29. Okt.
Rating:5

Der letzte Wunsch vereint Melli ist frisch geschieden, absolut pleite und hangelt sich mit ihrem Kosmetikköfferchen von Termin zu Termin, um irgendwie Geld zu verdienen. Außerdem ist da noch ihre beste Freundin Vicky, für die Melli immer als Alibi herhalten muss. Als dann noch eine ältere Kundin Mellis stirbt und in ihrem Testament die ein oder andere Überraschung für Melli hinterlassen hat, beginnt für diese ein auf und ab der Gefühle. „Engel, Blues und Winterfunkeln“ ist der siebte Band der „WinterKNISTERN“-Reihe der beliebten Autorin Stina Jensen. In 33 Kapiteln führt sie den Leser durch die Geschichte von Melli und Gabriel. Was mir dabei sehr gut gefallen hat, es handelt sich bei diesem Roman nicht um einen typischen sehr romantischen und meist etwas kitschigen Weihnachtsroman. Weihnachten spielt hier zwar auch eine Rolle, aber eine nebensächliche, dennoch entsteht ein wunderbares Ambiente. Musste ich am Anfang noch ein bisschen warm werden mit der Protagonistin und ihrer Art, immer gern sämtliche Fettnäpfchen mitzunehmen, so ist sie in diesem Roman doch über sich hinausgewachsen. Stina Jensen beschreibt eine Frau, die mit beiden Beinen im Leben steht, der das Leben aber nicht geschenkt hat, die aber dennoch menschlich bleibt, ihre Situation zu meistern versucht und vor allem ihrem Umfeld immer helfend zur Seite steht. Dies ist für mich der wichtigste Aspekte eines Weihnachtsromans. Gleichzeitig beschreibt die Geschichte aber auch den Konflikt von Generationen, der am Beispiel von Melli und ihrer Mutter, aber vor allem den Sinners beschrieben ist. Hier sind gleichzeitig Standesdünkel das Thema, die eben in den verschiedenen Generationen verschiedene Handlungsweisen auslösen. Am Beispiel von Mellis Freundin Vicky kann man als Leser wunderbar die Botschaft mitnehmen, wie wichtig offene Kommunikation in einer Beziehung ist, die vor allem auf die Bedürfnisse des Gegenübers abzielen. An ein bis zwei Stellen gibt es in diesem Roman sicher ein bisschen viele Zufälle, aber das ist für mich vollkommen normal. Mir gefiel vor allem die Authentizität der Figuren, die zum Teil auch ins pragmatische wechseln und auch die Authentizität der Handlung. Fazit: Ein toller Weihnachtsroman, der nicht vor Kitsch strotzt und den es sich lohnt zu lesen. Daher für alle, die nicht die typische Romantik brauchen und die auch sonst die Romane der Autorin lieben, eine absolute Empfehlung!

Engel, Blues und Winterfunkeln (WINTERknistern 7)
Engel, Blues und Winterfunkeln (WINTERknistern 7)by Stina JensenSótano