und merken, dass die Anziehung, die zwischen den beiden herrscht, unvermeidbar ist. Aber schaffen sie es, daraus mehr zu machen? Oder möchten sie das überhaupt nicht? Meine Meinung Ein wunderschönes Buch mit vielen Emotionen von Beginn an. Die Geschichte wird aus Oceanes und Jeans Sicht in der Ich-Perspektive erzählt. Das hat mir gut gefallen, da ich mich so besser in die Hauptcharaktere hineinversetzen kann. Ich fand es sehr interessant, eine Protagonistin zu haben, die weder hören noch sprechen kann; habe bisher selten Geschichten lesen, in denen das vorkommt. Noch besser fand ich, dass es gar nicht aufgefallen ist, es sei denn, die Autorin wollte es so. Die behandelten Themen sind nicht für zwischendurch und haben mich teilweise sehr mitgenommen. Lest euch auf jeden Fall die Triggerwarnung vorher durch! Ich habe sowohl Jean als auch Oceane in mein Herz geschlossen, da sie empathisch, sensibel, loyal und einfach liebenswert sind. Ich liebte ihre Dynamik, da sie sich so toll umeinander kümmern, was mir schöne, warme Gefühle während dem Lesen gegeben haben. Alles in allem ein schöner Roman mit tollem Schreibstil und wichtigen Themen! Lieblingszitate "Liebe tat am meisten weh, wenn sie unerwidert war." "Aber so war das mit der Liebe. Irgendwann verzieh man selbst die schrecklichsten Dinge, wenn die andere Person sich bemühte. Weil man sie eben doch liebte." "Glücklichsein war schwierig, wenn die Angst vor dem, was darauf folgen würde, größer war." "[...] dass es immer unglaublich schmerzte, wenn man etwas seit Jahren gewollt hatte und dann, wenn man es hatte, feststellte, dass es nicht das war, was man sich vorgestellt hatte." "Niemand sollte denken, Tränen seien etwas Schlechtes, etwas, was einen schwach machte." "Wenn man nicht wusste, was einem fehlte, dann fehlte es einem nicht." "Manche Dinge konnten so viel besser sein, als man sie sich anfangs hatte vorstellen können." "Du darfst weinen. Du bist stark. Zu weinen heißt nicht, schwach zu sein." "Zu Hause ist etwas oder jemand, wo du dich wohlfühlst, wo du gern bist, wo du immer wieder hin zurückkehren magst." "Es ist dein Leben, nur deins, und du entscheidest, wie du es führen möchtest."



