🐦⬛ „Krähentage“ – oder: Wenn die Krähen spannender sind als die Story
Benjamin Cors wagt mit Krähentage einen düsteren Auftakt zu seiner neuen Thrillerreihe rund um die Ermittlergruppe 4. Die Geschichte beginnt mit einem mysteriösen Todesfall, der sich bald als Teil eines perfiden Serienverbrechens entpuppt. Krähen, rätselhafte Botschaften und ein Ermittlerteam mit eigenen Schattenseiten – das Setting verspricht Spannung und psychologische Tiefe. Der Schreibstil ist angenehm flüssig, fast mühelos zu lesen, und die Figuren – allen voran Krogh und Weiss – sind solide gezeichnet, wenn auch nicht übermäßig fesselnd. Die Handlung entfaltet sich langsam, was für manche Leser*innen eine atmosphärische Dichte erzeugt, für andere jedoch die Leselust dämpfen kann. So ging es mir: Ich brauchte ungewöhnlich lange, um das Buch zu beenden, da der Sog, den ein Thriller idealerweise erzeugt, bei mir ausblieb. Das Ende überrascht – ein Pluspunkt, der dem Thriller eine gewisse Tiefe verleiht. Dennoch bleibt das Gesamtbild für mich eher verhalten: Krähentage ist kein Reinfall, aber auch kein Pageturner. Ein solider Thriller, der sich gut lesen lässt, aber nicht zwingend gelesen werden muss. Fazit: Für Fans von Nordic-Noir und psychologischen Krimis sicher einen Blick wert. Für mich persönlich: 3,5 bis 4 von 5 – stilistisch stark, inhaltlich leider nicht ganz mein Fall.














