Im Licht der neuen Welt (Fremde Heimat) von Sibel Daniel) Buch 3 von 3 Es wurde wohl schon immer gewertet wie Deutsch jemand ist. Damals unterschied man Reichsdeutsche und Volksdeutsche. Heute wird nach "Biodeutsch" und "mit Migrationshintergrund" gewertet. Schrecklich, dass der Mensch sich immer überlegen und wertiger als andere fühlen will. #keinenmillumeternachrechrs
Während wir in Band 1 + 2 mit der Familie Steiner auf die durch Andere erzwungene Umsiedlung und Flucht gegangen sind, begeben wir uns im 3. Band mit Alma, ihrem Mann Janos, ihrer Tochter Maria und den beiden Brüdern Alwin und August auf die selbst entschiedene Auswanderung nach USA und Argentinien. Sibel Daniel gelingt hier wieder ein spannendes Buch, indem sie schonungslos und unverblümt die Suche nach Heimat und Identität in einem fremden Land beschreibt. Ihre bildhafte und ehrliche Sprache ließ mich alles so empfinden, als sei ich Teil dieser Familie und erlebte alles mit. Ich hab gebangt, gelacht, getrauert, mich geärgert, gefreut, gelitten, ich war mitten im Geschehen. Diese autobiografische Familiengeschichte (väterlicherseits) hat mich auch Themen näher gebracht, mit denen ich mich zuvor nicht befasst hatte. Bessarabien war mir unbekannt und mit der politischen und wirtschaftlichen Lage Argentiniens hatte ich mich bisher auch noch nicht auseinander gesetzt. Gerne würde ich noch mehr über die Familie Steiner erfahren.....haben die Familienmitglieder wieder untereinander Kontakt, wie entwickelte sich das Leben des Familienteils in Deutschland, wie erging es Gregor? Vielleicht entschließt sich die Autorin ja noch zu einen Folgeband, denn auch im Nachwort schreibt sie "vorerst" letzter Teil der Geschichte. Ich werde sicherlich noch weitere Romane der Autorin lesen. Diese auf Wahrheit basierende Trilogie möchte ich all denen ans Herz legen, die historische Romane lieben und stabil genug sind, den autobiografischen Hintergrund zu verarbeiten.
